Der Arbeitsmarkt bleibt in Bewegung – allerdings anders als noch vor wenigen Jahren. Beschäftigte wechseln heute nicht mehr leichtfertig den Arbeitgeber. Stattdessen wägen sie Chancen und Risiken sorgfältig ab. Sicherheit, Stabilität und konkrete Verbesserungen im Arbeitsalltag stehen stärker im Fokus als der schnelle Karrieresprung.
Doch was bringt Menschen trotz dieser Zurückhaltung tatsächlich dazu, einen neuen Job anzunehmen? Der neue Jobwechsel-Kompass von KÖNIGSTEINER und XING liefert darauf eine überraschend konkrete Antwort: Der Arbeitsweg entwickelt sich zu einem entscheidenden Wechselmotiv.
Wechselbereitschaft ist selektiver geworden – und genau deshalb zählen konkrete Vorteile
Die aktuelle Wechselwilligkeitsstudie von forsa im Auftrag von XING zeigt ein klares Bild: Viele Beschäftigte sind grundsätzlich zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Wer heute über einen Wechsel nachdenkt, tut dies meist nicht aus einer spontanen Laune heraus, sondern weil sich die neue Position im Gesamtpaket eindeutig lohnt.
Während Gehalt weiterhin der wichtigste Wechselgrund bleibt, gewinnen praktische Faktoren zunehmend an Bedeutung. Denn Sicherheit bedeutet für viele Beschäftigte heute nicht nur ein unbefristeter Vertrag oder wirtschaftliche Stabilität. Sie zeigt sich ebenso im Alltag: Wie viel Zeit kostet mich mein Arbeitsweg? Wie hoch sind meine Pendelkosten? Und unterstützt mich mein Arbeitgeber dabei?
Genau hier bietet der Jobwechsel-Kompass im Auftrag von KÖNIGSTEINER und XING neue Erkenntnisse.
Der Arbeitsweg wird zum entscheidenden Wechselmotiv
Steigende Energiepreise, höhere Spritkosten und teurer werdender ÖPNV verändern die Erwartungen vieler Beschäftigter an ihren Arbeitgeber. Was lange Zeit als persönliche Organisationsfrage galt, entwickelt sich zunehmend zu einem relevanten Faktor bei der Arbeitgeberwahl.
Die Ergebnisse des aktuellen Jobwechsel-Kompass zeigen deutlich, wie stark Mobilität inzwischen in die Wechselentscheidung hineinspielt:
- 54 Prozent der wechselwilligen Beschäftigten geben an, dass steigende Energie- und Mobilitätskosten ihre Wechselbereitschaft beeinflussen.
- 75 Prozent sagen, dass der Arbeitsweg bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber eine wichtige Rolle spielt.
- 71 Prozent würden für einen Job mit kürzerem Arbeitsweg den Arbeitgeber wechseln.
- Ebenfalls 75 Prozent finden Unternehmen attraktiver, wenn diese Beschäftigte bei den Pendelkosten unterstützen.
- Für 36 Prozent wäre sogar ein vom Arbeitgeber finanziertes Deutschlandticket ein konkreter Wechselgrund.
Die Botschaft ist eindeutig: Mobilität ist längst kein Nebenthema mehr, sondern entwickelt sich zu einem echten Wettbewerbsfaktor im Recruiting, das bestätigt auch Nils Wagener, Geschäftsführer der KÖNIGSTEINER Gruppe:

„Die Diskussion um steigende Benzin-, Energie- und Mobilitätskosten erreicht nun auch den Arbeitsmarkt. Für viele Beschäftigte ist der Weg zur Arbeit längst keine reine Organisationsfrage mehr, sondern ein spürbarer Kostenfaktor. Arbeitgeber, die das ignorieren, unterschätzen einen zunehmend wichtigen Aspekt ihrer Attraktivität. Wer Mobilität mitdenkt, kann im Wettbewerb um Talente einen sehr konkreten Vorteil gewinnen.“
Nils Wagener, Geschäftsführer KÖNIGSTEINER Gruppe
Was Recruiter·innen daraus lernen können
Natürlich lässt sich der Unternehmensstandort nicht beliebig verändern. Trotzdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Arbeitgeberattraktivität rund um das Thema Mobilität zu erhöhen. Entscheidend ist dabei, Mobilität nicht als Randthema zu betrachten, sondern als Teil der Employer Value Proposition.
Besonders attraktiv sind beispielsweise:
- Zuschüsse zu Pendelkosten
- ein finanziertes Deutschlandticket
- Mobilitätsbudgets
- Jobrad- oder Dienstrad-Leasing
- flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice, um Pendelzeiten zu reduzieren
Gerade diese Benefits treffen einen Nerv, weil sie unmittelbar finanzielle Entlastung schaffen und gleichzeitig die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern.
Mobilitäts-Benefits gehören inzwischen zu den attraktivsten Zusatzleistungen
Dass Mobilität längst mehr ist als ein Nice-to-have, zeigt auch eine aktuelle Untersuchung von XING.
In der Auswertung mehrerer Studien anhand eines eigenen Benefit-Scoring gehören Mobilitätsangebote zu den attraktivsten Benefits überhaupt:
- Flexible Arbeitszeit und Homeoffice erreichen mit einem Score von 9,2 den Spitzenplatz.
- Mobilitätsbudget beziehungsweise Jobticket folgen mit 8,7 Punkten.
- Jobrad beziehungsweise Dienstrad-Leasing erreichen 8,3 Punkte und gehören damit ebenfalls zu den Top-Benefits.
Die Erkenntnis dahinter: Beschäftigte wünschen sich heute keine möglichst lange Liste an Benefits. Sie wünschen sich Leistungen, die ihren Alltag tatsächlich verbessern.
Während klassische Feelgood-Angebote wie Obstkorb oder Kickertisch immer weniger Differenzierung schaffen, gewinnen konkrete, alltagsnahe Leistungen kontinuierlich an Bedeutung.
Leitfaden
Das 1×1 der Benefits
Im Report erfahren Sie:
… welche Benefits Beschäftigte 2026 wirklich erwarten – und welche kaum noch Relevanz haben.
… wie Sie Benefits strategisch nach Zielgruppe, Budget und Arbeitgebermarke priorisieren.
Attraktivität entsteht im Alltag
Für Recruiter·innen heißt das vor allem: Wer Mobilitätsangebote bereits in Stellenanzeigen, auf der Karriereseite oder im Active Sourcing sichtbar macht, adressiert ein Bedürfnis, das viele wechselwillige Talente aktuell beschäftigt.
Weniger ist oft mehr: Einige wenige, passgenaue Benefits erzielen häufig eine größere Wirkung als ein umfangreiches Angebot ohne klaren Bezug zum Alltag der Beschäftigten.
Gerade Mobilitätsangebote erfüllen diese Voraussetzung. Sie reduzieren Kosten, sparen Zeit und zeigen gleichzeitig, dass Arbeitgeber die Lebensrealität ihrer Mitarbeitenden verstehen.
Fazit: Der Arbeitsweg wird zum Wettbewerbsvorteil
Wer heute wechselt, entscheidet sich bewusster als früher. Für Arbeitgeber bedeutet das: Karrierechancen und Unternehmenskultur bleiben wichtige Faktoren. Zunehmend ausschlaggebend sind jedoch konkrete Verbesserungen im Arbeitsalltag.
Der neue Jobwechsel-Kompass zeigt, dass der Arbeitsweg genau zu diesen Faktoren gehört. Unternehmen, die Mobilität aktiv mitdenken – sei es durch Pendelkostenzuschüsse, Deutschlandticket, Mobilitätsbudget oder Jobrad –, können ihre Arbeitgeberattraktivität gezielt steigern.