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Welche KPIs sollte man für die Karriereseite regelmäßig tracken?

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Stell dir vor, Sie investieren Zeit und Geld in eine ansprechende Karriereseite – und wissen trotzdem nicht, ob sie wirklich funktioniert. Genau das passiert vielen kleinen Unternehmen. Die Karriereseite ist online, sieht gut aus, und dann? Ohne die richtigen Kennzahlen im Blick bleibt Recruiting-Erfolg reine Glückssache. Wer die KPIs seiner Karriereseite regelmäßig trackt, trifft bessere Entscheidungen – und spart dabei Zeit und Budget.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Karriereseite-Kennzahlen wirklich wichtig sind, wie Sie sie richtig lesen und was Sie daraus ableiten können. Schritt für Schritt, ohne Datenchaos.

Die wichtigsten KPIs für die Karriereseite im Überblick

Nicht jede Zahl, die ein Analyse-Tool ausspuckt, ist auch nützlich. Für eine Karriereseite gibt es eine überschaubare Gruppe von Kennzahlen, die wirklich etwas über die Qualität Ihres Recruiting-Auftritts aussagen. Diese lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Traffic-Kennzahlen: Wie viele Menschen besuchen die Seite, und woher kommen sie?
  • Engagement-Kennzahlen: Was tun Besucher·innen auf der Seite?
  • Conversion-Kennzahlen: Wie viele schicken am Ende wirklich eine Bewerbung ab?

Für KMU gilt: Lieber wenige Kennzahlen konsequent verfolgen als viele Zahlen nur sporadisch anschauen. Ein klares Dashboard mit fünf bis sieben relevanten Metriken reicht völlig aus, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Traffic-Kennzahlen: Woher kommen die Besucher?

Bevor Sie wissen, ob Ihre Karriereseite gut funktioniert, müssen Sie wissen, wer sie überhaupt aufruft. Traffic-Kennzahlen geben Ihnen genau diese Orientierung.

Die wichtigsten Metriken hier sind:

  • Gesamtzahl der Seitenaufrufe: Wie oft wird die Karriereseite pro Monat aufgerufen?
  • Eindeutige Besucher·innen: Wie viele verschiedene Personen waren auf der Seite?
  • Traffic-Quellen: Kommen Besucher·innen über Google, Social Media, Jobportale oder direkt?
  • Mobile vs. Desktop: Auf welchem Gerät wird die Seite hauptsächlich aufgerufen?

Besonders der Blick auf die Traffic-Quellen lohnt sich. Wenn kaum jemand über Google auf Ihre Karriereseite kommt, lohnt es sich, an der Suchmaschinenoptimierung zu arbeiten. Wenn Social Media kaum Traffic bringt, stellt sich die Frage, ob Sie Ihre offenen Stellen dort überhaupt aktiv bewerben. Jede Quelle erzählt eine eigene Geschichte.

Engagement-KPIs: Wie verhalten sich Besucher auf der Seite?

Traffic allein sagt noch nichts darüber aus, ob Ihre Karriereseite überzeugend ist. Engagement-Kennzahlen zeigen, was Besucher·innen tun, sobald sie auf der Seite sind.

Folgende Werte sind besonders aufschlussreich:

  • Verweildauer: Wie lange bleiben Besucher·innen auf der Seite? Eine kurze Verweildauer kann auf fehlende Relevanz oder schlechte Lesbarkeit hinweisen.
  • Absprungrate: Wie viele verlassen die Seite sofort wieder, ohne zu klicken? Eine hohe Absprungrate ist ein Warnsignal.
  • Seitenaufrufe pro Sitzung: Schauen Besucher·innen nur eine Stelle an oder klicken sie sich durch mehrere Angebote?
  • Scrolltiefe: Wie weit scrollen Besucher·innen auf einer Seite nach unten?

Wenn zum Beispiel die Scrolltiefe zeigt, dass die meisten Besucher·innen nur den oberen Teil einer Stellenanzeige lesen, lohnt es sich, die wichtigsten Informationen weiter nach oben zu ziehen. Engagement-Daten machen solche Optimierungsfelder sichtbar, die man sonst nie entdecken würde.

Conversion-Rate und Bewerbungsrate richtig interpretieren

Die Conversion-Rate ist eine der aussagekräftigsten Recruiting-KPIs überhaupt. Sie zeigt, wie viele Besucher·innen auf Ihrer Karriereseite tatsächlich eine Bewerbung abschicken.

Die Formel ist simpel: Anzahl der Bewerbungen geteilt durch Anzahl der Besucher·innen, multipliziert mit 100. Was als guter Wert gilt, hängt von der Stelle und der Zielgruppe ab. Wichtig ist vor allem der Vergleich über die Zeit: Steigt die Rate nach einer Optimierung? Oder sinkt sie trotz mehr Traffic?

Noch feiner wird die Analyse, wenn Sie zwischen verschiedenen Stellen unterscheiden. Manche Positionen ziehen viel Traffic, aber wenige Bewerbungen. Das kann bedeuten:

  • Die Stellenbeschreibung ist unklar oder wenig ansprechend.
  • Der Bewerbungsprozess ist zu aufwendig.
  • Die Stelle passt nicht zu den Erwartungen der Besucher·innen.

Die Bewerbungsabbruchrate ist hier ein ergänzender Wert: Wenn viele Interessierte den Bewerbungsprozess beginnen, aber nicht abschließen, liegt das Problem oft im Formular selbst. Zu viele Pflichtfelder, kein mobiler Zugang oder ein technischer Fehler können echte Bewerbungen kosten.

KPIs regelmäßig tracken: Tools und Messrhythmus für KMU

Gute Daten brauchen kein teures Tool. Für die meisten kleinen Unternehmen reicht ein kostenloser Einstieg völlig aus.

Google Analytics 4 ist die naheliegende Wahl für Traffic- und Engagement-Daten. Es ist kostenlos, gut dokumentiert und lässt sich mit wenigen Klicks auf der Karriereseite einrichten. Wer tiefer in das Nutzerverhalten einsteigen möchte, kann ergänzend Tools wie Hotjar nutzen, die Scrolltiefe und Klickverhalten visualisieren.

Für den Messrhythmus empfiehlt sich folgende Struktur:

  • Monatlich: Traffic-Quellen, Seitenaufrufe, Bewerbungsrate
  • Quartalsweise: Verweildauer, Absprungrate, Conversion-Rate je Stelle
  • Anlassbezogen: Nach jeder größeren Änderung an der Karriereseite oder einer neuen Kampagne

Wichtig ist, die Daten nicht nur zu sammeln, sondern auch zu interpretieren. Ein kurzer monatlicher Check von 30 Minuten reicht oft aus, um Trends zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren.

Aus Daten Maßnahmen ableiten: Karriereseite gezielt verbessern

Zahlen sind nur so nützlich wie die Maßnahmen, die man daraus ableitet. Wer seine Karriereseite optimieren will, braucht keine Komplettüberholung, sondern gezielte Eingriffe an den richtigen Stellen.

Hier sind typische Datenmuster und was sie bedeuten:

  • Viel Traffic, wenig Bewerbungen: Stellenbeschreibungen überarbeiten, Bewerbungsformular vereinfachen.
  • Hohe Absprungrate: Ladezeit prüfen, Einstieg der Seite attraktiver gestalten, Mobile-Optimierung sicherstellen.
  • Kaum organischer Traffic: Stellentitel und Beschreibungen mit relevanten Suchbegriffen anpassen.
  • Wenig Traffic aus Social Media: Offene Stellen aktiver auf LinkedIn, XING oder Instagram teilen.

Wer zusätzlich die Reichweite seiner Stellenanzeigen erhöhen möchte, kann auf XING Stellenanzeigen setzen. Dort erreichen Unternehmen über 21 Millionen Mitglieder, und die Anzeigen werden automatisch auch auf Google for Jobs ausgespielt. Das ergänzt die eigene Karriereseite sinnvoll, ohne großen Mehraufwand.

Das Wichtigste zum Schluss: KMU Recruiting wird besser, wenn man aufhört zu raten und anfängt zu messen. Keine Karriereseite ist von Anfang an perfekt. Aber wer regelmäßig hinschaut, lernt schnell, was funktioniert und was nicht. Und genau das ist der Unterschied zwischen einer Karriereseite, die Talente anzieht, und einer, die einfach nur online ist.