Next Generation Business Trophy Award

Mit 14 Jahren gründet Moritz Lechner sein erstes Start-Up

Moritz Lechner

Bereits mit 14 Jahren hat Moritz Lechner sein erstes Start-Up „Freebiebox“ gegründet. Begonnen hat alles in seinem Kinderzimmer mit einer einfachen Idee: Viele Menschen mögen Überraschungen.

Damit man dieses Gefühl nicht nur einmal im Jahr zu Weihnachten erlebt, erfand Moritz eine Überraschungsbox, die man sich regelmäßig zu sich nach Hause schicken lassen kann.

Mittlerweile hat Moritz eigene Mitarbeiter, ein Büro und sogar einige namhafte Investoren konnte er von Freebiebox überzeugen.

Österreichs Wirtschaft braucht Innovation

Die Förderung von jungen (Start-Up)-Talenten ist jetzt wichtiger denn je. Wir brauchen Innovation, um unsere Zukunft zu gestalten und Österreich wirtschaftlich nach vorne zu bringen. Die Veranstaltung „Next Generation Business Trophy“ widmete sich Anfang Juni diesem wichtigen Thema der Innovation. XING war als Partner und Sponsor der Kategorie „Superhirn“ mit dabei.

Die drei Nominierten mit den besten Ideen in der Kategorie „Superhirn“ waren:

Als Gewinner dieser Kategorie ehrte Kristina Knezevic, Country Managerin von XING in Österreich, schließlich Moritz Lechner mit seinem Start-Up Freebiebox.

XING als Unterstützer der „Next Generation Business Trophy“

„Wir bei XING haben es zu unserer Mission gemacht, die Menschen zu befähigen, ihr volles Potential auszuschöpfen. Wir unterstützen Start-Ups und junge Talente, die persönlich und beruflich aus eigener Kraft wachsen – denn wir sind überzeugt, dass sie mit ihren Ideen die Zukunft und Wirtschaft revolutionieren“, erklärt Kristina.

„Genau das machen alle Nominierten der Kategorie ‚Superhirn‘. Sie sind die Treiber ihres eigenen Arbeitslebens und zeichnen sich durch hohen Ideenreichtum aus. Diese klugen Köpfe bringen mit ihrer Innovationskraft die Wirtschaft in Österreich nach vorne. Die drei Nominierten zeigen uns, dass jede Einzelne/jeder Einzelne das Zeug hat etwas zu bewirken – sich zu verwirklichen – die Gesellschaft und die Zukunft zu verändern.“

Moritz Lechner: „Die anderen Jungs wollten Feuerwehrmänner werden und ich wollte in einer Bank arbeiten.“
 

Wir sprachen mit Moritz, dem jüngsten Gründer Österreichs, über sein Unternehmen und die Auszeichnung.

Was bedeutet diese Ehrung „Superhirn“ für dich und dein Start-Up Freebiebox?

Moritz: Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn die tägliche Arbeit, das Herzblut und die Zeit, die man in sein Unternehmen steckt, anerkannt und belohnt werden. Wir haben auch im Team den Gewinn gut gefeiert und stellen den Award im Büro für alle sichtbar auf!

Was bringt diese Ehrung auf B2C- und B2B- Seite für dein Start-Up?

Moritz: Auf beiden Seiten bringt uns diese Auszeichnung vor allem Aufmerksamkeit – „Newswert“. Auf B2C-Seite hoffen wir natürlich somit neue Kunden zu gewinnen, mehr Abonnenten und Besteller und auf B2B-Seite neue Partner. Allgemein kommen mittlerweile auch schon Partner auf uns zu, ansonsten geht viel über unser Netzwerk bzw. Veranstaltungen oder wir schreiben Unternehmen selber an.

Was ist das Konzept hinter der Freebiebox, deiner Start-Up-Idee?

Moritz: Die Idee hinter der Freebiebox ist, dass der Kunde eine Überraschungs-Box alle zwei Monate zu sich nach Hause bekommt. Diese enthält immer verschiedenste, coole Produkte unter dem Oberbegriff „gesunder Lebensstil“ und umfasst vier Kategorien: Beauty, Fitness, Food und Fashion. Somit bekommt der Kunde eine ziemlich abwechslungsreiche und coole Mischung an verschiedenen Produkten, viel auch von jungen Unternehmen, die dem Kunden Freude bereiten. Der Kunde bekommt quasi alle zwei Monate eine Art Weihnachtsüberraschung, so kann man sich das vorstellen. Für die Partner ist dies zugleich eine super Werbeplattform. Wir arbeiten hier auch viel mit Influencern zusammen und machen echt coole Kooperationen, die viele Neukunden, Verkäufe und Bekanntheit für unsere Partner bringen.

Mit wie viel Jahren hast du dein erstes Unternehmen gegründet und wie bist du damals auf die Idee gekommen „zu gründen“?

Moritz: Gründen hat mich schon immer fasziniert und ja, ich habe damals das Unternehmen mit 14 Jahren gegründet, mit 13 hatte ich die Idee dazu! Begonnen hat alles wirklich mit meinem Interesse, als 6-Jähriger schon, an Themen wie Banken, Finanzen, Geld. Die anderen Jungs wollten Feuerwehrmänner werden und ich wollte in einer Bank arbeiten. Dann hat sich das weiterentwickelt, dass ich verschiedene Praktika gemacht habe, Erfahrung gesammelt habe. Somit konnte ich das Start-Up Ökosystem schon einmal kennenlernen und war super fasziniert von den Leuten, die wirklich selber was umsetzen. Die Idee zur Freebiebox hatte ich als Jugendlicher, weil ich, wie die meisten, Weihnachten geliebt habe und eine coole Variante schaffen wollte, öfter Überraschungen zu bekommen. Also ja, eigentlich hat alles aus eigenem Interesse gestartet. Mit dem Gründen wollte ich dann nicht warten bis ich 18 Jahre alt war, wenn es eigentlich schon früher geht… Natürlich wurde ich am Anfang oft nicht ernst genommen und für verrückt erklärt, aber mit der Zeit ging es dann ganz gut und ich musste allen beweisen, dass man auch mit 14 gründen kann!

Bringt es auch Herausforderungen mit sich, dass du so jung bist und wenn ja, welche?

Moritz: Das „Gründen“ musste anfangs sogar von meiner Mutter übernommen werden, da ich selbst ja noch keine Verträge unterschreiben durfte. Wir haben dann aber eine GmbH daraus gemacht und noch andere externe Geschäftsführer mit reingenommen, damit es nicht nur in der Familie liegt und Potential für Auseinandersetzungen bringt. Die größte Schwierigkeit ist, dass die Leute mich am Anfang nicht ernst genommen haben, selbst in den eigenen engen Kreisen. Aber ich dachte mir dann einfach: „Hands-On! Du machst es jetzt einfach ohne viel darüber nachzudenken!“ Das ist, glaube ich, auch sehr wichtig, dass man die Sache einfach ausprobiert und nicht zu viel darüber nachdenkt. Außerdem gibt es auch Vorteile als Jugendlicher zu gründen: ich habe nur mit meinem Taschengeld, 50 Euro, gestartet und hatte daher weniger Risiko, ich muss keine Familie ernähren, ich wohne noch bei meinen Eltern daheim. Dies erleichtert mir auch einiges. Aber dennoch: Am Anfang muss man den Leuten beweisen, dass man es draufhat, so war es bei mir.

Wie groß seid ihr mittlerweile? Was hat sich in den letzten Jahren getan?

Moritz: Ich habe noch fünf Kollegen und ja, es hat sich allgemein viel entwickelt in letzter Zeit. Ganz aktuell natürlich das neue Produkt, die „Lifestylebox“, welches mehr in Richtung Nachhaltigkeit geht und regionale/ lokale Artikel umfasst, während die Freebiebox ursprünglich vor allem aus Werbeartikeln bestand. In der Lifestylebox sind nun eben ganz normale Gebrauchsartikel drinnen, die man sonst auch im Geschäft kaufen kann. Unsere Kundennachfrage ist gestiegen. Zudem sind die eigenen Mitarbeiter und das Büro etwas, worauf ich stolz bin und woran man sieht, dass sich etwas entwickelt hat in den letzten Jahren. Und die Arbeit macht mir noch immer unglaublich Spaß!

Österreich wurde über Nacht digitalisiert und viele Unternehmen kämpfen zurzeit in der Krise. Wie sehr wurdet ihr von der Krise getroffen? Was hat sich in den letzten Monat für euch verändert?

Moritz: Unser Vorteil ist, dass bei uns alles online läuft, also wir verkaufen online und verschicken dann die Pakete – klassisches E-Commerce. Auf der anderen Seite haben wir aber die Krise stark gespürt, da unsere Partner in der Zeit andere Sorgen hatten und eigene wichtige Dinge erstmals in den Griff bekommen mussten. Auch auf Konsumenten-Seite haben wir schon eine gewisse Unsicherheit gespürt. Es war unklar – „wie geht es weiter?“. Es wurde weniger Geld ausgegeben, wie man es auch im Online-Fashion-Bereich gespürt hat und wir auch. Aber jetzt mit den Lockerungen seit einigen Wochen geht es schon wieder bergauf. Unsere Lifestylebox ist lustigerweise auch mit Beginn der Schulschließungen im März auf den Markt gekommen, zu dem Zeitpunkt ist unsere PR-Kampagne gestartet. Aber trotzdem haben wir Vollgas gegeben und dafür läuft es jetzt umso besser. An alle Unternehmer allgemein: Wenn man diese Phase einmal gemeinsam überstanden hat, dann kann es nur noch positiv werden!

Wo geht es für dich in den nächsten Jahren hin? Was sind deine Pläne?

Moritz: Ich plane nächstes Jahr Matura zu schreiben und versuche nebenbei vor allem die Lifestylebox groß aufzubauen und etwas Cooles damit zu schaffen. Darauf liegt der volle Fokus und dann mal sehen, was die Zukunft bringt. Ich bin dabei immer ziemlich offen und glaube, es ist auch wichtig, dass man immer offenbleibt und nicht zu fokussiert ist, sondern eher schaut, was sich tut. Tendenziell aber werde ich mich eher auf das Unternehmen fokussieren, da ich auch merke, wie viel ich hierbei lerne, was mir kein Uni-Studium beibringen könnte. Ich bin auch von unglaublich inspirierenden Leuten umgeben, die mit mir ihr Wissen und ihre Erfahrung teilen, so etwas bekomme ich nicht an der Uni. Zudem lerne ich viel selbst und über meine Mentoren, Investoren. Dieser „Learning by Doing“-Prozess gehört für mich dazu, genauso wie aus Fehlern zu lernen.

Gundula Rauch ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien.
Ein Artikel von Gundula Rauch

Gundula ist Werkstudentin im Account Management bei XING E-Recruiting in Wien. An der Universität Wien studiert sie im Master Arbeits- und Organisations-Psychologie.