Unkonventionell, aber erfolgreich

Meine besten Tipps als XING Active Sourcerin

Meine besten Tipps als XING Active Sourcerin

Es war kein einfacher Job: Besetzt werden sollte die Position eines/-r Geschäftsführers-/in für eine Diakonie im Raum Berlin. Als Active Sourcerin bei der NEW WORK SE (ehemals XING SE) suche ich für gewöhnlich natürlich keine Diakonie-Geschäftsführer. Vielmehr habe ich an einem Wettbewerb im Rahmen der „Future of Recruiting Summit“ teilgenommen, der dieses Jahr zum dritten Mal auf der Zukunft Personal Europe stattfand (hier geht's zum Rückblick). Die Ausrichter des Wettbewerbs sind Wolfgang Brickwedde und Andreas Dittes. 130 Mitbewerber aus der D-ACH-Region auf Unternehmens- und Personaldienstleisterseite hatten teilgenommen.

Und: Das Ziel des Awards ist nicht nur, die besten Active Sourcer auf Unternehmensseite (Corporate) und auf Personaldienstleisterseite im deutschsprachigen Raum zu finden, sondern auch die steigende Bedeutung der aktiven Suche nach Fach- und Führungskräften hervorzuheben. Tatsächlich konnte ich am Ende den Active Sourcing Award mit nach Hause nehmen. Wie ich das geschafft habt, erfahren Sie jetzt!

Marktexpertise ist wichtig

Meine konkrete Aufgabe war es, eine Suchstrategie für die Position des Diakonie-Geschäftsführers anzulegen, drei passgenaue Profile zu präsentieren und ein Beispiel-Anschreiben zu formulieren. Nun ist die Position eines Diakonie-Geschäftsführers nicht gerade mein Spezialfeld. Wahrscheinlich gibt es hier nur sehr wenige Spezialisten im HR Umfeld. Dabei ist es äußerst wichtig, die Zielgruppe zu verstehen. Marktexpertise ist essenziell. Deshalb ist unser fünfköpfiges Active Sourcing Team in der NEW WORK SE disziplinarisch aufgeteilt aufgeteilt – beispielsweise in den Bereichen Tech, Sales und Product.

Nachfolgend finden Sie meine Tipps, wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie auf der Suche nach Kandidaten in Nischenfeldern sind.

Tipp 1: Werden Sie kreativ und denken Sie um die Ecke

Um sich eine Übersicht zum Markt zu verschaffen, benötigen Sie etwas kreatives Geschick. Meine erste Anlaufstelle ist für gewöhnlich der XING TalentManager. Ich rufe die Suche auf und fange mit einem groben Schlagwort an. So startete ich bei dem oben genannten Beispiel mit den Wörtern „Diakonie Geschäftsführer“, um zu schauen, was der Kandidatenmarkt generell hervorbringt. Ich schaue mir einige interessante Profile an, um zu verstehen, wie die Lebensläufe dieser Zielgruppe aufgebaut sind. „Was haben diese Mitglieder gemeinsam? Was für eine Ausbildung haben sie? Wie oft wechseln sie den Arbeitgeber? Was könnte der nächste Schritt für diese Person sein?“ – das sind Fragen, die ich mir beim Betrachten der Profile stelle.

Nachdem ich das gemacht habe, nähere ich mich über die diversen Filterfunktionen meiner gewünschten Zielgruppe. Ich spiele etwa mit den Filtern, grenze den Ort stärker ein, nutze verschiedene Synonyme. Oft finden Sie hierüber schon ausreichend viele potenzielle Kandidaten. Sollte das nicht der Fall sein, versuchen Sie meinen zweiten Tipp.

Tipp 2: Werfen Sie einen Blick in die Themen-Gruppen auf XING

Nur wenige Sourcer nutzen diese Möglichkeit, was schade ist, denn auf XING sind unzählig viele Gruppen zu allen möglichen Branchen und Tätigkeitsfeldern. In meinen Fall rief ich verschiedene Diakoniegruppen auf und schaute mir die Gruppenmitglieder dort an. Wenn ich in der Mitgliederliste passende Positionsbeschreibungen gefunden habe, besuchte ich die Profile und analysierte diese. Gewiss dauert diese Methode etwas, aber sie ist v. a. bei Kandidaten sinnvoll, die nicht so leicht zu finden sind. Probieren Sie es mal aus!

Tipp 3: Universitätsgruppen auf XING

Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass recht viele der Diakoniemitarbeiter eine entsprechende Diakoniehochschule besucht haben. Schauen Sie auch unbedingt die Hochschulgruppen auf XING an, um entsprechende Mitglieder zu finden.

Tipp 4: Das persönliche Anschreiben

Haben Sie erst einmal eine Liste potenzieller Kandidaten vorliegen, ist es nun an der Zeit, diese zu kontaktieren. Es ist wichtig individuell angefertigte Anschreiben zu formulieren. Ich nutze daher Suchmaschinen wie Google, um mich weiter über meine potenziellen Kandidaten zu informieren. Und siehe da: Mein Top-Kandidat für die Diakonie-Stelle hat mal einer Zeitung ein Interview gegeben. Solche Infos sind Gold wert, wenn sie diese in dem Anschreiben aufführen. Der Kandidat merkt so, dass sie Sie sich wirklich mit dem Profil auseinandergesetzt haben.

Den goldenen Weg gibt es nicht

Gerade bei Nischenpositionen ist es nicht leicht, passende Kandidaten zu finden. Vielleicht hilft der eine oder andere Tipp Ihnen ja bei der Besetzung einer Stelle. Erstaunlicherweise waren übrigens alle eingereichten Profile unterschiedlich – dies zeigt, dass unterschiedliche Wege auch unterschiedliche Kandidaten hervorbringen. Es gibt den einen goldenen Weg schlichtweg nicht.

Nina Wessels
Ein Artikel von Nina Wessels

Nina Wessels ist seit Januar 2019 bei der NEW WORK SE als Recruiterin tätig. Zuvor war sie dort bereits als Werkstudentin beschäftigt.

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