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Lego-Bausteine im Bewerbungsgespräch?

Legosteine im Bewerbungsgespräch?

Auch hierzulande spielen Personaler mit ihren Bewerbern vermehrt Lego. Doch es geht nicht nur ums Spielen sondern vielmehr um ein vertieftes Kennenlernen. Die Rede ist von Lego Serious Play – eine Methode die Antworten auf komplexe Fragestellungen geben soll, ob die Schweizer Recruiter schon bereit dafür sind.

Die Kandidaten spielerisch kennenlernen

Lego Serious Play wird im beruflichen Kontext immer beliebter. Als moderierte und strukturierte Methode kann sie zum Beispiel im Recruiting eingesetzt werden, um Verhaltensweisen und Charakterzüge aufzudecken, die mit dem Bewerbungsgespräch und den üblichen Bewerbungsunterlagen verdeckt bleiben. Das Ziel besteht darin, die Bewerbenden auf spielerische Art und Weise und über das klassische Bewerbungsgespräch hinaus, besser kennen zu lernen. Lego Serious Play erlaubt Rückschlüsse auf die Arbeitsweise und Soft Skills der Bewerbenden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Recruiter können sich bereits beim ersten Kennenlernen einen vertieften Eindruck Ihres Gegenübers machen und die Erkenntnisse in den Recruiting- und Entscheidungsprozess einfliessen lassen.

Michel Ganouchi, zertifizierter Coach und Anbieter von Lego Serious Play: «Lego Serious Play erlaubt es Unternehmen und KandidatInnen, sich in einem völlig neuem Kontext kennen zu lernen. Losgelöst von ewiggleichen standardisierten Befragungen. Logik, Kreativität, Denkvermögen und viele weitere Elemente können spielerisch geprüft werden, ohne dass man gleich ein Assessment durchführen muss.»

Michel Ganouchi sieht weitere Vorteile, sowohl für Recruiter wie Bewerber: «So lassen sich allfällige Missverständnisse über Rolle und Funktion von Beginn weg eliminieren». Auf die Frage, wie das Schweizer Personalwesen mit neuen Methoden experimentiert, zeigt sich Ganouchi etwas zurückhaltend: «Ich sehe noch viele Herausforderungen, v.a. im Willen, über Jahrzehnte gelerntes Recruiter-Verhalten zu verändern.»

Wie profitieren Bewerbende?

Zunächst einmal kann der Bewerber mithilfe der Legosteine berufliche Situationen besser erzählen beziehungsweise nachmodellieren. Darüber hinaus gewinnen Bewerbende tiefere Einblicke über ihre künftigen Tätigkeiten und das Arbeitsumfeld. So können Kandidaten gemeinsam mit dem HR bereits früh herausfinden, ob das Unternehmen die Employer Value Proposition lebt und ein Match betreffend Werten und Visionen vorliegt.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

Lego Serious Play kann noch viel mehr. Überall dort, wo es darum geht auf komplexe Fragestellungen eine Antwort zu finden, kann diese Technik eingesetzt werden. «Von der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie, Werte-Diskussionen bis zu idealen Formen der Zusammenarbeit und der internen Kommunikation sind der Methode keine Grenzen gesetzt. Vorausgesetzt ist die Bereitschaft, sich auch darauf einzulassen.»

Und wer hat‘s erfunden?

Der Name verrät es: Lego Serious Play hat seinen Ursprung im Unternehmen Lego und ist als Methode für die kreative Strategieentwicklung entstanden. Robert Rasmussen, Leiter der Lego-Produktentwicklung, begründete diese Herangehensweise gemeinsam mit den Professoren Johan Roos und Bart Victor vom Institute for Management Development (IMD) in Lausanne. Seit 2010 können sogenannte Facilitators in der Methode ausgebildet und zertifiziert werden und Workshops in Eigenregie durchführen. Die Markenrechte behält Lego. Die zur Methode passenden Lego Sets können direkt über die Firmenseite bezogen werden.

Anna Hadorn
Ein Artikel von Anna Hadorn

Anna sorgt für frischen Content auf den XING Kanälen. In ihrer Freizeit liebt es die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin gemütlich zuhause mit einem guten Buch zu entspannen oder schwungvoll über die Salsa-Tanzfläche zu wirbeln.