Umso klarer war ihre erste Reaktion, als sie eine neu geschaltete Stellenanzeige auf XING wieder deaktivierte, weil sie eine andere Position online nehmen wollte.
„Das war wohl ein Fehlgriff.“
Was sie in diesem Moment nicht wusste: Im System bedeutet „Deaktivieren“ technisch „Beenden“. Die Anzeige war damit vollständig gestoppt.
Zunächst überwog der Frust. Eine Laufzeit von nur wenigen Tagen schien zu kurz, um relevante Ergebnisse zu erzielen.
Doch die Auswertung zeichnete ein anderes Bild.
47 Bewerbungen in wenigen Tagen
Trotz der kurzen Laufzeit gingen 47 Bewerbungen ein.
Ja, es waren auch internationale Profile dabei. Entscheidend war jedoch etwas anderes: Mehrere qualifizierte Kandidat·innen aus Deutschland mit überzeugenden Lebensläufen, die exakt in das gesuchte Anforderungsprofil passten.
Aus der vermeintlich gescheiterten Anzeige entstanden:
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Mehrere strukturierte Telefoninterviews
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Konkrete Kandidatenvorschläge für Kundenprojekte
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Direkt verwertbare Profile mit hoher fachlicher Qualität
Für eine Beratung, die bewusst auf Präzision statt Masse setzt, war dieses Ergebnis bemerkenswert.
Qualität, Geschwindigkeit – und ein Perspektivwechsel
Die Analyse brachte drei klare Erkenntnisse:
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Die Qualität der Bewerbungen lag über den Erwartungen.
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Die Resonanz erfolgte deutlich schneller als angenommen.
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Eine fundierte Bewertung eines Recruiting-Kanals setzt voraus, dass man seine Funktionsweise vollständig versteht.
Was zunächst als operativer Fehler erschien, entwickelte sich zu einer strategischen Bestätigung:
XING funktioniert – insbesondere bei gezielter Ansprache im deutschsprachigen Markt.
Nachhaltiger Einsatz im Recruting-Mix
Auf Basis dieser Erfahrung wird Miriam Rottach die XING Stellenanzeige künftig bewusst in ihren Recruiting-Mix integrieren – insbesondere bei Mandaten mit Fokus auf Deutschland.
Parallel dazu bestätigt auch das Active Sourcing über den XING TalentManager weiterhin solide Ergebnisse. Trotz der wiederkehrenden Behauptung, die Plattform habe an Relevanz verloren, zeigt die Praxis ein anderes Bild: Mit klarer Zieldefinition und professioneller Nutzung entstehen belastbare Resultate.
Fazit
Nicht jede unerwartete Situation ist ein Rückschritt. Manchmal ist sie der Impuls für eine differenziertere Bewertung – und für eine strategische Optimierung.
Für Miriam Rottach wurde aus einem vermeintlichen Recruiting-Fail eine valide Erkenntnis: Richtig eingesetzt, ist XING ein wirksamer Kanal für qualitätsorientierte Personalberatung im deutschsprachigen Raum.
