Robert, der Recruiter

"Ich habe mehr Menschen rekrutiert, als in meinem Heimatdorf leben"

Robert, der Recruiter: Ich habe mehr Menschen rekrutiert, als in meinem Heimatdorf leben

"Mama, ich will Personaler werden!" - mal ehrlich, da würde doch jedes Elternteil denken, mit dem Kind stimmt etwas nicht. Und tatsächlich: Nach zehn Jahren in meinem Job ist mir noch niemand untergekommen, dessen Wunschtraum es als Kind war, eines Tages Personaler zu werden. Ich bin - wie Sie wahrscheinlich auch - zufällig Personaler geworden. Aufgewachsen bin ich in einem Dorf nahe der polnischen Grenze. Das Dorf ist mit 120 Menschen so klein, dass ich ziemlich sicher bin, dass ich mittlerweile mehr Menschen eingestellt habe, als dort leben. Für das Studium der Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Medizin - letzteres ein wenig zumindest - habe ich meiner Heimat den Rücken gekehrt und bin in die "große Stadt" nach Berlin gezogen.

Wie ich Personaler geworden bin? Während meiner akademischen Laufbahn hatte ich ein paar Monate Zeit, um meinen beruflichen Horizont - in Form eines Praktikums - zu erweitern. Ich bewarb mich bei diversen Unternehmen, ganz besonders haben mir es die Unternehmensberatungen angetan. Eine dieser Beratungen hieß Kienbaum. Um ehrlich zu sein, hatte ich zum Zeitpunkt der Bewerbung keine Ahnung, was Kienbaum eigentlich macht. Im Bus zum Vorstellungsgespräch fand ich auf der Fahrt immerhin heraus, dass es eine Personalberatung war. Glücklicherweise habe ich dann im Gespräch irgendwann verstanden, wofür ich mich da eigentlich beworben hatte. Ich wurde genommen und fing dann kurze Zeit später bei Kienbaum als Praktikant an: Robert, der Recruiter, war geboren!

Recruiting bei XING: Der Mix macht's

Zehn Jahre und mehrere Stationen später sitze ich nun hier im Großraumbüro bei XING umgeben von meinen fantastischen Recruiting-Kollegen sowie hin und wieder einem Hund. Insgesamt arbeiten bei uns fast 20 Recruiting-Kollegen, manche sind Recruiter, andere Active Sourcer, wiederum andere sind Coordinator. Mein Team und ich verantworten das Recruiting für die Bereiche Product Management, User Experience & Design sowie Media & Communications. Aber der Job beschränkt sich nicht nur auf die reine Kandidatensuche und -ansprache - seit einiger Zeit bereits spielen wir auch Recruiting- sowie Branding-Kampagnen auf Social Media Kanälen aus, um neue Mitarbeiter zu finden.

Entscheidend ist für uns ein guter Kanal-Mix, denn es gibt nicht den einen richtigen Kanal im Recruiting. Die wichtigsten Kanäle bei uns sind das hausinterne Mitarbeiterempfehlungsprogramm, Active Recruiting, der XING Stellenmarkt und die XING Karriereseite, unser Talentpool sowie auch seit 2016 die Nutzung weiterer Social Media Kanäle wie Facebook & Twitter. Natürlich arbeiten wir auch ab und zu mit Personalberatungen zusammen. Darüber hinaus haben wir diverse Hochschulkooperationen und bieten spannende Entwicklungsprogramme für Studenten und Absolventen wie das XING Leadership Program oder die XING Summer School.

Wenn der Kandidat eine neue Familie sucht

Manchmal werde ich gefragt, wie ich Personaler wurde: Die Antwort kennen Sie bereits. Aber das warum ist doch eher die richtige Frage. Die Neugierde, die Freude an Neuem und Spaß an Veränderungen, die überraschenden, einprägsamen Momente. Kürzlich sagte mir etwa ein Kandidat, dass er eigentlich keine neue Herausforderung, sondern eine neue Familie sucht. Die Arbeitswelt und somit auch das Recruiting sind im radikalen Wandel und die Geschwindigkeit dieser Veränderungen nimmt weiter stark zu. Mein Motto ist daher: Nur wer Spaß an Veränderung hat und auch den Mut hat, Dinge auszuprobieren und Fehler zu machen, wird in der Zukunft bestehen können. Welche Fehler das waren und weshalb ich sie machen musste, erfahren Sie im zweiten Teil meiner Kolumne.

Ein Artikel von Robert Neuhann

Robert ist Team Lead Recruiting, nach vielen Jahren in der Personalberatung ist er 2015 als Experte für Active Sourcing bei XING gestartet. Auf unserem Blog berichtet er regelmäßig über Alltägliches und Besonderes aus der Welt des Recruitings.