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XING Bewerbungsreport 2026: Recruiting dauert je nach Bundesland doppelt so lange – bis zu 65 Tage Unterschied

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Das Wichtigste zuerst: Der XING Bewerbungsreport 2026 (Analysezeitraum: Januar 2024 bis Januar 2026, n ≈ 2 Millionen Bewerbungen) zeigt deutliche regionale Unterschiede im Recruiting in Deutschland. Je nach Bundesland variiert die Time-to-Hire um bis zu 65 Tage, während das Bewerbungsaufkommen zwischen rund 16 und über 32 Bewerbungen pro Stelle schwankt. Besonders auffällig: Der Standort beeinflusst Recruiting-Geschwindigkeit, Kandidat·innen-Angebot und Prozessaufwand stärker als die Branche. Gleichzeitig entscheidet die Frühphase des Bewerbungsprozesses maßgeblich über den Gesamterfolg. Diese Entwicklung ist vor allem auf unterschiedliche Arbeitsmarktbedingungen, regionale Talentverfügbarkeit und variierende Wettbewerbsintensität zurückzuführen.

Regionale Unterschiede prägen den Recruiting-Erfolg in Deutschland

Unternehmen in Deutschland brauchen im Schnitt mehr als zwei Monate, um offene Stellen zu besetzen – doch ein genauer Blick zeigt: Der Standort macht einen erheblichen Unterschied. Laut aktuellem Bewerbungsreport 2026 von XING liegen zwischen den Bundesländern bis zu 65 Tage Differenz in der Besetzungsdauer. Während Berlin mit Abstand am schnellsten rekrutiert, kämpfen andere Regionen deutlich länger mit offenen Vakanzen. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt.

Große Spannweite bei der Time-to-Hire

Im bundesweiten Durchschnitt beträgt die sogenannte Time-to-Hire 72 Tage. In Berlin gelingt die Besetzung einer Stelle jedoch bereits nach rund 51 Tagen. Ebenfalls vergleichsweise schnell sind Schleswig-Holstein (54 Tage) und Sachsen (63 Tage).

Am anderen Ende der Skala stehen Sachsen-Anhalt mit über 116 Tagen sowie Mecklenburg-Vorpommern (100 Tage) und das Saarland (89 Tage). Selbst wirtschaftsstarke Bundesländer schneiden nicht automatisch besser ab: Nordrhein-Westfalen benötigt im Schnitt 84 Tage, Bayern 76 Tage.

Recruiting-Extremwerte: Schnell vs. langsam im Bundesländer-Vergleich

KategorieSchnellster WertLangsamster WertUnterschied
EinstellungBerlin: 51,3 TageSachsen-Anhalt: 116,4 Tage+65 Tage
Erste BewerbungSchleswig-Holstein: 1,6 TageSachsen-Anhalt: 7,6 Tage+6 Tage
Erstes BewerbungsgesprächBerlin: 15,7 TageSachsen-Anhalt: 32,5 Tage+17 Tage

Die Daten basieren auf der Analyse von rund zwei Millionen Bewerbungen zwischen Januar 2024 und Januar 2026 und zeigen deutlich: Recruiting-Geschwindigkeit ist stark regional geprägt.

XING Bewerbungsreoport 2026: Time to Hire nach Bundesländern

Bewerbungsvolumen variiert deutlich

Auch die Anzahl der Bewerbungen pro Stelle unterscheidet sich erheblich. Im Durchschnitt erhalten Unternehmen 27 Bewerbungen pro Ausschreibung.

Besonders hoch ist die Resonanz in:

  • Sachsen und Nordrhein-Westfalen (je ca. 32 Bewerbungen)
  • Niedersachsen (31)
  • Hessen (30)

Deutlich weniger Bewerbungen gehen dagegen ein in:

  • Rheinland-Pfalz (16)
  • Brandenburg (18)
  • Sachsen-Anhalt (20)

Diese Unterschiede wirken sich direkt auf die Recruiting-Strategie aus: Während einige Regionen eine breite Auswahl an Kandidat·innen bieten, müssen andere aktiv um Talente werben.

XING Bewerbungsreport 2026

Der große Bundesländer-Vergleich

Wie schnell Sie in Ihrem Bundesland wirklich besetzen – und wo Sie aktuell Zeit verlieren

Durchschnittliche Anzahl Bewerbungen und Vorstellungsgespräche nach Bundesland (alphabetische Reihenfolge)

BundeslandBewerbungen pro JobInterviews pro Job
Baden-Württemberg26,03,8
Bayern28,54,3
Berlin25,54,0
Brandenburg18,35,2
Bremen28,24,3
Hamburg28,44,3
Hessen29,65,1
Mecklenburg-Vorpommern26,74,6
Niedersachsen30,55,2
Nordrhein-Westfalen31,64,9
Rheinland-Pfalz15,84,4
Saarland27,65,6
Sachsen32,45,1
Sachsen-Anhalt19,64,9
Schleswig-Holstein19,83,5
Thüringen20,44,2

Erste Bewerbung kommt meist schnell – der Prozess danach stockt

Im Schnitt dauert es nur drei Tage bis zur ersten Bewerbung und 21 Tage bis zum ersten Vorstellungsgespräch. Auffällig: In Bundesländern mit schneller Besetzung – etwa Berlin oder Schleswig-Holstein – erfolgt die erste Bewerbung häufig bereits innerhalb von zwei Tagen.

Deutlich länger warten Unternehmen hingegen in Brandenburg (7 Tage) und Sachsen-Anhalt (8 Tage).

XING Bewerbungsreport 2026 Bewerbungsprozess Bundesländer

Der größte Zeitfaktor liegt jedoch im weiteren Verlauf: Nach dem ersten Interview vergehen im Durchschnitt noch einmal rund 51 Tage bis zur finalen Einstellung.

Durchschnittliche Dauer im Bewerbungsprozess nach Bundesland (alphabetische Reihenfolge)

BundeslandTime-to-First-Application (Tage)Time-to-First-Interview (Tage)Time-to-Hire (Tage)
Baden-Württemberg2,820,972,5
Bayern2,820,875,7
Berlin1,815,751,3
Brandenburg6,525,471,7
Bremen2,528,781,1
Hamburg3,922,880,1
Hessen2,821,673,9
Mecklenburg-Vorpommern2,8*16,6*100,2*
Niedersachsen2,319,273,3
Nordrhein-Westfalen4,022,884,0
Rheinland-Pfalz4,323,879,4
Saarland5,128,588,9
Sachsen1,722,163,1
Sachsen-Anhalt7,632,5116,4
Schleswig-Holstein1,618,954,1
Thüringen3,126,876,4

*eingeschränkte Aussagekraft aufgrund geringer Fallzahlen

Ineffiziente Prozesse als zentraler Engpass

„Je länger die Time-to-Hire, desto problematischer wird es für Unternehmen“, erklärt Dr. Julian Stahl, Arbeitsmarktexperte bei XING. Unbesetzte Stellen verursachen täglich Kosten.

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

„Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine unbesetzte Stelle mehrere hundert Euro am Tag kostet – bedingt durch Produktivitätsverluste, Projektverzögerungen und entgangene Umsätze.”

Als Hauptursachen gelten:

  • langwierige Abstimmungsprozesse
  • fehlende Entscheidungsstrukturen
  • ineffiziente Bewerbermanagementsysteme

Gerade jüngere Bewerber·innen erwarten schnelle und transparente Prozesse wie zum Beispiel Sofort-Bewerbungen mit wenigen Klicks. Unternehmen, die hier nicht mithalten, riskieren Absprünge im Bewerbungsprozess.

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

„Oft verhindern zu lange Abstimmungswege oder ineffiziente Prozesse ein schnelles Besetzen einer offenen Stelle. Digitale Bewerbermanagementsysteme können dabei unterstützen, Abläufe zu straffen und Entscheidungen schneller herbeizuführen.

Standort bleibt entscheidender Faktor

Neben Prozessgeschwindigkeit spielt auch die Attraktivität des Standorts eine zentrale Rolle. Laut XING Wechselwilligkeitsstudie 2026 achten 54 Prozent der Erwerbstätigen bei der Jobsuche gezielt auf den Unternehmensstandort – in Norddeutschland sogar 65 Prozent.

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

„Ein attraktives Umfeld bleibt weiterhin ein klarer Wettbewerbsvorteil. Wer hier nicht punkten kann, muss insbesondere in Engpassberufen mit überzeugenden Konditionen und zusätzlichen Angeboten gegensteuern

Unternehmen, die nicht mit ihrem Standort punkten können, müssen gezielt gegensteuern – etwa durch:

  • wettbewerbsfähige Gehälter
  • flexible Arbeitsmodelle
  • Remote-Optionen
  • langfristige Jobsicherheit

Was Recruiting-Abteilungen jetzt konkret tun können

Eine bundesweit einheitliche One-size-fits-all-Strategie funktioniert nicht mehr. Die Daten sprechen eine klare Sprache: Wer in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern rekrutiert, braucht eine andere Herangehensweise als ein Unternehmen in Berlin oder Schleswig-Holstein. Konkret heißt das:

  • Prozesse straffen: Der größte Hebel liegt nach dem ersten Gespräch. Digitale Bewerbermanagementsysteme (ATS) und Sofort-Bewerbungen verkürzen Abstimmungswege und beschleunigen Entscheidungen – in jedem Bundesland.
  • Active Sourcing in bewerbungsschwachen Regionen: Wer in Brandenburg, Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt rekrutiert, kann eventuell nicht auf eingehende Bewerbungen warten. Talentpools und proaktive Kandidat·innen-Ansprache sind Pflicht.
  • Employer Branding regional differenzieren: In Norddeutschland zählt der Standort besonders. In wirtschaftsstarken Ballungsräumen konkurriert man mit deutlich mehr Arbeitgebern. Das bedeutet: Die Employer Value Proposition – also das Nutzenversprechen des Arbeitgebers an seine Mitarbeitenden – muss schärfer sein.
  • Schnell reagieren zahlt sich aus: In Regionen mit kurzer Time-to-First-Application bewerben sich Kandidat·innen oft parallel bei mehreren Unternehmen. Wer zu lange wartet, verliert gute Profile an die Konkurrenz.
  • Konditionen als Kompensation: Attraktivitätsdefizite beim Standort lassen sich durch Gehalt, Flexibilität und Entwicklungsperspektiven ausgleichen – besonders in Engpassberufen.

Fazit: Regional denken, schneller besetzen

Der XING Bewerbungsreport 2026 liefert eine klare Botschaft: Eine einheitliche Recruiting-Strategie für ganz Deutschland funktioniert nicht. Die Ausgangsbedingungen – Bewerbungsvolumen, Reaktionsgeschwindigkeit der Kandidaten, Wettbewerbsdichte – variieren zu stark. Unternehmen, die das ignorieren, werden weiter 100 Tage und länger auf Neueinstellungen warten.

Die gute Nachricht: Wer seine Prozesse digitalisiert, Active Sourcing als Standard etabliert und den Standort ehrlich in der Employer-Branding-Strategie verankert, hat auch in herausfordernden Regionen realistische Chancen, schneller zu besetzen als der Wettbewerb.

Die Datenbasis: Was der XING Bewerbungsreport misst

Für den XING Bewerbungsreport 2026 wurden knapp zwei Millionen Bewerbungsvorgänge in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewertet – Zeitraum Januar 2024 bis Januar 2026. Die Kernkennzahlen: Time-to-First-Application (Tage bis zur ersten Bewerbung nach Veröffentlichung der Stelle), Time-to-First-Interview (Tage bis zum ersten Gespräch) und Time-to-Hire (Tage bis zur tatsächlichen Einstellung).

FAQ zum XING Bewerbungsreport 2026

Was ist der XING Bewerbungsreport 2026 und wie wurde er erstellt?

Der XING Bewerbungsreport 2026 ist eine Datenanalyse von rund zwei Millionen Bewerbungsvorgängen, die zwischen Januar 2024 und Januar 2026 auf der Plattform eingegangen sind. Die Auswertung umfasst Deutschland, Österreich und die Schweiz und erfasst zentrale Recruiting-Kennzahlen: wie schnell nach einer Stellenausschreibung die erste Bewerbung eingeht, wann das erste Vorstellungsgespräch stattfindet und wie lange es bis zur finalen Einstellung dauert. Der Report ist damit eine der umfangreichsten datengestützten Analysen des deutschsprachigen Arbeitsmarktes und erscheint jährlich.

Was bedeutet Time-to-Hire und wie wird diese Kennzahl gemessen

Die Time-to-Hire misst die Zeitspanne von der Veröffentlichung einer Stellenausschreibung bis zur tatsächlichen Einstellung einer Person. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen im Recruiting, weil sie direkt mit den Kosten einer offenen Stelle korreliert: Jeder Tag, an dem eine Stelle unbesetzt bleibt, verursacht laut XING Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl Kosten von mehreren hundert Euro – durch Produktivitätsverluste, Projektverzögerungen und entgangene Umsätze. Der Report unterscheidet dabei drei Teilphasen:

Time-to-First-Application: Ø 3 Tage
Time-to-First-Interview: Ø 21 Tage
Time-to-Hire gesamt: Ø 72 Tage

Wie viele Bewerbungen und Vorstellungsgespräche braucht eine Einstellung im Durchschnitt?

Im bundesweiten Durchschnitt sind laut XING Bewerbungsreport 2026 rund 27 eingegangene Bewerbungen und vier Vorstellungsgespräche nötig, um eine Stelle erfolgreich zu besetzen. Diese Werte variieren je nach Region und Branche teils erheblich. In Regionen mit niedrigem Bewerbungsvolumen – wie Rheinland-Pfalz (16 Bewerbungen) oder Brandenburg (18) – gestaltet sich die Auswahl deutlich schwieriger als in Sachsen oder Nordrhein-Westfalen, wo je 32 Bewerbungen pro Stelle eingehen.

Welches Bundesland hat die kürzeste Time-to-Hire in Deutschland?

Berlin ist laut XING Bewerbungsreport 2026 das Bundesland mit der kürzesten Time-to-Hire: Stellen werden dort im Durchschnitt nach nur 51 Tagen besetzt – rund drei Wochen schneller als der Bundesdurchschnitt von 72 Tagen. Ebenfalls überdurchschnittlich schnell sind Schleswig-Holstein (54 Tage) und Sachsen (63 Tage). Ein wesentlicher Faktor: In diesen Bundesländern geht die erste Bewerbung bereits nach weniger als zwei Tagen ein, was den Gesamtprozess beschleunigt.

Berlin: 51 Tage
Schleswig-Holstein: 54 Tage
Sachsen: 63 Tage

Welches Bundesland hat die längste Time-to-Hire – und warum?

Sachsen-Anhalt hat mit 116 Tagen die längste Time-to-Hire aller Bundesländer – mehr als doppelt so lang wie Berlin. Auch Mecklenburg-Vorpommern (100 Tage) und das Saarland (89 Tage) liegen deutlich über dem Bundesschnitt. Als Ursachen gelten ein geringes Bewerbungsaufkommen (Sachsen-Anhalt: nur 20 Bewerbungen pro Stelle), eine längere Reaktionszeit von Jobsuchenden (bis zu 8 Tage bis zur ersten Bewerbung) sowie strukturelle Nachteile beim Standort-Attraktivitätsfaktor. In der XING Wechselwilligkeitsstudie 2026 geben 54 Prozent der Jobsuchenden an, dass ein attraktiver Standort bei der Arbeitgeberwahl wichtig ist – ein Faktor, der strukturschwächeren Regionen strukturell schadet.

Sachsen-Anhalt: 116 Tage
Mecklenburg-Vorpommern: 100 Tage
Saarland: 89 Tage

Wie viele Interviews führen Unternehmen im Schnitt?

Die meisten Bundesländer liegen bei 4–5 Interviews pro Einstellung. Ausreißer nach oben verlängern oft unnötig die Besetzungszeit.

Warum entscheidet der Standort stärker als die Branche?

Arbeitsmarkt, Talentverfügbarkeit und Wettbewerb variieren regional stärker als Branchenunterschiede. Deshalb funktionieren Standardstrategien selten.

Wie kann man die Time-to-Hire konkret verkürzen?

Frühphase beschleunigen
Interviews reduzieren
Active Sourcing nutzen
Prozesse digitalisieren

Zuletzt aktualisiert: 11.05.2026

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