Personalsuche im Öffentlichen Dienst

Ist der Öffentliche Dienst schon bereit für New Work?

Ist der Öffentliche Dienst schon bereit für New Work?

Mit seinen sicheren Arbeitsplätzen ist der Öffentliche Dienst einer der Gewinner der Corona-Pandemie. Doch um junge Bewerber zu überzeugen, muss er sich als moderner Arbeitgeber platzieren. Gelingt dies dem Öffentlichen Dienst schon? Hier finden Sie die Ergebnisse aus dem Branchenreport von XING E-Recruiting.

Die Sicherheit des Arbeitsplatzes und das Gehalt sind Beschäftigten im Öffentlichen Dienst am wichtigsten. Das geben jeweils 84 Prozent der Beschäftigten im jüngst veröffentlichen Branchenreport von XING E-Recruiting an, der relevante Zahlen und Fakten zum Recruiting im Öffentlichen Dienst zusammenfasst.

XING E-Recruiting hat außerdem 1.000 Deutsche zwischen 18 und 45 Jahren befragt, die nicht im Öffentlichen Dienst arbeiten, wie sie diesen als Arbeitgeber wahrnehmen. Das Ergebnis: Immerhin jeder Dritte denkt, dass der Öffentliche Dienst attraktive Arbeitsplätze bietet. 27 Prozent stimmen zu, dass die Arbeit für Vater Staat ein positives Image hat. Und lediglich 15 Prozent würden sich nicht bewerben, weil sie die Jobs unattraktiv finden.

Die Ergebnisse in der Infografik
Die Ergebnisse in der Infografik

Ist der Öffentliche Dienst in den Augen der Befragten also ein moderner Arbeitgeber, in dem New Work bereits heute gelebt wird? Wir machen den Check.

Trumpfkarte Gehaltstransparenz

Im Öffentlichen Dienst wird das Gehalt einheitlich durch Tarifverträge geregelt. Damit sind die Bedingungen für alle gleich und die Bewerber wissen bereits im Vorfeld, worauf sie sich einlassen. Auch dass alle Geschlechter gleich viel verdienen, ist im Öffentlichen Dienst selbstverständlich. Die gerade von jungen Nachwuchskräften häufig geforderte Transparenz, die die Privatwirtschaft nur in Ausnahmefällen leistet, katapultiert den Öffentlichen Dienst in diesen Aspekten an die Spitze. Beamte genießen zudem die Privilegien der „Unkündbarkeit“ und die geringeren Sozialabgaben.

Entsprechend bewerten auch die Befragten diese Punkte: 79 Prozent empfinden die Sicherheit des Arbeitsplatzes als großen Pluspunkt, 68 Prozent beurteilen das Gehalt als gut. Lediglich 11 Prozent der Befragten haben sich noch nie auf einen Job im Öffentlichen Dienst beworben, weil die Bezahlung nicht ihren Vorstellungen entsprach.

Der Öffentliche Dienst in der DACH-Region
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Flexibles Arbeiten noch mangelhaft

Zwar ist es 65 Prozent der Befragten wichtig, dass ihr Arbeitgeber ein modernes Image hat, trotzdem glaubt fast jeder Fünfte nicht, dass der Öffentliche Dienst moderne Arbeitsformen bietet. Die Möglichkeit für Home Office ist für jeden Zweiten wichtig oder sehr wichtig, jeder Fünfte bezweifelt, dass es dort angeboten wird.

Entsprechend hatten 67 Prozent der Beamten und Angestellten den Eindruck, dass ihr Arbeitgeber auf die coronabedingte Phase im Homeoffice schlecht vorbereitet war. Das vernetzte Arbeiten werde durch veraltete Technik und fehlende Weiterbildungen gebremst. Die Hälfte der Befragten bemängelt außerdem die technische Ausstattung.

Digitaler Bewerbungsprozess positiv

Beim Bewerbungsprozess ergibt sich insgesamt ein positives Bild. So bewerten 65 Prozent der Teilnehmer die Möglichkeit einer digitalen Bewerbung als gut oder sehr gut. Auch die Wartezeiten werden von mehr als der Hälfte positiv bewertet. Für zukünftige Bewerbungen wünschen sich 53 Prozent der Befragten, dass sie die Bewerbungsunterlagen auch per E-Mail einreichen können, 51 Prozent wünschen sich digitale Bewerbungsformulare oder Eingabemasken.

Bei der Form des Vorstellungsgespräches bevorzugen 30 Prozent das persönliche Gespräch vor Ort, 18 Prozent ziehen den Videochat vor und 14 Prozent wünschen sich ein Telefonat.

Fazit

Gerade mit Blick auf die Arbeitsbedingungen und das flexible Arbeiten gibt es im Öffentlichen Dienst Nachholbedarf. Die Möglichkeit für Home Office und eine funktionierende technische Infrastruktur sind für den Arbeitsmarkt der Zukunft ein absolutes Muss, um qualifizierte Kräfte für den Öffentlichen Dienst zu gewinnen. Eine gesunde Work-Life-Balance sollte Arbeitnehmern unbedingt ermöglicht werden.

Weitere Informationen rund um das Thema Recruiting im Öffentlichen Dienst finden Sie im Branchenreport von XING E-Recruiting.

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Ein Artikel von Birte Schmidt

Birte berichtet freiberuflich für den Blog von XING E-Recruiting über Trends und Neuigkeiten aus dem HR-Bereich.