Recruiting-Tipp

Vier Tipps zum Umgang mit Guerilla-Bewerbungen

Einige Jobsuchende werden bei ihrer Bewerbung außergewöhnlich kreativ, um sich von der Masse abzusetzen. Doch für Recruiter bedeuten Guerilla-Bewerbungen eine Herausforderung im standardisierten Bewerbungsprozess. Wie gehen Sie am besten damit um?

Eines ist sicher: Guerilla-Bewerbungen hinterlassen einen bleibenden Eindruck und im besten Fall einen guten. Damit Sie Bratpfanne, Föhn und andere kreative Formate anstelle einer Papierbewerbung in den regulären Bewerbungsprozess integrieren können, sollten Sie ein paar Punkte beachten.

1. Hinterfragen Sie die Guerilla-Bewerbung

In der Flut der standardisierten Bewerbungen kann es leicht passieren, dass Sie begeistert sind, wenn sich ein Kandidat etwas Besonderes ausgedacht hat. Trotzdem sollten Sie genau hinschauen: Gibt es einen verborgenen Grund, warum sich der Bewerber für diesen Schritt entschieden hat? Möchte er damit gar Lücken im Lebenslauf kaschieren?

2. Erstellen Sie ein passendes Anforderungsprofil

Ein gutes Anforderungsprofil ist die Basis, um aus der Vielzahl an Bewerbern die richtigen auszusuchen. In einem ersten Schritt setzen Sie es zur Durchsicht der Bewerbungsunterlagen ein. Hierbei gilt es zu entscheiden, ob der Bewerber die zuvor festgelegten Muss- und Kann-Anforderungen erfüllt. Muss-Anforderungen sind solche, die als Voraussetzung in der Stellenausschreibung genannt werden. Kann-Anforderungen sind wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist, dass Sie sich insbesondere in Bezug auf die Guerilla-Bewerbung bewusst machen, wie Sie die Anforderungen gewichten.

Stellen Sie sich dafür vor, dass Ihnen zwei Bewerbungen vorliegen. Kandidat Nummer 1 hat die besseren Qualifikationen, schickt aber eine klassische Bewerbung. Kandidat Nummer 2 schneidet im Lebenslauf schlechter ab, beweist aber mit seiner außergewöhnlichen Guerilla-Bewerbung Motivation. Welcher der beiden soll bevorzugt eingestellt werden? In diesem Schritt ist es besonders wichtig, dass Sie sich als Recruiter gut mit der Führungsetage und der jeweiligen Fachabteilung abstimmen.

Übrigens: Für den Fall, dass Sie, wie bei Initiativbewerbungen häufig, den Bewerber zwar sehr gut finden, aber aktuell keine passende Stelle für ihn haben, bietet XING mit dem TalentpoolManager ein Tool, das Sie bei der Organisation potentieller Kandidaten optimal unterstützt. Hier werden die Profile der Bewerber – aber auch von XING-Mitglieder, die Ihr Unternehmen als Wunscharbeitgeber angeben - nicht nur sehr leicht und übersichtlich an einem zentralen Ort gesammelt, sondern auch automatisch aktualisiert, sobald sich etwas bei den Angaben der Kandidaten ändert. Mehr Informationen zum XING TalentpoolManager finden Sie übrigens hier.

3. Holen Sie fehlende Informationen ein

Ist der Bewerber grundsätzlich geeignet, aber Sie haben dennoch Rückfragen zu seiner Bewerbung, machen Sie sich bei der Sichtung Notizen und klären Sie offene Fragen am besten direkt per Telefon oder E-Mail. Schließlich ist es wichtig, dass Sie sich ein genaues Bild davon machen können, was den Kandidaten neben seiner Kreativität noch auszeichnet.

4. Geben Sie Feedback

Jeder Kandidat, der eine Guerilla-Bewerbung schickt, hat sich mit dieser besonders viel Mühe gegeben. Und das sollte Sie unbedingt honorieren! Senden Sie ihm deshalb zeitnah eine Antwort und geben Sie ihm darin ehrliches Feedback. Bei einer Absage ist es nur fair, den Kandidaten wissen zu lassen, ob der Absagegrund die Form oder doch eventuell fehlende Qualifikationen sind. Nicht zuletzt, um zu verhindern, dass der enttäuschte Bewerber seinem Unmut auf einer Arbeitgeberbewertungsplattform Luft macht.

Ist der Kandidat mit seiner ungewöhnlichen Bewerbung bei Ihnen auf Interesse gestoßen, können Sie ihn anschließend in den regulären Bewerbungsprozess eingliedern und zum Assessment-Center oder Vorstellungsgespräch einladen.

Ein Artikel von Birte Schmidt

Birte berichtet freiberuflich für den Blog von XING E-Recruiting über Trends und Neuigkeiten aus dem HR-Bereich.