Online Programmierkurse für Kinder anstatt Latein-Unterricht in der Schule?!

acodemy ist Gewinner der Kategorie „Digital Business“ der „Next Generation Business Trophy“ von look!

acodemy ist Gewinner der Kategorie „Digital Business“ der „Next Generation Business Trophy“ von look!

Wir, von XING, sind stolz auch dieses Jahr wieder Partner und Host der Kategorie „Digital Business“ der „Next Generation Business Trophy“-Veranstaltung sein zu dürfen. Die Mission hinter der gesamten Veranstaltung ist es: Jungunternehmer·innen, Start-Ups und allgemein kluge Köpfe von Morgen mit ihren genialen und frischen Ideen vorzustellen.

In diesem Rahmen durften wir am 24. März (online) den Preis an Anna Relle und Elisabeth Weißenböck von acodemy überreichen.

Eine spannende Keynote von Cornelia Diesenreiter, der Gründerin von „Unverschwendet“, oder eine Stand-Up-Comedienne Einlage zum Thema Feminismus von Julia Brandner rundeten unter anderem den spannenden und mit Erfindergeist gefüllten Abend gelungen ab. Vor der Preisverleihung durfte Kristina Knezevic, Country Managerin von XING Österreich, noch zusammen mit Sigrid Oblak (Wien Holding), ORF-Moderatorin Eser Akbaba, Peter Kirschner (Anima Mentis) zum Thema „Neue Werte in einer neuen Welt“ diskutieren. Moderiert wurde das Panel von look!-Herausgeberin Uschi Pöttler-Fellner persönlich.

Kristina Knezevic spricht mit den Gründerinnen und Geschäftsführerinnen von acodemy Anna Relle und Elisabeth Weißenböck zu ihrer Mission, was sich im Bildungssystem ändern muss und wie wir unsere Kinder am besten auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten.

Was bedeutet diese Ehrung für euch und für acodemy?

Anna: Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, weil sie eine schöne Anerkennung für unsere Arbeit ist. Sie ist aber auch ein Zeichen dafür, dass das Thema „digitale Bildung“ für Kinder inzwischen in der Gesellschaft angekommen ist und die Wichtigkeit und Dringlichkeit erkannt wird. Noch nicht überall, aber – und ein großes Dankeschön dafür auch an XING – es gibt schon Unternehmen, die sehen, dass die nächste Generation auf eine Zukunft in der digitalen Welt vorbereitet werden muss.

Was ist das Konzept hinter acodemy und wie kam es zu dieser Unternehmensidee?

Elisabeth: Bei acodemy unterrichten wir Programmieren für Kinder zwischen 6 und 17 Jahren. Sie können mit sehr viel Spaß und Kreativität lernen, wie sie ihre eigenen Computerspiele oder Animationen gestalten. Dafür gibt es bei acodemy Feriencamps und Programmierkurse. Je nach Können und Alter finden bei uns alle Kinder den richtigen Programmierkurs – von Anfänger·in bis Profi, von Scratch über MINECRAFT, bis Python.

Die Idee kam aus zwei Richtungen. Erstens, weil dieses Thema immer wichtiger wird. Programmieren gilt international für viele schon als vierte Grundfähigkeit.  Und zweitens, weil unsere Programmieranfänge an der Uni wenig mit Spaß zu tun gehabt haben. Für uns war klar, wenn wir wollen, dass die Kinder bei uns tatsächlich etwas lernen, müssen wir etwas motivierendes, witziges, kindgerechtes anbieten.

„Programmieren gilt international für viele schon als vierte Grundfähigkeit.“

Wie wurde und wird eure Idee (Programmier-Schule) angenommen? Merkt ihr hier eine Veränderung in den letzten Jahren?

Anna: Ja, sehr stark. Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, haben uns noch viele gesagt, dass Kinder lieber etwas anderes lernen sollen. Da gab es eine Verschiebung zu „ja, das ist wichtig, aber Sport und Musik muss auch sein“. So sehen wir es auch. Es ist wichtig, dass Kinder Sport machen, und natürlich auch Lesen lernen. Aber Digitalisierung wird vor Österreich nicht Halt machen. Das muss uns spätestens seit Corona sehr klar sein.

Wie lange gibt es acodemy schon und wie groß seid ihr mittlerweile?

Anna: Vor fünf Jahren haben Elisabeth und ich uns kennengelernt, bei einer Informatik-Konferenz mit vielen, vielen Herren in dunklen Anzügen, und wir waren die einzigen zwei Frauen. Und so haben wir uns nebeneinandergesetzt;) Vier Monate später haben wir acodemy gegründet und die ersten Workshops für Schulklassen gehalten. Wir haben jetzt ein 22-köpfiges Trainer·innen-Team und unterrichten im Jahr 1500-2000 Kinder. Ungefähr die Hälfte der Kinder kommt im Sommer zu den Feriencamps, die andere Hälfte besucht die Kurse während des Semesters oder kommt mit der Schule zu Workshops zu uns.

„Wir würden gerne alle Kinder erreichen und nicht nur die, die sich Programmierunterricht leisten können. Dafür würden wir gerne das Bildungssystem noch mehr und besser unterstützen.“

Was ist die größte Herausforderung in eurer Arbeit? Stoßt ihr manchmal auf Widerstand auf Eltern-/ Schüler·innen-/ Lehrer·innen-Seite?

Elisabeth: Programmierunterricht ist oft aufwendig. Wir brauchen Geräte, wir brauchen einen Lehrplan, den wir selbst über Jahre entwickelt haben. Das wird oft mit Unterrichtsfächern verglichen, die seit 50 Jahren unterrichtet werden und daher für alle wesentlich günstiger sind. Und, womit wir uns auch schwer tun ist, dass wir gerne alle Kinder erreichen würden, nicht nur die, die sich Programmierunterricht leisten können. Wir würden dafür sehr gerne das Bildungssystem noch viel mehr und viel besser unterstützen. Es ist nicht leicht dafür die Entscheidungsträger·innen zu finden und zu ihnen durchzudringen.

Digitalisierung der Arbeitswelt – welche „neuen“ Kompetenzen brauchen Kinder eurer Einschätzung nach in Zukunft? Wie wird sich dies auch noch in den nächsten Jahren ändern?   

Elisabeth: Inzwischen gibt es unendlich viele Studien darüber, dass es in 20 Jahre kaum mehr Jobs geben wird, wo digitale Kompetenzen nicht gefragt sein werden. Wir sind überzeugt, dass es essentiell wichtig ist, den Kindern – schon im Volksschulalter – ein digitales Grundverständnis zu geben. Dabei geht es nicht um Programmiersprachen, sondern um die Grundlogik. Wie das 1x1 in der Mathematik. Es kann nicht sein, dass Kinder mit zwei Jahren schon am Tablet hin- und her wischen und mit zehn Jahren noch immer nicht gehört haben, dass ein Tablet kein Wundergerät ist, sondern ein Werkzeug, das programmiert wurde.

„In 20 Jahre wird es kaum mehr Jobs geben, wo digitale Kompetenzen nicht gefragt sein werden. Wir sind überzeugt, dass es essentiell wichtig ist, den Kindern – schon im Volksschulalter – ein digitales Grundverständnis zu geben.“

Wie betrifft euch die zur zeitige Situation- virtuelles Lernen von daheim? Finden Kurse für Schüler·innen dennoch statt? Virtuell oder vor Ort?

Anna: Wir haben in März 2020 beim allerersten Lockdown sehr schnell auf online Kurse umgestellt. Das sind bei uns immer live-online Kurse, d.h. im virtuellen Raum in einer kleinen Gruppe, mit acodemy Trainer·in. Vor Ort haben wir im Sommer die Feriencamps machen können, die waren großartig und sehr beliebt. Danach ging es dann live-online weiter. Der Vorteil dieser Kurse ist, dass so auch Kinder teilnehmen können, die nicht in unseren Städten wohnen, oder überhaupt im Ausland sind. Wir hatten in den letzten zwölf Monaten Kinder aus ganz Österreich, Italien, Deutschland, sogar Ägypten im Kurs.

Wo geht es für euch in den nächsten Jahren hin? Was sind eure Pläne mit acodemy?

Elisabeth: Wir planen die live-online Kurse weiter auszubauen und noch mehr Kinder in ganz Österreich und im deutschsprachigen Ausland zu unterrichten. Gleichzeitig denken wir über eine Möglichkeit nach, wie wir die Schulen in Österreich besser unterstützen können. Und Standorte in den Bundeshauptstädten – eventuell mit einem Franchisesystem – stehen auch noch zur Entscheidung;)

Gundula Rauch ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien.
Ein Artikel von Gundula Rauch

Gundula ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien. An der Universität Wien studiert sie im Master Arbeits- und Organisations-Psychologie.