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Was darf ich laut Entgelttransparenzgesetz offenlegen?

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Das Entgelttransparenzgesetz sorgt seit 2017 für mehr Durchblick bei der Bezahlung – und bringt für Arbeitgeber wichtige Rechte und Pflichten mit sich. Besonders kleine Unternehmen stehen oft vor der Frage: Was darf ich eigentlich über Gehälter preisgeben, ohne rechtliche Probleme zu bekommen?

Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen können Sie Gehaltstransparenz als Chance nutzen. Denn transparente Gehaltsangaben in Stellenanzeigen ziehen oft die passenden Talente an und sparen Zeit im Bewerbungsprozess.

Was ist das Entgelttransparenzgesetz und wen betrifft es?

Das Entgelttransparenzgesetz ist ein deutsches Gesetz aus dem Jahr 2017, das die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen fördern soll. Es gilt für alle Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten und gibt Arbeitnehmern das Recht, Auskunft über die Gehälter vergleichbarer Kollegen zu verlangen.

Konkret betrifft das Gesetz drei Hauptbereiche: den individuellen Auskunftsanspruch, Berichtspflichten für große Unternehmen und Prüfverfahren zur Entgeltgleichheit. Kleinere Unternehmen mit weniger als 200 Mitarbeitern sind von den meisten Pflichten ausgenommen – können das Gesetz aber als Orientierung für eine faire Bezahlung nutzen.

Der Auskunftsanspruch funktioniert so: Beschäftigte können erfragen, wie viel Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen. Allerdings nur, wenn mindestens sechs Personen des anderen Geschlechts in ähnlichen Rollen arbeiten. Diese Regelung schützt die Privatsphäre einzelner Mitarbeiter.

Welche Gehaltsangaben darf ich als Arbeitgeber offenlegen?

Als Arbeitgeber dürfen Sie grundsätzlich Gehaltsspannen und allgemeine Vergütungsinformationen in Stellenanzeigen angeben. Konkrete Einzelgehälter von Mitarbeitern dürfen Sie jedoch nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung preisgeben – das schützt deren Persönlichkeitsrechte.

In Stellenanzeigen sind folgende Angaben rechtlich unbedenklich: Gehaltsspannen wie „45.000 bis 55.000 Euro“, Angaben zu Zusatzleistungen wie Firmenwagen oder Betriebsrente sowie allgemeine Hinweise auf übertarifliche Bezahlung. Auch Formulierungen wie „attraktives Gehalt je nach Qualifikation“ sind erlaubt.

Bei Auskunftsersuchen nach dem Entgelttransparenzgesetz müssen Sie statistisch aufbereitete Daten liefern – nie Einzelgehälter. Sie nennen beispielsweise den Median oder den Durchschnitt der Gehälter vergleichbarer Positionen. Wichtig: Die Angaben müssen anonymisiert sein und dürfen keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen.

Besonders praktisch für die Personalgewinnung: Transparente Gehaltsangaben in Stellenanzeigen führen oft zu passenderen Bewerbungen und können den Recruiting-Prozess beschleunigen.

Was passiert bei Verstößen gegen das Entgelttransparenzgesetz?

Verstöße gegen das Entgelttransparenzgesetz können zu Schadensersatzforderungen, Bußgeldern und arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Besonders problematisch wird es, wenn Sie Auskunftsersuchen grundlos verweigern oder unvollständige Informationen bereitstellen.

Die möglichen Konsequenzen im Überblick: Arbeitnehmer können Schadensersatz fordern, wenn sie wegen ungleicher Bezahlung benachteiligt wurden. Bei wiederholten oder systematischen Verstößen drohen Bußgelder. Zudem können sich arbeitsrechtliche Konflikte entwickeln, die Zeit und Geld kosten.

Häufige Verstöße sind: die vollständige Verweigerung von Auskünften ohne rechtliche Grundlage, die Weitergabe von Einzelgehältern ohne Zustimmung der Betroffenen oder die bewusste Verschleierung von Lohnunterschieden zwischen den Geschlechtern.

Für kleine Unternehmen mit weniger als 200 Mitarbeitern besteht zwar keine direkte Berichtspflicht, doch auch sie sollten auf eine faire Bezahlung achten. Denn das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt weiterhin für alle Betriebsgrößen.

Wie kann ich Gehaltstransparenz rechtssicher umsetzen?

Rechtssichere Gehaltstransparenz erreichen Sie durch klare interne Strukturen, transparente Vergütungssysteme und die Beachtung datenschutzrechtlicher Vorgaben. Entwickeln Sie einheitliche Kriterien für die Bezahlung und dokumentieren Sie diese nachvollziehbar.

Praktische Schritte für mehr Transparenz: Erstellen Sie eine interne Gehaltsstruktur mit klaren Kriterien wie Erfahrung, Qualifikation und Verantwortungsbereich. Schulen Sie Ihre Führungskräfte im Umgang mit Gehaltsverhandlungen. Und prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Bezahlung geschlechtergerecht ist.

In Stellenanzeigen können Sie mit Gehaltsspannen arbeiten und dabei ehrlich kommunizieren. Formulierungen wie „Das Gehalt liegt je nach Erfahrung zwischen X und Y Euro“ schaffen Klarheit für Bewerber und rechtliche Sicherheit für Sie.

Ein wichtiger Tipp: Nutzen Sie moderne Recruiting-Tools, die Gehaltstransparenz unterstützen. Die XING Stellenanzeigen bieten beispielsweise die Möglichkeit, Gehaltsangaben optional und rechtssicher zu integrieren. So sprechen Sie die richtigen Talente an und vermeiden unpassende Bewerbungen von vornherein.

Denken Sie daran: Gehaltstransparenz ist kein Hindernis, sondern kann Ihr Recruiting effizienter machen. Klare Angaben sparen Zeit in Gesprächen und ziehen Kandidaten an, die wirklich zu Ihrem Budget passen.