Employer Branding? Active Recruiting? Stellenanzeigen?

Auf diese Maßnahmen setzen Personaler jetzt

Auf diese Maßnahmen setzen Personaler jetzt

Viele Wege führen nach Rom, ebenso viele sind es zum Kandidaten. Mit Beginn der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen ihre Recruiting-Maßnahmen an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Anhand der Ergebnisse unserer großen Umfrage unter mehr als  1.200 XING Mitgliedern aus dem HR Umfeld konnten Sie im ersten Teil der Auswertung erfahren, wie es um die unmittelbare Personalplanung bestellt ist. 

In diesem zweiten Teil der Auswertung werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Recruiting-Maßnahmen. Wir wollten von den Befragten wissen, welche Personalsuch-Disziplinen wegen der Corona-Krise weniger oder vermehrt eingesetzt werden.

Active Recruiting: Die direkte Suche und Ansprache von Kandidaten

Schnell und direkt zum Kandidaten – dies verspricht das sogenannte Active Recruiting. Hier gehen Personaler auf potenziell spannende Kandidaten zu und sprechen sie direkt auf die zu besetzende Position an. Der Vorteil: Sie sparen Zeit, indem Sie nicht auf eine Bewerbung warten, und Sie können genau die Person adressieren, von der Sie glauben, dass er oder sie die Richtige ist. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Vorgehensweisen: Entweder Sie erledigen die Aufgabe selbst – bspw. durch die Nutzung des XING TalentManagers – oder Sie greifen auf die Unterstützung externer Personalberater zurück.

Steigung des Active Recruiting durch eigene Mitarbeiter

Von den mehr als 1.200 Befragten aus dem deutschsprachigen Raum gaben 56 Prozent an, dass sie im Unternehmen selbst Active Recruiting betreiben. In dieser Gruppe nahm das Active Recruiting im Vergleich zum Zeitraum vor der Krise in 55 Prozent der Fälle zu, während bei 45 Prozent der Einsatz dieser Recruiting-Methode nachgelassen hat.

Anders sieht es beim Einsatz von Personalberatungen aus, die 45 Prozent der Teilnehmer für das Active Recruiting beauftragen. Hier erleben wir von allen abgefragten Recruiting-Disziplinen den stärksten Einbruch. Nur jeder Vierte (24 Prozent) gab an, dass diese Methode ausgebaut wurde. Drei Viertel (76 Prozent) haben das Active Recruiting mithilfe externer Dienstleister zurückgeschraubt. 

Talentpooling: In Corona-Zeiten werden Kandidaten gehamstert

Die wohl spannendste und konsequenteste Entwicklung sehen wir in dieser Disziplin: Das Talentpooling hat durch die Folgen der Corona-Krise enorm an Bedeutung gewonnen. Das macht Sinn, denn auch wenn im Unternehmen vielleicht weniger eingestellt wird oder gar ein genereller Stopp herrscht, sollten sich Arbeitgeber bereits jetzt auf die Zeit nach der Krise vorbereiten. Und das geht am besten, indem man sich einen Überblick verschafft und potenzielle Kandidaten „sammelt“ – beispielsweise mithilfe des XING TalentpoolManagers.

Unternehmen füllen in Corona-Zeiten ihre Talentpools

Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) betreibt Talentpooling. Von diesen haben ganze 68 Prozent angegeben, dass sie jetzt verstärkt auf diese Disziplin setzen. Nur 32 Prozent haben ihre Arbeit in diesem Bereich minimiert.

Weniger Stellenanzeigenschaltungen in Corona-Zeiten

Mit einer Nutzungsrate von 83 Prozent ist die Schaltung von Stellenanzeigen der am häufigsten eingesetzte Recruiting-Kanal. Zugleich handelt es sich jedoch auch hier um eine Disziplin, auf die in diesen Zeiten tendenziell eher verzichtet wird: 72 Prozent der Befragten, deren Unternehmen für gewöhnlich Job-Postings veröffentlichen, gaben an, dass sie jetzt weniger Anzeigen schalten als vorher. 28 Prozent schalten dagegen mehr als vor der Corona-Krise. 

Employer Branding: Mehr davon oder weniger?

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, ein wachsames Auge auf das Employer Branding zu werfen – denn Ihre Präsenz auf dem Arbeitsmarkt mit klaren Werten, Transparenz und einem vorbildlichen Krisenmanagement ist ein wesentlicher Faktor zur Stärkung der Arbeitgebermarke nach außen und innen. Umso überraschender ist der mit 35 Prozent recht hohe Anteil an Befragten, deren Unternehmen gar kein Employer Branding macht. 

Employer Branding - jetzt erst recht
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Bei den 65 Prozent, die Employer Branding im Unternehmen betreiben, sehen wir ein äußerst ausgeglichenes Bild: 49 Prozent haben ihre Employer Branding Aktivitäten im Zuge der Corona-Krise intensiviert, 51 Prozent schalten dagegen einen Gang zurück.

Kandidaten im Homeoffice interviewen per Video

Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine Recruiting-Disziplin im eigentlichen Sinne, aber dennoch wollten wir wissen, wie viele Unternehmen ihre Kandidaten zu virtuell geführten Gesprächen einladen. Von den Arbeitgebern, die zu diesem Zwecke Videokonferenzen einsetzen (68 Prozent), gaben 94 Prozent an, dass sie diese Methode in den vergangenen Wochen seit Ausbruch der Corona-Krise besonders stark genutzt haben.

Wenn Sie wissen wollen, worauf Sie in Videokonferenzen mit Bewerbern achten sollten, finden Sie hier unsere sechs Tipps.

Ausblick: Wie Personaler über die unmittelbare Zukunft denken

Im dritten und abschließenden Teil unserer Auswertung erfahren Sie, welche Meinung die 1.200 Befragten zu den kommenden Monaten haben. Wird das Recruiting herausfordernder? Was stellen sie in ihrer Arbeit um und wie viele Unternehmen wollen dieses Jahr noch neues Personal einstellen? 

Yee Wah Tsoi ist für den Recruiting Content zuständig.
Ein Artikel von Yee Wah Tsoi

Yee Wah ist seit 2008 bei XING. Die Bielefelderin (gibt's wirklich!) war dort zuerst in der PR tätig. Seit 2017 ist sie für den Recruiting Content zuständig.