Umfrage unter mehr als 1.200 Personalern

Sechs wichtige Erkenntnisse für Arbeitgeber und Recruiter (Teil 1) zu Corona-Folgen

„New Normal“ ist wieder im alltäglichen Sprachgebrauch angekommen. Die zwei Wörter beschreiben Phasen mit extremen Situationen, an die sich Menschen nach einiger Zeit gewöhnen. Oft handelt es sich um finanzielle Krisen, welche die Wirtschaft durcheinanderwirbelt, in diesen Zeiten ist es der Corona-Virus. Mittlerweile sind wohl auch alle Unternehmen im „New Normal“ angekommen. Doch was heißt das genau für die Arbeitgeber im deutschsprachigen Raum? Wie hat Corona die Personalplanungen durcheinandergewirbelt? Wie viele Unternehmen haben ihre Recruiting-Maßnahmen umgestellt und was erwarten sie vom restlichen Jahr?

Mehr als 1.200 XING Mitglieder, die im HR Umfeld tätig sind, haben in den vergangenen Wochen an unserer großen Online-Umfrage teilgenommen. Erfahren Sie in diesem ersten Teil der Auswertung, wie es um die aktuelle Personalarbeit und -Planung in Deutschland, Österreich und die Schweiz bestellt ist.

 Umfrage unter mehr als 1.200 Personalern

1. Neue Mitarbeiter trotz Corona: In sieben von zehn Unternehmen fingen neue Mitarbeiter an

In 68 Prozent der Unternehmen haben seit Beginn der Corona-Krise Mitte März neue Mitarbeiter angefangen. Besonders trifft dies auf Schweizer Unternehmen zu (73 Prozent). Von den drei untersuchten Ländern ist der Anteil in Österreich am niedrigsten (63 Prozent).

1. Neue Mitarbeiter trotz Corona: In sieben von zehn Unternehmen fingen neue Mitarbeiter an

2. „Hello from the other side“: Onboarding neuer Mitarbeiter größtenteils virtuell, aber nicht nur

Gerade das Onboarding neuer Mitarbeiter ist zu Corona-Zeiten eine echte Herausforderung. Jedes zweite Unternehmen (50 %) lädt seine Neulinge zu virtuellen Kennenlern-Sessions ein. Deutsche Unternehmen hinken diesbezüglich jedoch etwas hinterher (47 Prozent, in Österreich und der Schweiz je 57 Prozent).

Sofern möglich und nötig wird Mitarbeitern das IT-Equipment zugeschickt (18 Prozent), in 40 Prozent der Fälle jedoch vor Ort ausgehändigt. 20 Prozent der Unternehmen haben das Startdatum neuer Mitarbeiter hingegen verschoben. Letzteres trifft mit weitem Abstand auf Österreich zu. 43 Prozent der dortigen Unternehmen verlegten die Starttermine neuer Kollegen, während dies in Deutschland nur zu 19 Prozent der Fall ist, in der Schweiz sind es mit 13 Prozent noch weniger.

Am leichtesten machen es sich 35 Prozent der Unternehmen: Hier wurden die Onboarding-Maßnahmen gar nicht erst angepasst.

Hier gibt es übrigens Tipps für das Onboarding neuer Mitarbeiter im Homeoffice.

800 VRGettyImages-499136083 2. „Hello from the other side“: Onboarding neuer Mitarbeiter größtenteils virtuell, aber nicht nur

3. So sieht die Personalplanung aus: 38 Prozent halten am Plan fest, 41 Prozent stellen nicht mehr bzw. weniger ein

Was tun? Als sich der erste Corona-Schock legte, wurden auch schnell Überlegungen hinsichtlich der Personalplanung getätigt. Immerhin 38 Prozent halten an ihren Planungen fest. Besonders tun dies die Schweizer (47 Prozent). Etwa jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) stellt nicht mehr ein. 20 Prozent stellen weniger ein als geplant. Letzteres trifft insbesondere auf österreichische Unternehmen zu (27 Prozent).

Drastischer sieht es bei diesen 9 Prozent der Unternehmen aus: Hier wurde bereits Personal entlassen bzw. es ist in Planung.

Nur fünf von 100 Unternehmen stellen aktuell mehr ein als geplant. Und 7 Prozent haben sich mit den Folgen von Corona auf die Personalplanung noch gar nicht befasst.

3. So sieht die Personalplanung aus: 38 Prozent halten am Plan fest, 41 Prozent stellen nicht mehr bzw. weniger ein

4. Die wichtigsten Gründe für die Reduktion von Neueinstellungen, Einstellstopps und Kündigungen: Unsicherheit, Sparmaßnahmen und Rückgang bestimmter Tätigkeiten

„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“: Die Entscheidung nicht mehr bzw. weniger einzustellen oder gar Mitarbeiter zu entlassen, wird von den Befragten oftmals mit der unsicheren Ausgangslage begründet (59 Prozent). Dies trifft insbesondere auf die Schweizer zu (71 Prozent). Am zweithäufigsten wurden Sparmaßnahmen im Unternehmen genannt (44 Prozent). Besonders österreichische Unternehmen gaben diesen Grund an (52 Prozent). 29 Prozent der Unternehmen sagten, dass es einen Rückgang bestimmter Tätigkeiten gibt.

4. Die wichtigsten Gründe für die Reduktion von Neueinstellungen, Einstellstopps und Kündigungen: Unsicherheit, Sparmaßnahmen und Rückgang bestimmter Tätigkeiten

5. Überlebensfaktor Homeoffice: In nur 6 Prozent der Unternehmen ist Homeoffice gar nicht möglich

Die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, hat so manche Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Gleichzeitig ist „Remote Work“ heute oft der einzige Weg, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Entsprechend fiel der Anteil der Unternehmen in D-A-CH, die kein Homeoffice ermöglichen, mit 6 Prozent sehr niedrig aus. Die Mitarbeiter von 17 Prozent der Unternehmen arbeiten ausschließlich von daheim. Drei Viertel (77 %) der Unternehmen beschäftigen ihre Mitarbeiter derzeit sowohl im Homeoffice als auch im Betrieb.

5. Überlebensfaktor Homeoffice: In nur 6 Prozent der Unternehmen ist Homeoffice gar nicht möglich

6. Vor der Pandemie: In sechs von zehn Unternehmen war Homeoffice nur unter bestimmten Umständen erlaubt

So sehr Homeoffice heutzutage Teil des „New Normals“ ist, so kritisch schauten die Arbeitgeber vor der Pandemie auf das Thema: In 60 Prozent der Unternehmen war Homeoffice nur unter besonderen Umständen möglich. Knapp 12 Prozent hatten vorher gar kein Homeoffice. Immerhin war in 28 Prozent der Betriebe die Arbeit von daheim grundsätzlich bereits erlaubt. Hier gibt es starke länderspezifische Unterschiede: Während in jedem vierten deutschen Unternehmen Homeoffice vorher schon Standard war (25 Prozent), war dies nur in jedem fünften österreichischen Unternehmen der Fall (20 Prozent). In der Schweiz gehörte das Homeoffice schon in rund jedem dritten Unternehmen (32 Prozent) zum Alltag.

Übrigens: Von den Befragten aus Deutschland, die angegeben haben, dass ihr Unternehmen heute kein Homeoffice erlaubt, gaben 47 Prozent an, dass die Arbeit nicht von daheim erledigt werden kann. Jeder Dritte (33 Prozent) begründete den Umstand mit einer generellen Präsenzpflicht, knapp jeder Fünfte (22 Prozent) erklärte, man habe die technischen Möglichkeiten nicht.

Erfahren Sie im nächsten Teil, welche Recruiting Maßnahmen derzeit besonders gefragt sind und welche im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie zurückgefahren werden.

Yee Wah Tsoi ist für den Recruiting Content zuständig.
Ein Artikel von Yee Wah Tsoi

Yee Wah ist seit 2008 bei XING. Die Bielefelderin (gibt's wirklich!) war dort zuerst in der PR tätig. Seit 2017 ist sie für den Recruiting Content zuständig.