Hybrid Work:

Wie neues Arbeiten in der Praxis funktionieren kann (mit Video in voller Länge)

Hybrid Work: Wie neues Arbeiten in der Praxis funktionieren kann

Wie kann Führung gelingen, wenn ein Teil des Teams vor Ort ist und ein anderes nur digital im Home Office erreichbar? Und ist das nicht nur die aktuell notwendige, sondern die zukünftige Arbeitsform? Darüber diskutierte Moderator Cliff Lehnen Chefredakteur der „Personalwirtschaft“ und Medienpartner bei der New Work Experience 2021 mit drei HR-Expert·innen.

Eine gute Nachricht hatten zu Beginn des Talks alle drei Expert·innen: Die Umstellung – zumal innerhalb weniger Tage – vom Arbeiten im Büro zum Home Office zu Beginn der Pandemie hat gut geklappt. 1.700 Mitarbeitende betraf dies allein bei XING. „Weil das Unternehmen an verschiedenen Standorten arbeitet, gab es schon vorher viele Hybrid-Teams, gute Kommunikationstools und die Server waren auch vorbereitet“, erzählt Xenia Meuser, SVP Attract & Retain, Brand & Marketing der New Work SE.

Technische Voraussetzungen machten es leichter

Auch bei Otto seien die technologischen Voraussetzungen bereits gegeben gewesen, berichtet Tobias Krüger, Division Manager Kulturwandel 4.0 bei der Otto Group. Die große Herausforderung der vergangenen Monate sei stattdessen gewesen, die Balance der Mitarbeitenden zwischen Beruf und Privatleben beizubehalten.

Und für Jonas Spengler, Geschäftsführer bei komoot, war Remote Work sogar bereits vor der Pandemie beruflicher Alltag, denn das Unternehmen hatte schon vor einigen Jahren seine gemeinsamen Büroräume endgültig aufgelöst. Der Grund war laut Spengler ganz einfach: So konnte man standortunabhängig die besten Fachkräfte gewinnen.

komoot weiß schon lange, wie Remote Work funktioniert

Spengler kennt also bereits seit einigen Jahren die Herausforderung, ein Team zu leiten, das an vielen verschiedenen Orten arbeitet. Damit sich trotzdem alle als Einheit verstehen, treffen sich die Mitarbeitenden dreimal im Jahr für gemeinsame Workshops und Freizeitaktivitäten an einem Ort. Und um im Arbeitsalltag in puncto Erreichbarkeit eine gewisse Verlässlichkeit herzustellen, hat das Unternehmen eine Kernarbeitszeit implementiert, die sich an der Zeitzone von Berlin orientiert. Zwischen 10 und 15 Uhr muss jede·r Mitarbeitende innerhalb von 10 Minuten erreichbar sein, damit schnelle Interaktion möglich ist.

Hybride Konferenzen

Bei der Otto Group stattet man auch im Hinblick auf die Zukunft aktuell alle Konferenzräume mit speziellen 360-Grad-Kameras aus, die den gesamten Raum und alle Teilnehmer gleichermaßen erfassen und über herkömmliche Video-Meeting-Systeme an die remote arbeitenden Kollegen übertragen. Für Krüger sind solche Tools im Hinblick auf kommende hybride Arbeitsformen wichtig, um eine gemeinsame Atmosphäre im Team herzustellen – auch bei einem hauptsächlich digitalen Meeting.

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Zusammen Spaß haben

Bei XING legt man derweil weiterhin viel Wert auf soziale Events, die die Mitarbeitende nun im digitalen Raum zusammenbringen sollen. Xenia Meuser berichtet vom Couch-Festival, das das Unternehmen zu Weihnachten mit 1.700 Mitarbeitern veranstaltet habe. „Alle hatten vorab ein Päckchen bekommen, saßen zuhause mit ihren Familien und haben Schokolade gegessen und Tee getrunken und die Kinder haben getanzt.“ Auf diese Weise mache XING Unternehmenskultur auch remote und im digitalen Format wieder erlebbar.

Der Blick in die Zukunft

Klar ist: Die Pandemie hat in der Arbeitswelt einen Veränderungsprozess angestoßen, der längst noch nicht beendet ist. Die Frage, die sich aber schon bald stellen wird, formuliert Xenia Meuser so: Wie geht man damit um, wenn einige Mitarbeitende zukünftig fünf Tage pro Woche im Büro und andere komplett remote arbeiten wollen? Welche Regelungen braucht es dann? Tobias Krüger von der Otto Group will dann keine zentralen Regelwerke vorgeben, sondern als Führungskraft eine Antwort auf die Frage liefern: Wann muss was in welcher Qualität fertig sein?

Ein Artikel von Birte Schmidt

Birte berichtet freiberuflich für den Blog von XING E-Recruiting über Trends und Neuigkeiten aus dem HR-Bereich.