Wer eine IT-Stelle ausschreibt, möchte die besten Talente erreichen. Doch selbst eine gut formulierte Stellenanzeige bleibt unsichtbar, wenn Suchmaschinen sie nicht richtig einlesen können. Genau hier kommt das JobPosting-Schema ins Spiel: strukturierte Daten auf Basis von Schema.org, die Google und anderen Suchmaschinen helfen, Ihre Stellenanzeige als solche zu erkennen und als Rich Snippet direkt in den Suchergebnissen hervorzuheben. Für IT-Stellen, bei denen der Wettbewerb um qualifizierte Talente besonders hart ist, kann ein vollständig optimiertes Schema den Unterschied machen.
Dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie ein vollständig optimiertes JobPosting-Schema für eine IT-Stelle aussieht, welche Felder wirklich wichtig sind und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Pflichtfelder und empfohlene Felder im Überblick
Für ein gültiges JobPosting-Schema gibt es eine klare Grundstruktur. Google unterscheidet zwischen Pflichtfeldern, ohne die eine Anzeige gar nicht als Rich Result erscheint, und empfohlenen Feldern, die die Qualität und Sichtbarkeit deutlich verbessern.
Pflichtfelder
- title: Der genaue Jobtitel, z. B. “Senior Backend Developer (Java)”
- description: Eine ausführliche Beschreibung der Stelle im HTML-Format
- datePosted: Das Veröffentlichungsdatum im ISO-8601-Format (z. B. “2026-03-01”)
- hiringOrganization: Name und URL des Unternehmens
- jobLocation: Standort der Stelle mit Adresse oder Angabe zur Remote-Option
Empfohlene Felder
- validThrough: Ablaufdatum der Anzeige
- employmentType: Beschäftigungsart, z. B. “FULL_TIME” oder “CONTRACTOR”
- baseSalary: Gehaltsangabe mit Währung und Zeitraum
- applicantLocationRequirements: Für Remote-Stellen relevant
- jobLocationType: Wert “TELECOMMUTE” für vollständig remote Positionen
Je mehr empfohlene Felder Sie befüllen, desto mehr Informationen zeigt Google direkt in der Suche an. Das steigert die Klickrate spürbar, weil Talente auf den ersten Blick sehen, ob die Stelle zu ihnen passt.
IT-spezifische Felder: Technologien, Skills und Remote-Optionen
Eine IT-Stelle hat besondere Anforderungen, die sich im Schema widerspiegeln sollten. Technologien, Programmiersprachen und Remote-Möglichkeiten sind für IT-Talente oft die ersten Filterkriterien bei der Jobsuche.
Das Schema.org-Feld skills ist zwar kein offizielles Google-Pflichtfeld, aber es hilft Aggregatoren und spezialisierten Job-Plattformen, Ihre Anzeige besser einzuordnen. Tragen Sie dort konkrete Technologien ein, z. B. “Java”, “Kubernetes”, “React” oder “AWS”. Ergänzend lässt sich das Feld qualifications für formale Anforderungen wie Abschlüsse oder Zertifizierungen nutzen.
Für Remote-Positionen oder hybride Modelle sind folgende Felder besonders wichtig:
- jobLocationType: “TELECOMMUTE” für vollständig remote Stellen
- applicantLocationRequirements mit dem Typ Country oder State, um geografische Einschränkungen zu definieren
- jobLocation sollte trotzdem befüllt sein, auch wenn die Stelle remote ist
Wer Remote-Optionen korrekt auszeichnet, profitiert von der Google-Filterfunktion “Remote-Jobs”, die viele IT-Talente aktiv nutzen. Das ist ein einfacher Weg, die Reichweite Ihrer Stellenanzeige zu optimieren.
Vollständiges Markup-Beispiel für eine IT-Stelle
Theorie ist gut, ein konkretes Beispiel ist besser. Das folgende Markup zeigt, wie ein vollständig optimiertes JobPosting-Schema für eine IT-Stelle in der Praxis aussieht. Es verwendet das JSON-LD-Format, das von Google empfohlen wird und sich einfach in den <head>-Bereich einer Seite einbinden lässt.
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org/",
"@type": "JobPosting",
"title": "Senior Backend Developer (Java)",
"description": "<p>Wir suchen eine erfahrene Entwickler·in für unser Backend-Team...</p>",
"datePosted": "2026-03-01",
"validThrough": "2026-05-01T00:00",
"employmentType": "FULL_TIME",
"hiringOrganization": {
"@type": "Organization",
"name": "Muster GmbH",
"sameAs": "https://www.mustergmbh.de",
"logo": "https://www.mustergmbh.de/logo.png"
},
"jobLocation": {
"@type": "Place",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Musterstraße 1",
"addressLocality": "Hamburg",
"postalCode": "20095",
"addressCountry": "DE"
}
},
"jobLocationType": "TELECOMMUTE",
"applicantLocationRequirements": {
"@type": "Country",
"name": "DE"
},
"baseSalary": {
"@type": "MonetaryAmount",
"currency": "EUR",
"value": {
"@type": "QuantitativeValue",
"minValue": 70000,
"maxValue": 90000,
"unitText": "YEAR"
}
},
"skills": "Java, Spring Boot, Kubernetes, AWS, REST APIs",
"qualifications": "Abgeschlossenes Studium der Informatik oder vergleichbare Qualifikation"
}
</script>
Dieses Markup deckt alle Pflichtfelder ab und nutzt gleichzeitig die wichtigsten empfohlenen Felder. Das Gehalt ist transparent angegeben, die Remote-Option ist korrekt ausgezeichnet und die Technologien sind klar benannt.
Häufige Fehler, die die Rich-Result-Qualifikation verhindern
Auch kleine Fehler im Schema können dazu führen, dass Google Ihre Stellenanzeige nicht als Rich Result anzeigt. Diese Fehler passieren häufig und lassen sich leicht vermeiden.
- Fehlendes oder abgelaufenes validThrough: Wenn das Ablaufdatum in der Vergangenheit liegt, deindexiert Google die Anzeige automatisch. Halten Sie dieses Datum immer aktuell.
- Zu kurze oder generische description: Google erwartet eine echte Stellenbeschreibung, keine Zusammenfassung von drei Sätzen. Mindestens 150 bis 200 Wörter sind empfehlenswert.
- Remote-Stellen ohne jobLocationType: Wer “TELECOMMUTE” vergisst, erscheint nicht im Remote-Filter der Google-Jobsuche.
- Falsche Datumsformate: Daten müssen im ISO-8601-Format angegeben sein, z. B. “2026-03-01T00:00” statt “01.03.2026”.
- Fehlende hiringOrganization: Ohne Unternehmensangabe stuft Google das Schema als unvollständig ein.
- Markup nicht auf der Seite der Stellenanzeige selbst: Das JSON-LD muss auf der URL eingebunden sein, auf die Bewerbende weitergeleitet werden.
Besonders häufig ist der Fehler, das Schema einmalig einzurichten und dann nicht mehr zu pflegen. Stellenanzeigen mit abgelaufenem Datum oder veralteten Informationen verlieren ihre Rich-Result-Qualifikation still und leise.
Testen und Validieren des fertigen Schemas
Bevor eine Stellenanzeige live geht, sollte das Markup immer geprüft werden. Google stellt dafür zwei nützliche Tools bereit, die sich schnell und kostenlos nutzen lassen.
Google Rich Results Test
Das Rich Results Test Tool (unter search.google.com/test/rich-results) prüft, ob Ihr Markup grundsätzlich für Rich Results qualifiziert ist. Sie können entweder die URL Ihrer Seite eingeben oder den Code direkt einfügen. Das Tool zeigt Fehler und Warnungen übersichtlich an und macht deutlich, welche Felder fehlen oder falsch formatiert sind.
Schema Markup Validator
Der Schema Markup Validator (unter validator.schema.org) prüft das Markup gegen die offiziellen Schema.org-Spezifikationen. Das ist besonders nützlich, wenn Sie eigene Felder wie skills oder qualifications verwenden, die nicht im Google-Leitfaden stehen, aber von anderen Plattformen ausgewertet werden.
Nach der Validierung lohnt sich ein Blick in die Google Search Console. Unter “Verbesserungen” sehen Sie, wie viele Stellenanzeigen als Job-Postings erkannt wurden und ob es strukturelle Probleme gibt. So behalten Sie dauerhaft den Überblick und können schnell reagieren, wenn sich etwas ändert.
Ein sauber validiertes Schema ist die Grundlage für gute Sichtbarkeit in der Jobsuche. Wer diese Basis legt, profitiert langfristig von mehr organischem Traffic auf seinen Stellenanzeigen. Für kleine Unternehmen, die ihr Recruiting mit begrenzten Ressourcen stemmen, ist das ein besonders effizienter Hebel: einmal richtig eingerichtet, zahlt sich das Schema bei jeder neuen Ausschreibung aus.
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