Mythos Lohnfairness

So steht es um die Lohnfairness in der Schweiz

Mythos Lohnfairness

Am 14. Juni 2019 haben viele Schweizerinnen gestreikt. Eine ihrer vielen Forderungen lautete „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Doch wie steht es eigentlich um die Lohnfairness, in der Schweiz, wenn es darum geht, dass Löhne unabhängig vom Geschlecht definiert werden?

Gemäss einer repräsentativen Umfrage von XING Schweiz vermutet jeder zweite Berufstätige in der Deutschschweiz, dass ungerechtfertigte Lohnunterschiede beim eigenen Arbeitgeber oft oder sogar sehr häufig vorkommen. Für 72 Prozent der Frauen ist das Thema dringlich und bedarf einer Lösung. Auch Männer stören sich an der Lohnungleichheit, doch nur für 44 Prozent ist es relevant. Kaum verwunderlich – denn Männer sind – wenn es um den Lohn geht, weniger häufig benachteiligt als Frauen. Auch wenn es darum geht, dass Männer zum Ausgleich des Lohnunterschieds einen leichten Rückgang beim eigenen Lohn in Kauf nehmen würden, kann nur rund ein Viertel (26 Prozent) der Befragten dieser Idee etwas abgewinnen und wäre zu diesem Schritt bereit.

Doch wie viel weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen die Schweizerinnen denn wirklich? Das Bundesamt für Statistik gelangt zum Ergebnis, dass unter Berücksichtigung erklärbarer Faktoren wie berufliche Stellung, Ausbildung, Branche und weiterer Kriterien die Lohndifferenz noch immer 7,7 Prozent beträgt. Für diese Lohndifferenz gibt es somit keine Erklärung.

Wieso Lohnfairness zum Anliegen des HR werden sollte

Die Personalsuche wird für Unternehmen beschwerlich, sobald Kandidaten von unterschiedlichen Löhnen erfahren. 81 Prozent der Frauen und auch knapp die Hälfte der Männer (46 Prozent) geben in der Befragung von XING an, dass sie sich künftig nicht bei einem Unternehmen bewerben würden, das Frauen grundsätzlich tiefere Löhne bezahlt. Doch damit nicht genug. 59 Prozent der Befragten sagen, dass sie die Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen mit Lohndiskriminierung boykottieren würden. Eine Mehrheit der Frauen (58 Prozent) zieht bei Lohndiskriminierung gar die Kündigung in Betracht.

Anna Hadorn
Ein Artikel von Anna Hadorn

Anna sorgt für frischen Content auf den XING Kanälen. In ihrer Freizeit liebt es die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin gemütlich zuhause mit einem guten Buch zu entspannen oder schwungvoll über die Salsa-Tanzfläche zu wirbeln.