Forsa-Umfrage zum Recruiting im Consulting

So viel lassen sich Beratungen neue Mitarbeitende kosten

So viel lassen sich Beratungen neue Mitarbeitende kosten

Lange Arbeitszeiten, mehrere Tage die Woche vor Ort beim Kunden, dafür eine fürstliche Entlohnung: So stellt man sich das Leben im Consulting vor. Sicherlich trifft dieses Bild nicht auf alle Unternehmen zu, aber dieses Image kommt nicht von ungefähr. Kein Wunder, dass auch die Consulting-Branche Probleme hat, offene Stellen zu besetzen. Gerade im Nachwuchsbereich stehen viele Unternehmen vor Herausforderungen. So gaben in einer Studie von Odgers Berndtson knapp 60 Prozent der befragten Seniorberater·innen an, dass es ihrem Arbeitgeber immer schwerer fällt, qualifizierte Berufseinsteiger·innen zu finden.

Repräsentative Forsa-Umfrage unter 300 Personen aus dem Beratungssektor

XING E-Recruiting hat sich näher mit den HR-Herausforderungen der Consulting-Branche beschäftigt und beauftragte das renommierte Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer repräsentativen Umfrage unter 300 Personalentscheidenden in Rechtsanwaltskanzleien, Wirtschafts- und Steuerberatungsunternehmen sowie Unternehmensberatungen. Die Umfrage wurde im Mai 2021 durchgeführt. Neben den bevorzugten Recruitingkanälen gaben die Teilnehmenden u. a. Einblicke zu den aktuellen Herausforderungen, Budgethöhen und finanzielle Ausfälle durch unbesetzte Stellen.

Recruiting im Consulting: Soziale Online-Netzwerke bei rund 60 Prozent im Einsatz

Die Mehrheit der befragten Beratungsunternehmen nutzt zur Suche neuer Mitarbeiter vor allem allgemeine Jobportale (69 %), die eigene Karrierewebseite (64 %) oder soziale Online-Netzwerke mit beruflichem Fokus (61 %) wie XING. Gut die Hälfte der Beratungsunternehmen spricht potenzielle Kandidaten durch die eigene Personalabteilung an (54 %). Am fünfthäufigsten wurden branchenspezifische Fachportale/-Medien genannt (42 %).

Wo der Schuh drückt: Vier von fünf Unternehmen erhalten zu wenig geeignete Bewerbungen

Was sind die größten Herausforderungen für die Branche im Recruiting? Vier von fünf Befragten (82 %) gaben an, dass sie zu wenig geeignete Bewerbungen erhalten – gefolgt von einer zu geringen Zahl an qualifizierten Fachkräften auf dem Markt (73 %). Diese beiden Punkte wurden von den Beratungsunternehmen unabhängig vom Jahresumsatz nahezu gleich häufig genannt.

Mit deutlichem Abstand berichten 40 Prozent, dass potenzielle Kandidat·innen zu hohe Gehaltsforderungen stellen. Etwas mehr als jeder dritte Person (36 %) führt die Schwierigkeiten bei der Personalsuche auf den niedrigen Bekanntheitsgrad ihres Beratungsunternehmens zurück – und 32 Prozent auf die höhere Attraktivität der Wettbewerber.

So viel lassen sich Beratungen neue Mitarbeitende kosten

Jedes dritte Beratungsunternehmen benötigt bis zu einem halben Jahr für die Besetzung einer Stelle

Bis eine offene Stelle besetzt wird, vergeht einiges an Zeit. So müssen sich mit 35 Prozent etwas mehr als jedes dritte Unternehmen bis zu einem halben Jahr gedulden. Und bei 11 Prozent der Befragten dauert dieser Prozess im Schnitt sogar noch länger. Glücklicher hingegen kann sich der Rest schätzen: 42 Prozent geben an, für eine Stellenbesetzung im Schnitt bis zu drei Monate zu benötigen. Richtig flott geht es nur bei 12 Prozent der Beratungsunternehmen – sie besetzen im Schnitt eine Stelle innerhalb eines Monats.

Kosten für die Besetzung einer offenen Stelle

Wie viel geben die befragten Unternehmen für die Besetzung einer offenen Stelle aus? Gut ein Drittel (36 %) der Teilnehmenden schätzt ihren finanziellen Aufwand für die Besetzung einer Fachkraftstelle ohne Führungsverantwortung auf im Schnitt unter 1.000 Euro. Der Mammutanteil (46 %) wendet dafür geschätzt 1.000 bis unter 5.000 Euro auf. Jedes zehnte befragte Unternehmen veranschlagt hierfür 5.000 bis unter 10.000 Euro. Einen noch höheren finanziellen Aufwand für die Stellenbesetzung einer Fachkraft – 10.000 Euro oder mehr – vermuten fünf Prozent der befragten Beratungsunternehmen.

Anders sieht das Bild aus, wenn es um die Besetzung einer Führungskraft geht. Hier sind es nur noch 24 Prozent, die angeben, durchschnittlich unter 1.000 Euro aufzuwenden. 30 Prozent rechnen mit 1.000 bis unter 5.000 Euro. Gut jedes fünfte Unternehmen (22 %) wendet für die Besetzung einer Führungskraft 5.000 bis unter 10.000 Euro auf. Jedes Zehnte (11 %) nimmt 10.000 – 20.000 Euro in die Hand, um ihren neuen Mitarbeiter zu finden, während fünf Prozent noch einmal tiefer in die Tasche greifen: hier sind es 20.000 – 50.000 Euro.

Wenn’s wieder länger dauert: Unbesetzte Stellen verursachen finanziellen Schaden

Unbesetzte Stellen sind teuer – denn aufgeschobene Projekte, fehlendes Wissen oder verzögerte Arbeitsabläufe machen sich in der Regel früher oder später finanziell bemerkbar. 23 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einem monatlichen Schaden von bis zu 1.000 Euro aus. Drei von zehn (31 %) beziffern ihn auf 1.000 bis unter 5.000 Euro und 22 Prozent auf 5.000 bis unter 10.000 Euro. Immerhin jedes zehnte Unternehmen geht gar von 10.000 – 50.000 Euro aus. Fast so viele (10 %) sind der Umfrage zufolge nicht in der Lage, diesen Wert für ihren Arbeitgeber einzuschätzen.

Das jährliche Gesamtbudget für die Personalsuche variiert stark

Während jedem fünften befragten Unternehmen (20 %) für die Personalsuche nur ein jährliches Budget von unter 1.000 Euro zur Verfügung steht, kann ein Viertel (25 %) über 1.000 bis unter 5.000 Euro verfügen. Noch mehr Budget (5.000 – 10.000 Euro) besitzen 16 Prozent aller Befragten. In 18 Prozent der Beratungsunternehmen liegt das Budget bei 10.000 bis unter 20.000 Euro pro Jahr und zehn Prozent können für die Personalsuche 20.000 bis unter 50.000 Euro aufwenden. Fünf Prozent der Beratungsunternehmen greifen auf 50.000 Euro und mehr zurück.

Yee Wah Tsoi ist für den Recruiting Content zuständig.
Ein Artikel von Yee Wah Tsoi

Yee Wah ist seit 2008 bei XING. Die Bielefelderin (gibt's wirklich!) war dort zuerst in der PR tätig. Seit 2017 ist sie für den Recruiting Content zuständig.