Diversität

Diversität als Schlüsselfaktor für die Zukunft der Arbeit – ein Interview mit der Vollpension

Diversität als Schlüsselfaktor für die Zukunft der Arbeit – ein Interview mit der Vollpension

Diversität gilt als Schlüsselfaktor in der (neuen) Arbeitswelt und dennoch haben Unternehmen noch viele Maßnahmen in diesem Bereich zu setzen: Vielfalt im Unternehmen überhaupt zu akzeptieren ist der erste Schritt, diese bewusst anzustreben muss der nächste sein. Ein konsequentes Diversitymanagement soll sich auch wirtschaftlich auszahlen. So bestätigen bereits 78 Prozent der befragten Personaler im Jahr 2018, dass Diversitymanagement eine Firma langfristig erfolgreicher machen kann, laut NewWork Trendbook zu dieser Zeit. 

Doch die Frage nach echter Diversität beschränkt sich nicht auf das Gender-Thema. Es geht darum, wie wir es schaffen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, Erfahrung, Alters, Bildungsschichten und Lebenswirklichkeiten starke Teams bilden können, voneinander lernen und profitieren.

XING vergibt Look Business Award in der Kategorie „Diversity”

Wir bei XING haben es zu unserer Mission gemacht, die Menschen zu befähigen, ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wir sind überzeugt, dass Menschen dort ihr volles Potential ausschöpfen, kreativer und motivierter sind, wo sie keine Rolle spielen müssen, sondern sie selbst sein können.

Daher war es Ende September für Kristina Knezevic, Country Managerin für XING Österreich, umso mehr eine Freude im Rahmen des Look Business Awards 2020 und im Namen von XING in der Kategorie „Diversity“ die Vollpension Wien als Siegerin zu ehren.

Ein Unternehmen, welches nicht diverser sein könnte: generationsübergreifend, sozial, interkulturell, modern. Zudem leistet es einen wichtigen gesellschaftlichen Mehrwert und ist von der Wiener Kaffeehauskultur nicht mehr wegzudenken! In ihren mittlerweile zwei Standorten in Wien treffen Alt und Jung, sowie Personen aus der ganzen Welt bei einer guten Tasse Wiener Melange und „Oma’s weltbesten Apfelstrudel“ aufeinander und können Erfahrungen teilen. Gründer*innen dieses Cafés sind Hannah Lux, Julia Krenmayr und Moriz Piffl.

Mit den Gründerinnen Julia und Hannah hat Kristina gesprochen. Julia ist Expertin zum Thema generationenübergreifendes Miteinander und Arbeiten im Alter. Als ausgebildete Kunsttherapeutin und mit ihrem Studium der Organisationsentwicklung bringt Julia auch einen stark kreativ-künstlerischen und systemischen Aspekt in ihre Arbeit ein. Hannah hat ihre Passion fürs Zusammenbringen unterschiedlicher Perspektiven und fürs Auf-den-Boden-Bringen von gesellschaftlich relevanten Ideen schon in mehreren Projekten und Unternehmen ausgelebt und eingesetzt. Das machte sie in den letzten zehn Jahren zur Expertin für Social Entrepreneurship, sozialer Innovation und politischem Unternehmertum.

Kristina tauscht sich mit den Beiden rund um das Thema Diversität, sowie um die Herausforderungen, die die aktuelle Corona-Situation für das Unternehmen mit sich bringt.

Was bedeutet die Look Business Award Ehrung in der Kategorie „Diversity“ für Euer Unternehmen Vollpension?

Hannah: Es freut und ehrt uns natürlich sehr, dass wir gerade für den Bereich Diversity ausgezeichnet wurden. Wir haben uns als Sozialunternehmen dazu entschlossen, Diversität tagtäglich zu leben. Das ist nicht immer der leichteste Weg, aber einer, der sich definitiv lohnt. Vor allem wenn man in unserem Fall viele strahlende Senior*innen-Gesichter sieht, wenn sie neue Bekanntschaften im Generationencafé machen oder einfach nur Freude an der Arbeit mit der jungen Generation haben. 

Was bringt diese Ehrung für Euer Unternehmen?

Hannah: Es ist eine Anerkennung dafür, was wir tagtäglich versuchen - nämlich die Welt ein kleines Stück bunter zu machen, und zu zeigen, dass die Arbeitswelt jetzt und künftig noch viel mehr unterschiedliche Sichtweisen benötigt, um die Herausforderungen der Zeit zu meistern. 

Was ist das Konzept hinter der Vollpension, Eure Gründungsidee?

Julia: Die Idee hinter der Vollpension ist relativ leicht erklärt – Wo gibt's die beste Mehlspeis? Und wie kann man Generationen-verbindende Räume im urbanen Raum schaffen? Die Vollpension ist unsere Antwort darauf. Bester Oma-Kuchen handgemacht, dazu Retro-Stil-Atmosphäre und kunterbuntes Kaffeehaustreiben. Die Arbeitsplätze für unsere Senior*innen schaffen Zuverdienst und soziale Kontakte. 

Wie groß seid ihr mittlerweile? Was hat sich in den letzten Jahren getan?

Hannah: Unser erster Standort in 1040 wurde 2015 eröffnet, der zweite Standort kam dann Ende letztes Jahr in 1010 hinzu und seit kurzem haben wir die erste Oma-Online-Back-Plattform gelauched, damit man die Oma (und den Opa) auch im Internet besuchen und von ihr backen lernen kann – OMAsterclass und Live-Kurse inklusive. 

Österreich wurde über Nacht digitalisiert und viele Unternehmen kämpfen zurzeit in der Krise. Wie sehr wurdet ihr von der Krise getroffen? Was hat sich in den letzten Monat für euch verändert?

Julia: Corona hat uns – wie so vielen – einen Strich durch die Rechnung gemacht, derzeit haben wir nur den Standort im 4. Bezirk geöffnet und fokussieren uns auf die neue Oma-Back-Plattform. Also auch wir gehen den Weg der Digitalisierung und sind davon überzeugt, dass Generationen-verbindende Lern- und Begegnungsräume auch online stattfinden können. 

Als Gastronomie-Unternehmen, mit ca. 70 Prozent Tourist*innen-Anteil bei Gästen und mit der Corona-Risikogruppe arbeitend hat es uns besonders hart getroffen, insofern gab es keinen anderen Weg, als in die Zukunft blickend innovativ zu bleiben und unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Außerdem sollen die Geschichten unserer Omas und Opas viel mehr Menschen Freude bereiten, das ist in der digitalen Welt möglich. 

Wo geht es für Euch in den nächsten Jahren hin? Was sind Eure Pläne?

Hannah: Also vordergründig ist im Moment diese verrückte Corona-Zeit gemeinsam mit unseren Senior*innen zu überstehen. Als Social Business haben wir uns zum Ziel gesetzt Senior*innen aus der Altersarmut und Einsamkeit im Alter zu helfen. Auch in einer Krise, die uns wirtschaftlich schwer trifft, ist das der Antrieb unseres Tuns, und wir hoffen, dass wir dann irgendwann gestärkt auf diese Zeit zurückblicken können. 

Gundula Rauch ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien.
Ein Artikel von Gundula Rauch

Gundula ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien. An der Universität Wien studiert sie im Master Arbeits- und Organisations-Psychologie.