Home ratgeber Wie gestaltet man die Karriereseite für...

Wie gestaltet man die Karriereseite für Bewerber aus verschiedenen Kulturkreisen inklusiv?

Jetzt teilen!

Stellen Sie sich vor, eine qualifizierte Fachkraft aus dem Ausland besucht Ihre Karriereseite und fühlt sich sofort angesprochen, wertgeschätzt und willkommen. Genau das ist das Ziel einer inklusiven Karriereseite. Für kleine Unternehmen und KMU ist das kein Luxus, sondern eine echte Chance: Wer Bewerber aus verschiedenen Kulturkreisen gezielt anspricht, vergrößert seinen Talent-Pool erheblich und verschafft sich im Wettbewerb um Fachkräfte einen spürbaren Vorteil. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie das konkret gelingt.

Inklusion auf der Karriereseite bedeutet mehr als ein buntes Bild in der Bildergalerie. Es geht darum, Sprache, Design und Inhalte so zu gestalten, dass sich Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen wirklich angesprochen fühlen. Das stärkt Ihr Employer Branding und sendet ein klares Signal: Hier ist jede·r willkommen.

Kulturelle Barrieren auf Karriereseiten erkennen

Viele Karriereseiten wirken auf den ersten Blick offen, sprechen aber unbewusst nur eine bestimmte Gruppe an. Das liegt selten an böser Absicht, sondern an blinden Flecken. Typische Barrieren sind zum Beispiel Formulierungen, die stark auf lokale Normen ausgerichtet sind, oder Bilder, die keine Diversität zeigen.

Schauen Sie Ihre Seite mit fremden Augen an. Fragen Sie sich: Würde sich jemand aus einem anderen Land hier wiederfinden? Sind die Anforderungen in Stellenausschreibungen wirklich notwendig, oder schrecken sie bestimmte Gruppen unnötig ab? Formulierungen wie „Muttersprachler·in Deutsch erforderlich” sind zum Beispiel oft nicht nötig, wenn die Aufgabe tatsächlich mit sehr gutem Deutsch erledigt werden kann.

Holen Sie sich Feedback von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund. Das können Mitarbeitende, Bekannte oder sogar externe Tester·innen sein. Dieser Blick von außen deckt Barrieren auf, die man selbst nicht mehr sieht.

Sprache und Ton inklusiv gestalten

Sprache ist das mächtigste Werkzeug auf einer Karriereseite. Sie entscheidet, ob sich jemand eingeladen oder ausgeschlossen fühlt. Eine inklusive Sprache ist klar, verständlich und frei von kulturellen Annahmen.

Vermeiden Sie Idiome und Redewendungen, die außerhalb des deutschsprachigen Raums kaum verständlich sind. Sätze wie „Sie sollten mit beiden Beinen auf dem Boden stehen” klingen für internationale Lesende seltsam. Besser: Formulieren Sie direkt und konkret, was Sie meinen.

  • Nutzen Sie einfache, klare Sätze ohne unnötige Fachbegriffe.
  • Vermeiden Sie kulturspezifische Metaphern und Humor.
  • Beschreiben Sie Aufgaben und Erwartungen präzise statt vage.
  • Bieten Sie Inhalte nach Möglichkeit auch auf Englisch an, besonders für internationale Rollen.

Genderinklusive Sprache gehört ebenfalls dazu. Sie zeigt, dass Ihr Unternehmen offen ist und alle anspricht, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Das wirkt sich positiv auf Ihre Wahrnehmung als Arbeitgeber aus.

Visuelles Design und Bildsprache diversifizieren

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Wenn auf Ihrer Karriereseite ausschließlich Menschen mit ähnlichem Aussehen zu sehen sind, sendet das eine klare, wenn auch unbeabsichtigte Botschaft. Diversität in der Bildsprache ist daher kein kosmetisches Detail, sondern ein echtes Signal an potenzielle Talente.

Zeigen Sie Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Altersgruppen und Lebenssituationen. Achten Sie dabei auf Authentizität: Gestellte Stockfotos wirken schnell unglaubwürdig. Echte Bilder aus Ihrem Unternehmen, die die tatsächliche Belegschaft zeigen, sind überzeugender.

Auch Farben, Symbole und Icons können kulturell unterschiedlich wahrgenommen werden. Was in einem Kulturkreis positiv besetzt ist, kann anderswo neutral oder sogar negativ wirken. Setzen Sie auf universell verständliche visuelle Elemente und testen Sie Ihr Design gegebenenfalls mit internationalen Nutzer·innen.

Inhalte, die Vertrauen bei internationalen Bewerbern aufbauen

Wer sich in einem neuen Land oder einem unbekannten Unternehmen bewirbt, hat viele Fragen. Eine Karriereseite, die diese Fragen proaktiv beantwortet, baut Vertrauen auf und senkt die Hemmschwelle zur Bewerbung deutlich.

Folgende Inhalte sind für internationale Talente besonders wertvoll:

  • Informationen zur Unternehmenskultur: Wie wird zusammengearbeitet? Welche Werte leben Sie im Alltag?
  • Praktische Hinweise zur Einarbeitung: Gibt es Onboarding-Programme oder Unterstützung beim Einstieg?
  • Informationen zu Relocation-Unterstützung: Helfen Sie bei Umzug, Behördengängen oder der Wohnungssuche?
  • Stimmen aus der Belegschaft: Kurze Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden aus verschiedenen Ländern wirken authentisch und überzeugend.

Transparenz zahlt sich aus. Zeigen Sie, was Bewerber·innen nach der Bewerbung erwartet: Wie läuft der Bewerbungsprozess ab? Wie lange dauert es bis zur Rückmeldung? Das nimmt Unsicherheit und zeigt Respekt.

Technische Zugänglichkeit und globale Nutzerfreundlichkeit

Eine inhaltlich inklusive Karriereseite nützt wenig, wenn sie technisch schwer zugänglich ist. Internationale Bewerber·innen nutzen unterschiedliche Geräte, Browser und Internetverbindungen. Ihre Seite sollte daher technisch auf der Höhe sein.

Achten Sie auf diese technischen Grundlagen:

  • Mobile Optimierung: Ein Großteil der Jobsuche findet heute auf dem Smartphone statt, besonders in Regionen mit hoher mobiler Internetnutzung.
  • Ladezeiten: Schnelle Ladezeiten sind weltweit wichtig, besonders bei schlechteren Verbindungen.
  • Mehrsprachigkeit: Bieten Sie zumindest eine englische Version Ihrer Karriereseite an, wenn Sie internationale Talente ansprechen möchten.
  • Barrierefreiheit: Kontrastreiche Texte, Alt-Texte für Bilder und klare Navigation helfen Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen oder kognitiven Einschränkungen.

Auch das Bewerbungsformular selbst verdient Aufmerksamkeit. Felder wie „Geburtsort” oder „Familienstand” sind in vielen Ländern unüblich und können abschrecken. Fragen Sie nur, was wirklich relevant ist.

Inklusion messen und die Karriereseite kontinuierlich verbessern

Eine inklusive Karriereseite ist kein Projekt mit Abschlussdatum, sondern ein laufender Prozess. Wer regelmäßig misst und anpasst, bleibt relevant und verbessert die Ergebnisse kontinuierlich.

Konkrete Kennzahlen helfen dabei:

  • Herkunft der Besucher·innen Ihrer Karriereseite (über Web-Analyse-Tools einsehbar)
  • Abbruchrate im Bewerbungsprozess, aufgeschlüsselt nach Gerät oder Region
  • Anteil internationaler Bewerbungen im Verhältnis zu Gesamtbewerbungen
  • Qualitatives Feedback von neuen Mitarbeitenden aus dem Ausland

Nutzen Sie A/B-Tests, um verschiedene Formulierungen oder Bildwelten zu vergleichen. Was besser funktioniert, behalten Sie. Was nicht ankommt, passen Sie an. So entwickeln Sie Ihre Karriereseite Schritt für Schritt weiter, ohne große Ressourcen auf einmal zu investieren.

Zum Abschluss ein praktischer Hinweis: Inklusion und Reichweite gehen Hand in Hand. Wer seine Karriereseite inklusiv gestaltet, sollte auch dafür sorgen, dass die Stellenanzeigen die richtigen Menschen erreichen. Mit XING Stellenanzeigen können Sie Ihre offenen Stellen gezielt an passende Talente ausspielen, auch über XING hinaus auf Google for Jobs und weiteren Portalen. So verbinden Sie eine starke Karriereseite mit maximaler Sichtbarkeit und machen Ihr Recruiting deutlich effizienter.