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StepStone, Indeed oder Glassdoor: Welches Portal zeigt mehr Gehälter an?

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Glassdoor zeigt im direkten Vergleich die meisten nutzergenerierten Gehaltsangaben, während StepStone mit strukturierten Gehalts-Reports punktet und Indeed eine wachsende Zahl an Gehaltsangaben direkt in Stellenanzeigen integriert. Welches Portal für Sie am nützlichsten ist, hängt davon ab, ob Sie Marktdaten recherchieren oder konkrete Stellenanzeigen vergleichen möchten. Die folgenden Fragen klären, was hinter den Zahlen steckt und wie Sie die Daten strategisch nutzen.

Wie genau sind die Gehaltsdaten auf Jobportalen wirklich?

Gehaltsdaten auf Jobportalen sind als Orientierungswerte zu verstehen, nicht als exakte Marktpreise. Die Qualität hängt stark von der Datenbasis ab: Wie viele Personen haben ihre Angaben geteilt, aus welchen Branchen stammen sie, und wie aktuell sind die Einträge? Portale wie Glassdoor oder kununu basieren auf freiwilligen Nutzerangaben, die verzerrt sein können.

Konkret bedeutet das: Wer sich auf einer Plattform besonders unzufrieden fühlt, neigt eher dazu, sein Gehalt einzutragen. Wer gut verdient und zufrieden ist, tut das seltener. Das kann den Durchschnitt nach unten ziehen. Außerdem fehlen oft regionale Differenzierungen oder Angaben zum genauen Erfahrungslevel.

Strukturierte Gehalts-Reports wie jene von StepStone basieren dagegen auf größeren, methodisch erhobenen Datensätzen. Sie sind in der Regel belastbarer, aber auch weniger aktuell. Als Faustformel gilt: Je größer und diverser die Datenbasis, desto zuverlässiger der Gehaltsvergleich.

Welches Portal zeigt die meisten Gehaltsangaben in Stellenanzeigen?

Indeed zeigt im deutschsprachigen Raum die meisten Gehaltsangaben direkt in Stellenanzeigen, da das Portal Arbeitgeber aktiv dazu ermutigt und Anzeigen mit Gehaltsinfos bevorzugt ausspielt. StepStone und Glassdoor bieten Gehaltstransparenz eher über separate Gehaltsdatenbanken oder Reports als direkt in der Anzeige.

Das hat praktische Konsequenzen für Jobsuchende und Recruiter·innen:

  • Indeed Gehalt: Viele Anzeigen enthalten direkte Gehaltsangaben, teils vom Arbeitgeber, teils von Indeed geschätzt und entsprechend gekennzeichnet.
  • StepStone Gehalt: Gehaltsinfos erscheinen seltener in der Anzeige selbst, dafür bietet StepStone detaillierte Gehalts-Reports nach Branche und Berufsfeld.
  • Glassdoor Gehalt: Gehaltsangaben stammen überwiegend aus Nutzer-Reviews und sind in einer separaten Datenbank abrufbar, nicht zwingend in der Stellenanzeige.

Für Unternehmen, die ihre Jobportal-Gehälter transparent kommunizieren wollen, ist Indeed aktuell die Plattform mit der größten Reichweite für direkte Gehaltsangaben in der Anzeige.

Was ist der Unterschied zwischen Gehalts-Report und Nutzer-Reviews?

Gehalts-Reports basieren auf methodisch erhobenen oder aggregierten Daten und bilden Markttrends ab. Nutzer-Reviews sind individuelle, freiwillige Angaben einzelner Personen. Beide Formate liefern nützliche Informationen, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.

Gehalts-Reports: Marktüberblick mit Methode

StepStone veröffentlicht regelmäßig Gehalts-Reports, die auf Tausenden von Datenpunkten beruhen. Sie zeigen, was bestimmte Berufsgruppen in einer Region im Durchschnitt verdienen, aufgeschlüsselt nach Branche, Erfahrung und Unternehmensgröße. Das ist wertvoll für strategische Gehaltsplanung und Benchmarking.

Nutzer-Reviews: Einblick aus erster Hand

Glassdoor und kununu leben von Nutzer-Reviews. Hier tragen Mitarbeitende anonym ein, was sie verdienen und wie sie ihren Arbeitgeber bewerten. Diese Daten sind persönlicher und aktueller, aber auch anfälliger für Verzerrungen. Sie eignen sich gut, um ein erstes Gefühl für ein konkretes Unternehmen zu bekommen, weniger für belastbare Marktvergleiche.

Für Recruiting-Entscheidungen empfiehlt sich eine Kombination aus beiden Quellen: Reports für die Marktperspektive, Reviews für den Blick auf einzelne Arbeitgeber.

Wie nutzen Recruiter Gehaltsdaten aus diesen Portalen strategisch?

Erfahrene Recruiter·innen nutzen Gehaltsdaten aus Portalen als Benchmark, um wettbewerbsfähige Angebote zu gestalten und Talente gezielter anzusprechen. Wer weiß, was der Markt zahlt, kann realistische Gehaltsrahmen setzen und Gespräche mit Kandidat·innen auf Augenhöhe führen.

Konkret sieht das so aus:

  • Marktanalyse vor der Ausschreibung: Gehalts-Reports von StepStone oder Gehaltsangaben auf Indeed helfen, den richtigen Rahmen für eine neue Stelle zu definieren.
  • Gehaltsverhandlung vorbereiten: Wer die Marktdaten kennt, kann Gegenangebote besser einschätzen und souveräner verhandeln.
  • Employer Branding schärfen: Wenn das eigene Gehaltsniveau über dem Marktdurchschnitt liegt, ist das ein Argument, das in Stellenanzeigen und der Kandidatenansprache sichtbar gemacht werden sollte.

Gerade beim Active Sourcing, also der direkten Ansprache passiver Talente, sind Gehaltsdaten ein wichtiges Instrument. Wer ein attraktives Angebot formulieren will, braucht ein realistisches Bild vom Markt. Mit einem Bewerbungsmanager lassen sich Stellenanzeigen und Kandidatenansprache außerdem zentral steuern und auswerten.

Wann sollten Unternehmen Gehälter in Stellenanzeigen angeben?

Unternehmen sollten Gehälter in Stellenanzeigen immer dann angeben, wenn sie im Wettbewerb um Talente punkten wollen und das Gehaltsniveau marktgerecht oder überdurchschnittlich ist. Gehaltstransparenz erhöht nachweislich die Bewerbungsrate und filtert gleichzeitig unpassende Bewerbungen heraus.

Es gibt klare Situationen, in denen Gehaltsangaben besonders sinnvoll sind:

  • Der Arbeitsmarkt für die gesuchte Rolle ist umkämpft und Talente vergleichen aktiv mehrere Angebote.
  • Das Unternehmen zahlt über dem Branchendurchschnitt und möchte das als Argument einsetzen.
  • Die Zielgruppe ist erfahren und erwartet Transparenz als Zeichen von Respekt und Professionalität.
  • Die Stelle richtet sich an Personen, die aus dem Ausland oder einer anderen Branche wechseln und Orientierung brauchen.

Wann eher nicht? Wenn das Gehalt intern stark variiert und von vielen Faktoren abhängt, kann ein zu enger Rahmen qualifizierte Talente abschrecken. In solchen Fällen hilft ein transparenter Hinweis auf Verhandlungsbereitschaft mehr als eine konkrete Zahl.

Gehaltstransparenz ist kein Risiko, sondern ein Signal. Wer offen kommuniziert, was eine Stelle wert ist, wirkt glaubwürdig und zieht die richtigen Talente an.