Der beste Arbeitgeber Österreichs 2021

MIELE Geschäftsführerin Sandra Kolleth im Gespräch

Der beste Arbeitgeber Österreichs 2021

Der Trend hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu und dem Statistik-Portal Statista ein Ranking der besten Arbeitgeber Österreichs für 2021 erstellt. Dieses Ranking wurde Ende März im trend veröffentlicht.

Für die Befragung wurden über 1300 Unternehmen ab etwa 200 Mitarbeiter in ganz Österreich identifiziert. Daraus wurden 300 Sieger und somit die 300 besten Arbeitgeber Österreichs ermittelt Die Befragung erfolgte über ein Online Access Panel und unter kununu- und XING-Mitgliedern sowie trend-Lesern. Zusätzlich wurden Arbeitgeber-Bewertungen von der Plattform kununu hinzugezogen. Die Arbeitgeber wurden einer oder mehreren Branchen zugeordnet wie beispielsweise Automobil und Fahrzeugbau, Chemie und Pharma, Fertig- und Gebrauchsgüter, Versicherungen oder Bildung und Forschung. Es wurde anschließend ein Ranking für die jeweilige Branche erstellt.

Es werden Themenfelder wie Gehalt, Arbeitszeit und berufliche Perspektiven abgefragt. Wesentliches Kriterium für das Ranking der Arbeitgeber ist die Weiterempfehlungsbereitschaft bezüglich des eigenen Arbeitgebers und von Arbeitgebern aus der eigenen Branche. Grundsätzlich orientierten sich die Frage am kununu Kulturkompass.

Sieger des Gesamtrankings und somit „bester Arbeitgeber Österreichs 2021“ ist erneut MIELE

Wir gratulieren Sandra Kolleth, Geschäftsführerin MIELE Österreich, Slowenien und Kroatien, und dem gesamten Unternehmen zum Titel. In diesem Rahmen verriet Sandra Kolleth in einem Interview mit Kristina Knezevic, Country Managerin XING Österreich, das Geheimnis hinter ihrem Erfolg sowie was gute Führung ausmacht und wie Krisenmanagement zurzeit aussehen sollte.  

Sandra Kolleth
Sandra Kolleth, Geschäftsführerin MIELE Österreich, Slowenien und Kroatien

 

Wie fühlt es sich an zweimal in Folge die Auszeichnung „Bester Arbeitgeber Österreichs“ zu bekommen?

Sandra Kolleth: Das erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit. Denn es ist eine Auszeichnung für unser gesamtes Team. Besonders freut mich, dass wir weder im Vorjahr noch heuer auf eine solche Auszeichnung hingearbeitet haben – im Vorjahr waren wir völlig überrascht davon, wir hatten es nicht mal im Visier, dass diese Auszeichnung vergeben wird. Es ist aber ein tolles Feedback zu unserer ehrlichen Bemühung, ein ausgezeichneter Arbeitgeber zu sein.

Bei uns steht der MENSCH IM MITTELPUNKT.

Was ist das „Geheimrezept“ hinter ihrem Erfolg für die zweifache Nominierung als „Bester Arbeitgeber Österreichs“/ hinter zufriedenen Mitarbeiter*innen?

Sandra Kolleth: Bei uns steht der MENSCH IM MITTELPUNKT. Miele ist ein in 4. Generation eigentümergeführtes Premium-Unternehmen (jeweils von zwei geschäftsführenden Gesellschaftern der Familien und drei gleichberechtigten externen Geschäftsführern). Das prägt uns. Seit der Firmengründung steht bei Miele der Mensch im Mittelpunkt. Unsere Geräte und Produkte, unsere Innovationen und unser Service sind dazu da, das Leben der Menschen zu verbessern. Diese Grundeinstellung haben wir nicht nur unseren Kundinnen und Kunden, sondern auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber. Und: unsere Unternehmensphilosophie lautet: „Immer Besser“. Auch dieser Anspruch prägt unserer Kultur.

Gerade heuer hat sich wieder gezeigt: „Leadership matters“ und es geht hierbei um echte Führung, nicht nur ums Managen.

Was hat sich seit dem letzten Mal verändert/verbessert/Was ist neu?

Sandra Kolleth: In diesem Jahr war es besonders wichtig, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzugehen - aber auch besonders herausfordernd. Hier waren insbesondere unsere Führungskräfte sehr gefordert. Gerade heuer hat sich wieder gezeigt: „Leadership matters“ und es geht hierbei um echte Führung, nicht nur ums Managen. Mit entsprechend häufiger, direkter Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnten unsere Führungskräfte gerade auch für private Bedürfnisse z.B. im Rahmen des Home-Office/Home-Schoolings Lösungen finden. Nicht immer ist einem solchen herausfordernden Jahr „alles eitel Wonne“, insbesondere wenn gleichzeitig große Projekte zu bewerkstelligen sind. Wir setzen alles daran, auch mit den Herausforderungen offen und ehrlich umzugehen. Wir haben viele dieser Herausforderungen im letzten Jahr bewältigt, weil wir auf Sicht navigieren und dies auch offen kommunizieren.

Im Rahmen der Umfrage zum besten Arbeitgeber in Österreich wurden Themen wie Unternehmenskultur, Work-Life Balance, Gehalt oder Führung abgefragt. Nun ein paar Fragen zu diesen Themenfeldern:
Was würden Sie sagen, ist das Besondere an der MIELE Unternehmenskultur? Beschreiben Sie diese in drei Worten und erklären bitte was Sie darunter verstehen.  

Sandra Kolleth: Ich hätte eine zwei und eine vier Worte Version anzubieten: „IMMER BESSER“ und „DER MENSCH IM MITTELPUNKT“. Eine der Ausprägungen des Menschen im Mittelpunkt ist, dass wir aufeinander achtgeben.… Und das nicht erst seit Corona. Unser Premiumanspruch „Immer Besser“ schlägt sich nicht nur in unseren Produkten und Dienstleistungen, sondern auch in der Art wie wir arbeiten und wie wir miteinander arbeiten, nieder.

Wie geht MIELE mit dem Thema Work-Life Balance um?

Sandra Kolleth: Wir haben verschiedene Arbeitszeitmodelle und sehr viele Teilzeitmitarbeiter (1/3) auch in sehr verantwortungsvollen Positionen bis hin zu Führungspositionen, auch Jobsharing haben wir umgesetzt. Home-Office und Arbeitszeitflexibilisierung, derzeit eine Anforderung der Corona Pandemie, wird neu evaluiert. Zudem bieten wir unseren Mitarbeitern zahlreiche Leistungen, die zu ihrem Wohlbefinden beitragen, wie die Mitarbeiterverpflegung an unseren Standorten, Betriebssportaktivitäten, einen Fitnessraum in der Unternehmenszentrale, Yoga und Shiatsu uvm. Einen wichtigen Beitrag für Familien mit Kleinkindern liefert auch unsere Kinderbetreuung an unserem Salzburger Standort.

Wie versucht MIELE eine angenehme Arbeitsumgebung zu gestalten?

Sandra Kolleth: An unseren Standorten in Wien und Salzburg (Wals) haben wir großzügige Büros mit fixen Arbeitsplätzen. Zumeist handelt es sich um Einzel- oder Kleingruppenbüros. In Bereichen mit größeren Büros sind diese in Kleingruppenbüros unterteilt. Auch die oben genannten Einrichtungen tragen zu einer angenehmen Arbeitsumgebung bei. Wichtig ist aber auch, dass wir unseren Mitarbeitern, die nicht im Büro tätig sind – so z.B. 200 Techniker und unsere Außendienstmitarbeiter – entsprechende Arbeitsmittel wie funktionale Technikerfahrzeuge oder Dienstautos zur Verfügung stellen.

Schon Viktor Frankl sagte, „Werte kann man nicht lehren, sondern nur vorleben.“

Auf was achten Sie bei ihrem Führungsstil? Was ist ihrer Meinung nach wichtig für gutes Führen?

Sandra Kolleth: Die Unternehmenskultur eines eigentümergeführten Unternehmens, das auf Tradition, Qualität und Werte ausgerichtet ist, erfordert von einer Führungskraft vor allem eines, was auch schon Viktor Frankl sagte, „Werte kann man nicht lehren, sondern nur vorleben.“

Meinen persönlichen Stil beschreibe ich als „Führung nach Yin und Yang“. Yin und Yang stehen für polar einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien. In jedem dieser Aspekte steckt immer auch das Gegenteil. In der Regel steht bei mir ein partizipativer Führungsstil im Vordergrund. Oft ist aber auch eine klare Entscheidung und Abgrenzung gefordert.

Der Weltfrauentag liegt nicht weit zurück. Haben Sie das Gefühl, dass es einen Zusammenhang gibt mit Ihnen als weibliche Führungskraft und Ihrem Erfolg?

Sandra Kolleth: Bei uns sind drei von insgesamt sieben Geschäftsleitungsmitgliedern Frauen, aber für mich geht Diversität weiter als Frau/Mann. Am erfolgreichsten sind Teams, wenn unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen in Entscheidungsprozesse eingebracht werden. Auch so gesehen haben wir ein sehr diverses Führungsteam.

Prinzipiell glaube ich nicht eine Differenzierung von Erfolg nach Kriterien wie dem Geschlecht, es kommt immer auf die Persönlichkeit an, egal ob Mann oder Frau. Woran ich aber schon glaube, ist dass diverse Teams erfolgreicher sind.

Sind Sie als Frau und in ihrer Rolle als Geschäftsführerin und Führungskraft in der Vergangenheit auf Hindernisse, Probleme, Herausforderungen gestoßen?

Sandra Kolleth: Ich hatte das Glück über 20 Jahre in einem amerikanischen, börsennotierten Unternehmen zu arbeiten, in dem Diversität immer schon gelebt wurde. Ich kannte diese Herausforderungen persönlich nicht, weiß aber selbstverständlich, dass das nicht überall so ist. Deshalb müssen Frauen gefördert und auch in Führungspositionen sichtbarer werden.

Ein Jahr Pandemie – was hat sich für Sie geändert in diesem Jahr (z.B. Unternehmenskultur, Kommunikation, Digitalisierung, Homeoffice)? Was macht MIELE jetzt erstmals oder anders? Was hat gut funktioniert?

Sandra Kolleth: Viele waren und sind nach wie vor viel im Home-Office. Bei denen, die nicht im Homeoffice tätig sein konnten und können, wie im Kundendienst, Außendienst oder in der Logistik, war es enorm wichtig nahe an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sein. Uns war es auch immer ein Anliegen, dass alle die Möglichkeit haben - wenn sie das möchten bzw. auch wenn es betrieblich notwendig war - ins Büro kommen zu können und haben entsprechend in Sicherheitsmaßnahmen investiert. Gerade ab dem zweiten Lockdown waren viele für diese Möglichkeit sehr dankbar.

Auch bei uns haben digitale Tools sehr viel schneller Verbreitung und Nutzung gefunden, als die ohne die besonderen Rahmenbedingungen der Fall gewesen wäre – das wird auch bleiben.

Gerade in schwierigen Zeiten gilt: man kann fast nicht zu viel kommunizieren – solange man es ehrlich tut.

Was macht ihrer Meinung nach gutes Krisenmanagement in so ungewissen Zeiten wie den zur zeitigen aus?

Sandra Kolleth: Wir haben sehr schnell nach den ersten notwendigen Notfall-Maßnahmen eine chancenorientierte Sichtweise eingenommen und diese an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommuniziert. Gerade in schwierigen Zeiten gilt: man kann fast nicht zu viel kommunizieren – solange man es ehrlich tut. Von Anfang an haben wir laufend und umfassend per Mail informiert, digitale Führungskräfte- und Mitarbeitermeetings organisiert und kommuniziert, kommuniziert, kommuniziert! Das Feedback war und ist sehr positiv, vor allem auch, weil Mitarbeitende in ihrem Familien- und Bekanntenkreis sahen, dass nicht überall so gut informiert wurde, wie bei uns. Als Führungskraft bekommt man selten direktes Feedback, umso schöner war es für mich persönlich zu hören, dass sie sich bei Miele alle gut aufgehoben fühlen und so auch alle an einem Strang ziehen. Auch bin ich sehr dankbar, dass wir dank intensiver Schutzmaßnahmen, unter anderem schon sehr frühem, intensiven betrieblichen Testen, auch gesundheitlich gut mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch die Pandemie gekommen sind.

Gundula Rauch ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien.
Ein Artikel von Gundula Rauch

Gundula ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien. An der Universität Wien studiert sie im Master Arbeits- und Organisations-Psychologie.