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So gelingt die HR-Digitalisierung: 5 essenzielle Tipps für Recruiter

15.05.2018

„Die Digitalisierung muss endlich Pop werden“ titelte der Tagesspiegel in Anlehnung an das diesjährige Motto der re:publica. Die Netzwerkkonferenz fand Anfang Mai bereits zum zwölften Mal statt. Während das im Mittelpunkt stehende Thema früher höchstens einen kleinen Teil der Bevölkerung interessierte, ist die Technologisierung heute ein Thema für die Masse: Die Digitalisierung begleitet uns (auch unbewusst) durch den Tag – morgens in der U-Bahn auf dem Smartphone, abends auf dem Sofa klicken wir uns durch die Film- und Serienauswahl von Netflix, Amazon Prime und Co. Die Digitalisierung ist allgegenwärtig in unserer Populärkultur verankert.

Nicht zuletzt hat sie einen erheblichen Einfluss auf unsere Arbeitskultur. Ob HR-Verantwortliche für die neue Zeit gewappnet sind, zeigt die Studie „Recruiting 4.0: Unternehmenserfolg durch digitale Personalgewinnung“, die kostenlos zum Download verfügbar ist. Prekär ist, dass 70 Prozent der Mittelständler den Stand der Digitalisierung im eigenen Unternehmen fortschrittlicher einschätzen als den ihrer Wettbewerber. Sehen Sie im Video die Kurzzusammenfassung der Studienergebnisse:

Ihre Checkliste: Machen Sie sich die Digitalisierung in der HR zunutze

1. Werden Sie zum Digital HR Officer

Ihr Job ist in den letzten Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. Klar ist: Eine ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeit sollte bei Personalern ebenso vorhanden sein wie Kreativität und Belastbarkeit. Zunehmend wichtig wird jedoch auch das Verständnis für IT, Marketing und Vertrieb. Denn der Personaler rückt aus seiner verwaltenden in die aktive Rolle des Digital HR Officers. Die unterschiedlichen Anforderungen des Unternehmens gilt es nämlich ebenso gekonnt zu steuern wie die der Kandidaten. Bauen Sie die eigene Kompetenz in Sachen Digitalisierung weiter aus und beteiligen Sie sich an den Digitalisierungsinitiativen des Unternehmens. Daraus lässt sich dann auch ein HR-Projekt ableiten, das in die Unternehmensstrategie hineinpasst und für hohe Sichtbarkeit der Digitalkompetenz von HR sorgt. So spielen Sie mit Ihren Initiativen und Ihrem Weitblick eine entscheidende Rolle in Ihrem Unternehmen.

2. Setzen Sie eine Kennzahlenanalyse gezielt ein

In vielen Personalabteilungen kommt eine effiziente Analyse von Kennzahlen zu kurz. Oft wird lediglich festgehalten, über welche Kanäle die meisten Bewerbungen reingekommen sind – wenn überhaupt. Stochern Sie nicht weiter im Nebel herum, denn schnelle Reaktionszeiten sind immens wichtig heutzutage. Ausgeprägte analytische Fähigkeiten sind notwendig, um eine zielgerichtete, kennzahlengestützte Personalsuche zu steuern und die richtigen Methoden zur Personalauswahl jenseits des Bauchgefühls einzusetzen. Hierfür definieren Sie die zu Ihrem Unternehmen passenden Erfolgskennzahlen und bilden diese in einem übersichtlichen Recruiting Dashboard ab. Wichtig ist hier, dass Sie möglichst in Echtzeit einen Einblick haben, denn nur so haben Sie die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern und bestimmte Maßnahmen zu erweitern oder bei Misserfolg auch abzubrechen. Erhöhen Sie durch eine smarte Kontrolle der Kennzahlen die Chance, dass Top-Kandidaten nicht an Ihnen vorbeiziehen.

3. Nutzen Sie ein modernes Applicant Tracking System (ATS)

Um alle Stufen des Recruiting-Prozesses ordentlich abbilden zu können, ist ein modernes Applicant Tracking System (ATS) unabdingbar. Dieses bildet alle wesentlichen Stufen des Personalgewinnungsprozesses ab – von der Schaltung über Bewerbungs-Eingänge bis hin zum Abschluss. Auf diese Weise ist ein vollumfängliches digitales Managen von Recruiting-Prozessen möglich. Durch eine effiziente Nutzung eines ATS schaffen Sie sich nicht nur einen guten Überblick, sondern sparen auch wertvolle Zeit, die Sie für Ihre zahlreichen anderen Aufgaben nutzen können. Aktuelle ATS können etwa anhand bestimmter Wörter etc. selbständig unpassende Bewerbungen aussortieren oder neu zuordnen.

4. Betreiben Sie Candidate Relationship Management

Als Recruiter kennen Sie diese Momente: Sie müssen eine offene Stelle besetzen. Sie erinnern sich an einen spannenden Bewerber aus der Vergangenheit, der gut passen könnte. Die Kontaktdaten haben Sie jedoch bereits gelöscht oder der Kandidat ist unter der angegebenen Nummer nicht mehr erreichbar. Dabei wäre es doch so schön gewesen, wenn Sie der Fachabteilung innerhalb kürzester Zeit einen Top-Kandidaten hätten präsentieren können. Dass das nicht so einfach ist, liegt in den meisten Fällen daran, dass die Personalabteilungen Bewerberdaten in Exceldateien festhält, die sich natürlich nicht von selbst aktualisieren und nach einer bestimmten Zeit auch gelöscht werden müssen. Auch hier hilft die Digitalisierung immens: Tools wie der XING TalentpoolManager sorgen dafür, dass Sie stets eine aktualisierte Liste potentiell zu Ihrem Unternehmen passenden Kandidaten in der Hinterhand haben.

5. Seien Sie sich bewusst, was andere über Sie schreiben

Zu guter Letzt: Halten Sie stets Ihre Augen und Ohren offen. Sie sollten grundsätzlich wissen, was Bewerber und solche, die es noch werden wollen, über Ihr Unternehmen als Arbeitgeber in Erfahrung bringen können. Und das ist eine ganze Menge. Stichwort Transparenz: Noch nie zuvor war es möglich, innerhalb so kurzer Zeit, so viel über einen Menschen oder halt auch über ein Unternehmen herauszufinden. Schauen Sie sich daher auf Arbeitgeberbewertungsportalen wie kununu um und achten Sie darauf, was über Sie geschrieben wird. Denn immer öfter sind Meinungen im Netz entscheidend, wenn es um eine Entscheidung geht.

Wir unterstützen Sie gerne, wenn Sie Unterstützung benötigen bei der Umsetzung geeigneter E-Recruiting-Lösungen in Ihrem Unternehmen. Kontaktieren Sie uns einfach.

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Autorin des Artikels
Yee Wah Tsoi
Yee Wah ist seit 2008 bei XING. Die Bielefelderin (gibt's wirklich!) war dort zuerst in der PR tätig. Seit 2017 ist sie für den Recruiting Content zuständig.