Recruiting Know-How

Darum sollten Sie keine Standard-Absagen versenden

Darum sollten Sie keine Standard-Absagen versenden

Aus Zeitnot versenden Personalverantwortliche häufig standardisierte Absagen an Bewerber. Dieses Vorgehen ist nicht nur für die Jobinteressenten unbefriedigend, auch Unternehmen müssen negative Folgen befürchten. Insbesondere wenn es um sehr begehrte Stellen geht, müssen Sie als Recruiter häufig sehr viele Bewerbungen sichten. Und lange nicht jeder Bewerber passt in die zu besetzende Position. Sie als Personalverantwortliche müssen vielen Jobinteressenten also absagen – eine Aufgabe, die eine Menge Zeit in Anspruch nimmt. Viele Recruiter greifen darum auf Standard-Absagen zurück. Ein Vorgehen, das jedoch negative Konsequenzen haben kann.

Bewerber werden abgeschreckt, Image wird geschädigt

Erhält ein Bewerber eine nichtssagende Standard-Absage, ist dies für ihn äußerst unbefriedigend. Schließlich bekommt er keine Antwort auf die Frage, woran es letztlich liegt, dass ein anderer die Stelle erhält. Je standardisierter eine Absage ist, desto unpersönlicher wird sie zudem. Insbesondere, wenn sich ein Jobinteressent bereits zum wiederholten Mal beworben hat und er eine im Wortlaut identische Absage erhält, führt dies häufig zu Missmut.

Da Bewerber immer auch Multiplikatoren sind, sollten Sie die Folgen nicht unterschätzen. So spricht sich in Ihrer Branche sicherlich schnell herum, dass Ihr Unternehmen sich keine Zeit für individuelle Absagen nimmt. Die Folge: Die Universalantwort für Jobkandidaten wirkt sich negativ auf Ihre Employer Brand aus. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels spielt Ihre Arbeitgebermarke jedoch eine bedeutende Rolle, damit Sie im „War for Talents“ nicht das Nachsehen haben.

So individuell wie möglich

Doch wie gehen Sie am besten mit dem Thema Absagen um? Fakt ist: Als Recruiter müssen Sie rechtlich auf der sicheren Seite sein. Absagen, die inhaltlich gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen, gilt es zu vermeiden, da dies massive rechtliche Folgen haben kann. Eine gute Lösung ist daher die Erarbeitung rechtlich sicherer Textbausteine, die Sie jeweils individuell für Ihre Absagen nutzen können. Darüber hinaus ist es wichtig (aber leider nicht selbstverständlich), dass Sie den einzelnen Bewerber immer mit seinem richtigen Namen ansprechen. Auch bei komplizierten Namen.

Texte regelmäßig anpassen und bearbeiten

Um zu vermeiden, dass ein Mensch, der sich mehrfach bei Ihnen bewirbt, immer die gleiche Absage erhält, sollten Sie Ihre Textbausteine variieren und regelmäßig bearbeiten. Achten Sie bei Ihren Formulierungen auf wertschätzende Aussagen. Bedanken Sie sich für die Bewerbung und motivieren Sie den Kandidaten, es demnächst noch einmal zu versuchen. Auf diese Weise stärken Sie nicht nur Ihr Image als Arbeitgeber. Gleichzeitig fühlen sich Bewerber ermutigt, Sie erneut bei einer Stellenausschreibung zu kontaktieren, und Sie gewinnen möglicherweise einen guten Mitarbeiter hinzu, der lediglich für eine andere Position nicht so gut geeignet gewesen wäre.

Daniela Lukaßen-Held
Ein Artikel von Daniela Lukaßen-Held

Daniela berichtet freiberuflich für den Blog von XING E-Recruiting über Trends und Neuigkeiten aus dem HR-Bereich.