Digitalisierung HR

Fünf Irrtümer über das Digitale Mindset Ihrer Kandidaten

Für Unternehmen ist es relevanter denn je, Personal mit der richtigen Einstellung zur Digitalisierung zu finden. Leider aber herrschen dabei viele falsche Annahmen.

Irrtum #1: Ein Digitales Mindset kann man nicht erlernen

Das Wichtigste vorweg: Keiner wird mit einem Digitalen Mindset geboren. Stattdessen bestimmen vor allem die eigene Neugier und Offenheit gegenüber digitalen Prozessen darüber, ob man dem Digitalen positiv gegenübersteht oder nicht. Und auf gar keinen Fall das Alter. Denn …

Irrtum #2: Millenials bringen das Digitale Mindset automatisch mit

Wer um die Jahrtausendwende geboren wurde, kennt keine Welt ohne Computer. Da könnte man doch annehmen, dass diese Bewerber das Digitale Mindset in die Wiege gelegt bekommen haben, oder? Stimmt aber nicht! Denn nur, weil die Digital Natives Snapchat bedienen können, bringen sie noch lange nicht automatisch ein tiefes Verständnis für den Nutzen und die Auswirkungen digitaler Prozesse mit.

Irrtum #3: Wer HTML und Co. beherrscht, hat ein Digitales Mindset

Viele Unternehmen fordern in Stellenanzeigen bis heute allgemein „Office-Kenntnisse“. Und erliegen damit einem folgenschweren Irrtum. Denn die Beherrschung „normaler“ moderner Skills bedeutet noch lange nicht, dass ein Bewerber auch ein Digitales Mindset hat.

Viel entscheidender als die Nutzung digitaler Technologien ist, dass der Bewerber…

  • mit Spaß und Neugierde an neue Technologien geht
  • neue digitale Tools ausprobiert und nutzt
  • selbstständig neue digitale Ideen erarbeiten kann, die die Arbeitsabläufe im Unternehmen optimieren
  • bereit ist, sich laufend weiterzubilden und immer auf dem neuesten Stand sein möchte

Irrtum #4: Social Media Abstinenz ist ein Beweis für fehlendes Digitales Mindset

Nur, weil ein Bewerber einzelne soziale Medien nicht privat nutzt, bedeutet das noch lange nicht, dass er kein Digitales Mindset hat. Im Gegenteil: Viele junge Menschen setzen sich bewusst mit den Auswirkungen auseinander und so mancher Informatiker macht beispielsweise aus Datenschutzgründen einen großen Bogen um Facebook. Deshalb gilt es immer zu schauen, welche Gründe ein Bewerber für eine Nutzung hat und inwiefern er sich damit auseinandergesetzt hat.

Irrtum #5: Wer zuvor kein Digitales Mindset in seiner Arbeit bewiesen hat, hat auch keines.

Leider lehnen bis heute viele Unternehmen die kreativen und innovativen Ideen junger Mitarbeiter ab. Denn die Voraussetzung dafür, dass Mitarbeiter ein digitales Feuerwerk an den Tag legen, ist eine Unternehmenskultur, die Raum für dieses schafft.

Deshalb sagt die Aufgabenbeschreibung aus dem vorherigen Job auch nichts über das tatsächliche Digitale Mindset des Kandidaten aus. Im Gegenteil: Vielleicht bewirbt er sich ja gerade ausgerechnet bei Ihnen, weil er seine digitale Kreativität voll und ganz auszuleben möchte.

Übrigens: Damit Recruiter den richtigen Kandidaten auswählen, ist es natürlich unabdingbar, dass sie selbst über ein Digitales Mindset verfügen. Nur so können Sie den Bewerbern im Gespräch auf Augenhöhe begegnen.

Ein Artikel von Birte Schmidt

Birte berichtet freiberuflich für den Blog von XING E-Recruiting über Trends und Neuigkeiten aus dem HR-Bereich.