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XING Arbeitsmarktreport 2026: Warum Jobsuche und Recruiting schwieriger werden

7 min.
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Fast zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland haben zunehmend Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Das zeigt der repräsentative XING Arbeitsmarktreport 2026, den XING zum dritten Mal in Folge gemeinsam mit Appinio erstellt hat.

Besonders auffällig: Das Problem sind häufig nicht zu wenige Bewerbungen, sondern zu wenige passende Bewerbungen. Die Hälfte der befragten Unternehmen erhält zwar viele Bewerbungen, findet darunter aber zu wenige geeignete Talente.

Für den Arbeitsmarktreport wurden 2000 Beschäftigte und 300 Recruiter·innen in Deutschland befragt.

Wie schwierig ist die Besetzung offener Stellen geworden?

62 Prozent der Recruiter·innen sagen, dass es in den vergangenen zwölf Monaten schwieriger geworden ist, offene Stellen zu besetzen. 51 Prozent empfinden die Situation als eher schwieriger, weitere 11 Prozent als deutlich schwieriger.

Nur 17 Prozent berichten von einer Verbesserung.

Einschätzung der Recruiter·innenAnteil
Deutlich schwieriger11 %
Eher schwieriger51 %
Situation unverändert21 %
Eher einfacher14 %
Deutlich einfacher3 %

Damit erlebt eine deutliche Mehrheit der Unternehmen eine Verschärfung bei der Besetzung offener Stellen.

Fehlen Unternehmen Bewerbungen oder passende Talente?

In vielen Fällen fehlt es nicht an Bewerbungen, sondern an der Passung. Genau darin liegt ein zentrales Ergebnis des XING Arbeitsmarktreports 2026.

50 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie zwar viele Bewerbungen erhalten, darunter aber zu wenige geeignete Profile finden. Besonders deutlich wird das bei der Qualifikation: Bei 81 Prozent der Unternehmen ist weniger als die Hälfte der eingehenden Bewerbungen über alle ausgeschriebenen Rollen hinweg ausreichend qualifiziert.

Recruiting-HerausforderungAnteil der Unternehmen
Viele Bewerbungen, aber zu wenige passende50 %
Weniger als die Hälfte der Bewerbungen ausreichend qualifiziert81 %

Das Recruiting-Problem ist damit häufig ein Matching-Problem: Unternehmen erreichen Menschen, finden darunter aber nicht genügend Talente, die fachlich und hinsichtlich der Rahmenbedingungen zur offenen Position passen.

Die Datenbasis: XING Arbeitsmarktreport 2026

Für den dritten XING Arbeitsmarktreport in Folge hat das Marktforschungsinstitut Appinio im Auftrag von XING 2000 Beschäftigte und 300 Recruiter·innen in Deutschland online befragt. Die Beschäftigten im Alter von 18 bis 65 Jahren sind hinsichtlich Alter und Geschlecht repräsentativ für Deutschland.

Wie viele offene Stellen sind tatsächlich schwer zu besetzen?

Bei der Mehrheit der Unternehmen betrifft die angespannte Situation einen erheblichen Teil der Vakanzen.

Anteil der schwer zu besetzenden VakanzenAnteil der Unternehmen
25 bis 50 % der offenen Stellen51 %
Mehr als 50 % der offenen Stellen10 %

Für 51 Prozent der Personalverantwortlichen ist also mindestens ein Viertel der offenen Stellen schwer zu besetzen. Bei weiteren 10 Prozent betrifft das sogar mehr als die Hälfte der Vakanzen.

Warum sind offene Stellen so schwer zu besetzen?

Zu wenige fachlich passende und verfügbare Talente am Markt sind für 45 Prozent der Recruiter·innen der wichtigste Grund. Dahinter folgen fehlende Passung bei den Bewerbungen, Gehaltsvorstellungen und starker Wettbewerb.

Grund für schwer zu besetzende StellenAnteil
Zu wenige fachlich passende und verfügbare Talente45 %
Zu wenige passende Bewerbungen37 %
Diskrepanz zwischen Gehaltsvorstellungen und Budget33 %
Starker Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern30 %
Zu spezifische Anforderungen der Fachbereiche28 %

Die Daten zeigen: Recruiting scheitert nicht an einem einzigen Punkt. Entscheidend sind sowohl die Verfügbarkeit passender Talente als auch Anforderungen, Vergütung und die Konkurrenz um geeignete Bewerbende.

Leitfaden

XING Arbeitsmarktreport 2026

In diesem Report erwartet Sie:

  • … warum Unternehmen und Talente häufig nicht zueinanderfinden.
  • … worauf es bei Qualität wirklich ankommt.
  • … wann Stellenanzeigen nicht mehr ausreichen.
  • … wie Recruiting-Budgets dort Wirkung entfalten, wo Qualität und Geschwindigkeit entstehen.

 

Wird auch die Jobsuche für Beschäftigte schwieriger?

Ja. 42 Prozent der Beschäftigten erleben die Jobsuche in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld als schwieriger als früher. Nur 15 Prozent nehmen eine Verbesserung wahr.

Besonders ausgeprägt ist diese Wahrnehmung bei den 25- bis 34-Jährigen: Hier sagt die Hälfte, dass die Jobsuche schwieriger geworden ist.

GruppeJobsuche schwieriger geworden
Beschäftigte insgesamt42 %
25- bis 34-Jährige50 %
Frauen46 %
Männer38 %

XING Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl ordnet die Entwicklung so ein:

„Unternehmen und Jobsuchende finden nicht zueinander. Und ein Teil dieses Matching-Problems entsteht dort, wo Unternehmen mit zu engen Anforderungen, fehlender Transparenz oder unnötigen Hürden selbst zusätzliche Reibung erzeugen.“

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

Welche Folgen haben schwer zu besetzende Stellen für Unternehmen?

Eine unbesetzte Stelle bleibt nicht auf die Recruiting-Abteilung beschränkt. 53 Prozent der Recruiter·innen berichten von einer höheren Belastung bestehender Teams. 29 Prozent beobachten sogar, dass Mitarbeitende deshalb das Unternehmen verlassen.

Auch Projekte, Produktivität und Wachstum können betroffen sein.

Auswirkung unbesetzter StellenAnteil der Recruiter·innen
Höhere Belastung bestehender Teams53 %
Verzögerungen bei Projekten39 %
Einbußen bei Produktivität31 %
Einbußen beim Wachstum31 %
Einbußen bei der Qualität der Arbeit31 %
Mitarbeitende verlassen das Unternehmen29 %

Damit können schwer zu besetzende Vakanzen selbst weiteren Personalbedarf auslösen. Aus einem Besetzungsproblem kann so ein Kreislauf werden.

Warum erschweren zu hohe Anforderungen das Recruiting?

77 Prozent der HR-Verantwortlichen sagen, dass Fachbereiche häufig unterschätzen, wie schwierig bestimmte Profile am Markt zu finden sind.

28 Prozent nennen zu spezifische Anforderungen der Fachbereiche sogar als einen Hauptgrund für schwer zu besetzende Stellen. Bei 26 Prozent erschweren diese Anforderungen die Zusammenarbeit zwischen Recruiting und Fachbereichen.

Das macht ein Thema besonders relevant: Wie realistisch ist das gewünschte Anforderungsprofil tatsächlich?

Wer nur nach einem perfekten Match sucht, kann den Kreis geeigneter Talente unnötig klein machen. Regelmäßige Abstimmungen zwischen Recruiting und Fachbereich helfen dabei, Muss- und Kann-Anforderungen klarer zu trennen.

„Unternehmen können die Lage auf dem Recruiting-Markt nicht ändern, aber sie können ihren eigenen Anteil daran beeinflussen. Dazu gehört auch, Anforderungsprofile regelmäßig auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen und Fachbereiche und HR enger zusammenzubringen. Wer nach dem perfekten Kandidaten sucht, den es am Markt kaum gibt, verschärft seine Personalsuche zusätzlich.“

Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte

Welche Informationen fehlen Jobsuchenden in Stellenanzeigen?

Eine Stellenanzeige entscheidet nicht allein darüber, ob sich jemand bewirbt. Sie beeinflusst aber, ob Interessierte genug Informationen für eine Bewerbung finden.

Besonders häufig fehlen Angaben zu Gehalt und Arbeitszeiten.

Information in StellenanzeigenAnteil der Beschäftigten, die sie vermissen
Gehalt54 %
Arbeitszeiten38 %
Homeoffice-Möglichkeiten22 %
Informationen zum Team21 %
Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten21 %

Gerade bei knappen Talentgruppen kann Transparenz helfen, Erwartungen früh abzugleichen. Das spart Bewerbenden und Unternehmen Zeit und kann die Passung verbessern.

Was erwarten Jobsuchende im Bewerbungsprozess?

Nach der Bewerbung wünschen sich Beschäftigte vor allem Klarheit und Geschwindigkeit.

Erwartung im BewerbungsprozessAnteil
Schnelle Absage, wenn es nicht passt51 %
Persönliche Rückmeldung innerhalb weniger Tage46 %
Transparenz über den Bewerbungsstatus42 %
Klare Informationen zu den nächsten Schritten42 %

Damit endet gutes Recruiting nicht mit der Stellenanzeige. Auch die Candidate Journey danach beeinflusst, ob aus Interesse tatsächlich eine Bewerbung und später eine Einstellung wird.

Was können Unternehmen gegen schlechte Passung im Recruiting tun?

Die Daten des XING Arbeitsmarktreports 2026 zeigen mehrere Ansatzpunkte. Unternehmen können den Arbeitsmarkt nicht verändern. Sie können aber beeinflussen, wie sie Anforderungen formulieren, Talente ansprechen und durch den Bewerbungsprozess führen.

Besonders relevant sind drei Fragen:

Ist das Anforderungsprofil am Markt realistisch?
Zu spezifische Anforderungen können den Kreis passender Talente unnötig verkleinern.

Bietet die Stellenanzeige die Informationen, die Jobsuchende tatsächlich suchen?
Vor allem Gehalt, Arbeitszeit, Homeoffice und Entwicklungsmöglichkeiten werden häufig vermisst.

Wie einfach und transparent ist der Bewerbungsprozess?
Schnelle Rückmeldungen, klare nächste Schritte und transparente Statusinformationen schaffen Orientierung.

Was bedeutet der Arbeitsmarktreport 2026 für das Recruiting?

Der XING Arbeitsmarktreport 2026 zeichnet ein klares Bild: Unternehmen haben nicht nur ein Reichweitenproblem, sondern vor allem ein Passungsproblem.

62 Prozent der Recruiter·innen sagen, dass die Besetzung offener Stellen schwieriger geworden ist. Gleichzeitig erhält die Hälfte der Unternehmen zwar viele Bewerbungen, findet darunter aber zu wenige geeignete Talente. Für 53 Prozent der Recruiter·innen führt der Personalmangel bereits zu einer höheren Belastung bestehender Teams.

Die Konsequenz für Unternehmen liegt deshalb nicht nur in mehr Reichweite. Entscheidend ist die gesamte Recruiting-Kette: von einem realistischen Anforderungsprofil über eine informative Stellenanzeige bis zu einem schnellen und transparenten Bewerbungsprozess.

Denn erfolgreiche Personalgewinnung beginnt nicht mit mehr Bewerbungen. Sie beginnt mit den richtigen.

Quelle: XING Arbeitsmarktreport 2026. Repräsentative Befragung von 2000 Beschäftigten und 300 Recruiter·innen in Deutschland, durchgeführt von Appinio im Auftrag von XING.

Zuletzt aktualisiert am: 13.10.2026

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