Ja, ein zweiter CTA für Rückfragen kann die Bewerbungsrate erhöhen, allerdings nur, wenn er gezielt eingesetzt wird. Er spricht Talente an, die grundsätzlich interessiert sind, aber noch offene Fragen haben und ohne eine niedrigschwellige Kontaktmöglichkeit einfach weiterklicken. Die folgenden Abschnitte zeigen, wann ein Rückfragen-CTA wirklich hilft, welche Varianten funktionieren und wie Sie ihn richtig platzieren.
Wie beeinflusst ein zweiter CTA das Verhalten von Bewerbenden?
Ein zweiter CTA in einer Stellenanzeige senkt die Hemmschwelle für Talente, die noch unentschlossen sind. Wer eine offene Frage hat und keine einfache Möglichkeit findet, diese zu stellen, bewirbt sich häufig gar nicht. Ein Rückfragen-CTA gibt genau dieser Gruppe einen Ausweg: Interesse signalisieren, ohne sich sofort festzulegen.
Das Verhalten lässt sich in zwei Gruppen aufteilen. Die erste Gruppe ist bereit zur Bewerbung und nutzt den primären CTA direkt. Die zweite Gruppe ist zwar interessiert, hat aber noch Unsicherheiten, zum Beispiel zur genauen Aufgabe, zum Team oder zu flexiblen Arbeitsmodellen. Genau hier greift der zweite CTA.
Wichtig: Ein Rückfragen-CTA ersetzt nicht den Bewerbungs-Button. Er ergänzt ihn. Ziel ist es, mehr Talente in den Prozess zu holen, auch solche, die sonst still abspringen würden. Wer die Bewerbungsrate optimieren möchte, sollte beide CTAs als Team denken, nicht als Konkurrenten.
Welche Arten von Rückfragen-CTAs funktionieren in Stellenanzeigen?
Die wirksamsten Rückfragen-CTAs in Stellenanzeigen sind konkret, personenbezogen und niedrigschwellig. Sie benennen eine echte Ansprechperson, bieten einen klaren Kanal an und machen deutlich, dass eine Frage willkommen ist, ohne dass daraus direkt eine Bewerbung entsteht.
In der Praxis haben sich folgende Varianten bewährt:
- Direkter Kontakt per E-Mail oder Telefon: „Fragen zur Stelle? Schreiben Sie direkt an [Name].“ Einfach, klar, persönlich.
- Kurzes Kennenlerngespräch: „Erst mal kurz sprechen? Buchen Sie 15 Minuten mit unserer Recruiting-Verantwortlichen.“ Besonders wirksam bei erklärungsbedürftigen Positionen.
- Chat oder Messaging-Funktion: Wer schnelle Antworten bietet, signalisiert auch im Bewerbungsprozess Verlässlichkeit.
- Formular für Rückfragen: Geringerer Aufwand als eine E-Mail, aber strukturierter als ein Anruf.
Was alle funktionierenden Varianten gemeinsam haben: Sie nennen eine echte Person, keinen generischen Postfach-Alias. „Sprechen Sie mit Jana M., Recruiting“ wirkt deutlich persönlicher als „Kontakt: recruiting@firma.de“. Und Persönlichkeit schafft Vertrauen, genau das, was unentschlossene Talente brauchen.
Wann schadet ein zweiter CTA mehr als er nützt?
Ein zweiter CTA schadet, wenn er die Aufmerksamkeit vom Bewerbungs-Button abzieht oder wenn auf eingehende Rückfragen keine zeitnahe Antwort folgt. Ein Rückfragen-CTA, der ins Leere läuft, hinterlässt einen schlechteren Eindruck als gar keiner.
Konkret sollten Sie auf einen zweiten CTA verzichten oder ihn überdenken, wenn:
- Das Recruiting-Team keine Kapazität hat, Rückfragen innerhalb von ein bis zwei Werktagen zu beantworten.
- Die Stellenanzeige ohnehin schon sehr lang ist und ein weiterer CTA für Unübersichtlichkeit sorgt.
- Der Rückfragen-CTA zu prominent platziert ist und den Bewerbungs-Button optisch verdrängt.
- Die Position so klar beschrieben ist, dass es kaum offene Fragen geben kann, dann wirkt der zweite CTA künstlich.
Ein häufiger Fehler: Der Call-to-Action für Rückfragen wird eingefügt, aber intern ist nicht geregelt, wer antwortet und wie schnell. Wer sich bewirbt, ist in der Regel aktiv auf Jobsuche und verfolgt mehrere Optionen gleichzeitig. Langsame oder ausbleibende Antworten kosten Talente, und das gilt für Rückfragen genauso wie für Bewerbungsbestätigungen.
Wie platziert man einen Rückfragen-CTA optimal in der Stellenanzeige?
Der optimale Platz für einen Rückfragen-CTA ist am Ende der Stellenanzeige, direkt unterhalb oder neben dem primären Bewerbungs-Button. So bleibt die Hierarchie klar: Zuerst der Hauptaufruf zur Bewerbung, dann die Alternative für alle mit offenen Fragen.
Ein paar Grundregeln für die Platzierung:
- Visuelle Hierarchie beachten: Der Bewerbungs-Button sollte optisch dominieren. Der Rückfragen-CTA darf nicht gleich groß oder gleich auffällig sein.
- Kurze Einleitung voranstellen: Ein Satz wie „Noch unsicher? Stellen Sie Ihre Frage direkt.“ gibt dem zweiten CTA einen klaren Kontext.
- Ansprechperson sichtbar machen: Name, Funktion und idealerweise ein Foto schaffen Vertrauen und machen den Kontakt greifbar.
- Nicht mehrfach wiederholen: Ein einziger, gut platzierter Rückfragen-CTA reicht. Mehrere Wiederholungen im Text wirken aufdringlich.
Wer seine Stellenanzeigen auf XING schaltet, kann Anzeigentexte KI-gestützt erstellen und anpassen. Das gibt Ihnen mehr Zeit, sich auf die Details zu konzentrieren, wie eben die richtige Formulierung des zweiten CTAs.
Welche Kennzahlen zeigen, ob der zweite CTA wirkt?
Ob ein Rückfragen-CTA die Bewerbungsrate erhöht, lässt sich an drei Kennzahlen ablesen: der Anzahl eingegangener Rückfragen, dem Anteil der Rückfragenden, die anschließend eine Bewerbung einreichen, und der Gesamtentwicklung der Bewerbungszahl nach Einführung des zweiten CTAs.
Konkret empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Rückfragen dokumentieren: Wie viele Anfragen gehen pro Anzeige ein? Das ist die Basis-Kennzahl für die Nutzung des CTAs.
- Conversion tracken: Wie viele dieser Personen bewerben sich im Anschluss? Eine hohe Conversion zeigt, dass der CTA die richtige Zielgruppe erreicht.
- Bewerbungszahlen vergleichen: Stellen Sie Anzeigen mit und ohne zweiten CTA gegenüber, idealerweise für ähnliche Positionen im gleichen Zeitraum.
- Qualität der Bewerbungen prüfen: Mehr Bewerbungen nützen wenig, wenn die Passgenauigkeit sinkt. Achten Sie darauf, ob die Qualität stabil bleibt.
Im Bewerbungsmanager von XING lassen sich Bewerbungszahlen und Kandidaten-Empfehlungen direkt einsehen. Das erleichtert die Erfolgskontrolle erheblich und zeigt schnell, ob eine Anzeige die gewünschte Wirkung erzielt. Wer zusätzlich wissen möchte, wie viele Talente die Anzeige besucht haben, ohne sich zu bewerben, findet auch diese Daten im XING JobsManager.
Kurz gesagt: Ein zweiter CTA ist kein Selbstläufer. Aber wer ihn gezielt einsetzt, intern klar regelt und konsequent auswertet, kann damit echte Lücken im Bewerbungsprozess schließen und qualifizierte Talente gewinnen, die sonst still weitergezogen wären.