Social Media Recruiting: Definition, Beispiele und Strategien

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Auch im Recruiting führt heute kein Weg mehr an Social Media vorbei. Egal, ob TikTok, Instagram, XING oder YouTube: Wer heute nicht in mindestens einem sozialen Netzwerk präsent ist, kommt praktisch überhaupt nicht mehr vor. Das gilt ganz besonders im Recruiting: Waren es früher die Jobsuchenden, die vor der Tür Schlange standen, gilt es heute, qualifizierte Talente schon frühzeitig anzusprechen und an sich zu binden. Und das funktioniert am besten über soziale Medien, auf denen mehr als 85% der Deutschen tagtäglich unterwegs sind.¹ In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie zu Social Media Recruiting wissen müssen. Anschauliche Praxis-Beispiele und wertvolle Tipps zu Social-Recruiting-Strategien helfen Ihnen dabei, selbst effizient auf den sozialen Medien aktiv zu werden.

Definition: Was ist Social Media Recruiting?

Social Media Recruiting umfasst sämtliche Maßnahmen der Personalbeschaffung über soziale Netzwerke, wie etwa TikTok, Instagram, Twitter oder XING. Social Media Recruiting beinhaltet dementsprechend eine große Bandbreite an Tätigkeiten in der Personalbeschaffung, die verbreitetsten sind aber:

  • Active Sourcing
  • Veröffentlichung von Stellenanzeigen
  • Aufbau eines Talent-Pools
  • Employer Branding

Soziale Medien eignen sich besonders…

  • zur direkten Ansprache von Talenten
  • zur Knüpfung von langfristigen Beziehungen mit passenden Talenten
  • zum Veröffentlichen und Teilen interessanter Inhalte über sich als Unternehmen

Dabei werden nicht nur die bekannten Plattformen wie TikTok oder Instagram eingesetzt, sondern auch Karriere-Netzwerke wie XING und LinkedIn oder Plattformen, die ein ganz spezifisches Zielpublikum ansprechen (z. B. Foren für Spezialist·innen oder Blogs).

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Felix Beilharz und Adrian Krastev in dieser Lunch Session

Ziele beim Social Media Recruiting

So breit wie das Feld von Recruiting Möglichkeiten auf sozialen Netzwerken gesteckt ist, so vielfältig fallen auch die Ziele von Social Media Recruiting aus. Folgende Zielsetzungen könnten Sie in der Praxis verfolgen:

  • Personalgewinnung über die Direktansprache in sozialen Medien
  • Reichweitensteigerung für Ihre Stellenanzeigen über die Veröffentlichung auf Social Media 
  • Aufbau einer starken Arbeitgebermarke über Employer Branding auf sozialen Netzwerken
  • Beziehungsmanagement mit Ihrer Zielgruppe durch kontinuierlichen Austausch und Teilen von Unternehmensneuigkeiten
  • Aufbau einer langfristigen Bindung zu interessanten Talenten und Pflege eines Talent-Pools
  • Steigerung Ihrer Bekanntheit und Arbeitgeberattraktivität über gezielte Employer-Branding-Kampagnen
  • Erreichen von neuen Zielgruppen, die über klassische Kanäle immer schwieriger zu erreichen sind, wie etwa die Gen-Z
  • Messbarkeit für Ihr Recruiting durch umfassende Reporting-Funktionen der Social-Media-Plattformen

Aufgaben von Social-Media-Recruiter·innen

Was machen Social-Media-Recruiter·innen nun in der Praxis? Auch hier ist die Antwort zunächst einmal: so einiges. Durch das breite Aufgabenfeld sind Spezialisierungen auf gewisse Bereiche des Social Media Recruitings durchaus verbreitet. Allgemein fallen für Social-Media-Recruiter·innen unter anderem diese Tätigkeiten an:

  • Aufbau und Pflege von Talent-Pools und professionelles Netzwerken
  • Suche und Direktansprache von interessanten Talenten im Active Sourcing
  • Entwicklung und Umsetzung einer Content-Strategie auf den sozialen Medien
  • Produktion von Content für die Veröffentlichung auf Social Media, wie etwa Fotos, Videos oder Live-Inhalte (z. B. Instagram-Stories)
  • Community Management und ein kontinuierlicher Dialog über Social Media
  • Reportings und Monitoring der wichtigsten Kennzahlen
  • Veröffentlichung von Social-Media-Kampagnen
  • Verbreitung von Stellenanzeigen auf Social Media – etwa über die smarten Social-Recruiting-Kampagnen der XING Stellenanzeigen
  • Markt- und Konkurrenz-Beobachtung: Auf welchen Kanälen sind interessante Talente unterwegs? Was machen Ihre Mitbewerber·innen?

Wieso ist Recruiting über Social Media so wichtig?

Im gesamten DACH-Raum spielen soziale Netzwerke eine große Rolle: So sind rund 86 Prozent der Deutschen auf Social-Media-Kanälen wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv² , 4,4 Millionen Menschen in Österreich nutzen täglich soziale Netzwerke³ und in der Schweiz ist knapp über die Hälfte der Bevölkerung in sozialen Netzwerken vernetzt. Das stellt für Unternehmen ein enormes Potenzial an möglichen Talenten dar, das abgeschöpft werden kann.

Gerade jüngere Generationen verbringen viel Zeit in sozialen Netzwerken und sind mit diesen besser vertraut als mit klassischen Medien. Sie nutzen Social Media längst auch gezielt für die Jobsuche oder lassen sich zumindest dafür inspirieren: So werden Lebensläufe etwa auf Instagram hochgeladen oder Bewerbungen über WhatsApp verschickt.

In unserem Interview spricht Marketing-Experte und Speaker Felix Beilharz über den Stellenwert von Social Media in der Personalgewinnung!

Kanäle von Social Media Recruiting

Eine wichtige Aufgabe im Social Media Recruiting ist es zudem, sich für die richtigen Kanäle zu entscheiden. Hier hat es sich bewährt, auf eine gute Mischung aus etablierten Plattformen und passenden Nischen-Plattformen zu setzen.

Welche Social-Media-Plattformen werden für die Jobsuche genutzt?

XING (53,9%) und LinkedIn (53,8%) sind die beiden beliebtesten Social-Media-Plattformen für die Suche nach Stellenanzeigen. Danach folgen Facebook mit 20,5 Prozent und Instagram mit 15,8 Prozent. Dahinter reihen sich WhatsApp (13,6 Prozent) und YouTube (11,8 Prozent) ein.⁵ Die Relevanz der jeweiligen Netzwerke hängt von der Zielgruppe und Branche ab, daher ist es unbedingt erforderlich, sich in die Lage der Job-Suchenden zu versetzen und deren Nutzung von Sozialen Medien genauer zu analysieren.

Welche Netzwerke und Social-Media-Kanäle sind geeignet?

Besonders geeignet für Social Media Recruiting sind vor allem Karriere-Netzwerke, wie etwa XING oder LinkedIn. Aber auch auf die traditionellen Social-Media-Kanäle sollten Sie keineswegs verzichten. Insgesamt empfiehlt es sich, einige der folgenden Plattformen in Betracht zu ziehen:

  • XING
  • LinkedIn
  • TikTok
  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube
  • Snapchat
  • Twitter
  • Spotify

Beispiele und Tipps für Social Media Recruiting auf Instagram, XING & Co

Im Recruiting auf sozialen Netzwerken hat es sich bewährt, allen voran Ihren Mitarbeitenden eine Bühne zu geben. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele und Tipps, wie Sie Social Media Recruiting bestmöglich auf verschiedenen Plattformen einsetzen können:

Recruiting über Facebook

Insbesondere was Ihre Content-Strategie betrifft, lohnt es sich, aktuelle Ereignisse aufzugreifen. Die NEW WORK SE hat dies am 8. März, dem Weltfrauentag, gemacht und die eigenen Mitarbeiter·innen in den Fokus gerückt.

Recruiting über XING und LinkedIn

XING und LinkedIn als Business-Netzwerke sind nach wie vor die wichtigsten Kanäle, wenn es um Social Media Recruiting geht. Insbesondere mit Blick auf die Direktansprache geeigneter Kandidat·innen. Auch hier gibt es eine Vielzahl an Tipps und Tricks zu beachten. Wir haben Ihnen in diesem Blogbeitrag einige praxisnahe Handlungsempfehlungen zusammengetragen, die Sie im Active Sourcing und Social Media Recruiting unterstützen.

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Aus Sicht der Content-Strategie bieten diese Kanäle zusätzliches Potenzial. So setzt etwa Capgemini darauf, Job-Profile anhand Ihrer Mitarbeiter·innen vorzustellen. Am besten, wenn es dafür gerade eine offene Stelle gibt.

Recruiting über Instagram

Auf Instagram regiert die visuelle Kommunikation. Am besten mit Bildern, die authentisch einen Eindruck davon geben, was es heißt, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten. Die NEW WORK SE blickt in diesem Beitrag auf alles, was im Kalenderjahr 2022 passiert ist, zurück. Dabei zeigt das Video Ausschnitte, die auf einen modernen Arbeitsplatz verweisen. Und vor allen Dingen: viele Mitarbeitende, die Freude an Ihrer Arbeit haben.

Recruiting über TikTok

TikTok hat als Plattform in den vergangenen Monaten im Recruiting massiv an Relevanz gewonnen. Aus gutem Grund: Vor allem die jüngeren Talente nutzen die video-zentrierte Plattform intensiv – eine Zielgruppe, die ansonsten schwer zu erreichen ist. Möchten Sie Ihr Social Media Recruiting auf TikTok ausweiten, so müssen Sie zunächst entscheiden: Passt diese Plattform zu meiner Unternehmenskultur? Denn auf TikTok wird ungezwungen, kreativ und lustig kommuniziert – steifer Büroalltag hat hier nichts verloren. Zudem müssen Sie sich auf die Spielregeln der Plattform einlassen. Bedeutet: Setzen Sie auf Videos, nehmen Sie an viralen Challenges teil und gehen Sie mit den Trends. Machen Sie das erfolgreich, so können Sie auf TikTok großartige Reichweiten erzielen.

Recruiting über WhatsApp

Um WhatsApp als Recruiting-Kanal nutzen zu können, bietet sich beispielsweise ein “Job-Ticker“ an. Interessenten fügen eine eigene Telefonnummer als Kontakt hinzu und schicken eine WhatsApp-Nachricht an diesen Kontakt (am besten bereits mit einem Link zu ihrem XING- oder LinkedIn-Profil). So können Sie sich einen weiteren Talent-Pool aufbauen und können diese Kontakte auf offene Stellen in Ihrem Unternehmen aufmerksam machen. Beachten Sie jedoch den Datenschutz! Ermöglichen Sie Ihren Kontakten jederzeit die Abmeldung und Löschung der Daten an (beispielsweise durch eine Nachricht mit dem Wort „Stopp“ im WhatsApp-Chat). WhatsApp bietet mit seinen Business-Tools umfangreiche Funktionen an, die Unternehmen die Kommunikation mit ihren Kontakten erleichtert.

Recruiting über YouTube

Wussten Sie, dass das Videoportal YouTube die zweitgrößte Suchmaschine weltweit ist? Es liegt auf der Hand, dass sich Job-Suchende auch über diesen Kanal über Ihr Unternehmen schlau machen können (und werden). Nutzen Sie YouTube, um Ihre Unternehmensvideos zu verbreiten. Lassen Sie Ihre Mitarbeitenden über Ihren Arbeitsalltag erzählen. Zeigen Sie auf authentische und sympathische Art und Weise Einblicke hinter die Kulissen in Ihre Unternehmenskultur.

Sie haben womöglich bereits Content zur Verfügung, den Sie auf Ihrer Unternehmensseite oder auf Karriere-Portalen verwenden. Erstellen Sie einen eigenen YouTube-Kanal, publizieren Sie Ihren Content und lassen Sie sich nicht nur über YouTube, sondern auch in der Google-Suche blicken. Falls Sie mehr Informationen & Tipps zur besseren Auffindbarkeit auf YouTube benötigen, empfehlen wir Ihnen die Creator Academy von YouTube.

Recruiting über Spotify

Auch der Streaming-Dienst Spotify verspricht in der Personalbeschaffung so einiges. Über verschiedene Werbeformate ist es hier möglich, kurze Audio-Clips zu erstellen, um damit Aufmerksamkeit für die offenen Stellen zu erzielen.

Vorteile und Chancen von Social Media Recruiting

Der Einsatz von Social Media im Recruiting bietet Ihnen vielfältige Chancen und Vorteile. So können Sie kostenlos Reichweite für Ihre Arbeitgebermarke und Vakanzen erzielen und eine tragfähige Beziehung zu Top-Talenten aufbauen. Folgende Vorteile bringt Social Media Recruiting mit sich:

  • Sie erreichen auch nicht aktiv Job-Suchende für Ihre offenen Stellen: Der Markt an latent Suchenden ist 3x so groß wie jener der aktiv Suchenden. Das sollten Sie für sich nutzen.⁶
  • Bauen Sie über multimediale Inhalte eine emotionale Bindung zu Ihrer Zielgruppe auf: Visueller Content ist authentisch und eignet sich perfekt für die Ausspielung auf Social Media.
  • Nutzen Sie die Multiplikatoren-Effekte sozialer Medien: Wenn Sie wirklich spannende Inhalte auf Social Media veröffentlichen, ist die Chance hoch, dass diese geteilt werden. Bedeutet für Sie: Noch mehr Reichweite für Ihre Employer Brand!
  • Zielgenaues Targeting – die Paradedisziplin sozialer Medien: Social-Media-Plattformen können durch die Masse an Daten, die Sie über Ihre Zielgruppe sammeln, Werbung äußerst zielgenau ausspielen. So können Sie exakt festlegen, wen Sie mit Ihren Social Media Recruiting-Kampagnen erreichen möchten.
  • Netzwerkpflege leicht gemacht: Der Grundgedanke sozialer Medien ist es, Menschen eine einfache Möglichkeit zur Beziehungs- und Netzwerkpflege an die Hand zu geben. Das bietet auch im Recruiting vielfältige Einsatzzwecke – insbesondere mit Blick auf den Aufbau von Talent-Pools.
  • Schwer zu Erreichende auf sich aufmerksam machen: Gen-Z & Co sind über traditionelle Kanäle immer schwerer zu erreichen. Nicht so auf Social Media. Mit einer gezielten Social Media Recruiting-Strategie auf den richtigen Plattformen (Stichwort: TikTok) können Sie auch diese treffsicher ansprechen.
  • Nachvollziehbarkeit und Messbarkeit sind gegeben: Zudem ist alles, was Sie im Recruiting machen, auch wirklich messbar. Die verschiedenen Plattformen bieten Ihnen umfassende Möglichkeiten zu Monitoring und Reporting – Sie wiederum machen den Erfolg Ihrer Maßnahmen nachvollziehbar.

Wie läuft Social Media Recruiting ab? Vorgehensweise und Strategie

Erfolgreiches Social Media Recruiting fußt auf einer durchdachten Strategie. Dementsprechend sollten Sie hier nicht vorschnell agieren, sondern einen klaren Plan verfolgen. Selbiges gilt auch für Active Sourcing über soziale Medien, wie wir Ihnen in diesem Eintrag zur Active-Sourcing-Strategie über soziale Medien zusammengefasst haben.

Im Social-Media-Recruiting gibt es einige Schritte zu beachten

Folgende Schritte sollten Sie durchlaufen, bevor Sie ins Social Media Recruiting starten:

1) Analyse: Hier sollten Sie festlegen, welche Ziele Sie mittels Social Media Recruiting erreichen möchten. Zudem gilt es in dieser Phase, die diversen Plattformen genau zu untersuchen und deren Funktionsweise zu verstehen. Nur so können Sie eine fundierte Entscheidung treffen, wo Sie mit Ihrem Social Media Recruiting aktiv werden möchten.

2) Strategie definieren: Auf Basis der Analyse-Phase gilt es nun, eine durchdachte Social-Media-Strategie zu entwickeln. Hier sollten Sie festlegen, welche SMART-Ziele Sie erreichen möchten, welche Kanäle Sie nutzen und wie Sie sich auf den Netzwerken positionieren.

3) Schaffen Sie die notwendigen Rahmenbedingungen: In dieser Phase gilt es, die Zuständigkeiten für Social Media Recruiting in Ihrem Team zu definieren. Zudem sollten Sie sich Kommunikationsleitlinien zurechtlegen – diese sollten auf Ihr Corporate Wording als Unternehmen abgestimmt sein. Zudem lohnt es sich, hier in engem Austausch mit Ihrem Marketing-Department zu sein. Diese können Ihnen auch bei der Entwicklung Ihrer Strategie mit nützlichen Tipps zur Funktionsweise der Plattformen behilflich sein.

4) Etablieren Sie einen professionellen Unternehmensauftritt: Erst nachdem diese Phasen durchlaufen sind, sollten Sie neue Accounts auf den Social-Media-Plattformen anlegen. Haben Sie bereits bestehende Accounts, lohnt es sich, diese von Grund auf zu überarbeiten.

  • Verwenden Sie Bild und Titelbild, das zu Ihrer Corporate Identity passt. Aktualisieren Sie Ihre Beschreibung, Ihre Kontaktdaten, um mit einem vollständig gepflegten Profil aufzuwarten.
  • Wesentlich ist außerdem, dass Sie die richtigen Keywords für Ihr Profil hinterlegen. Stellen Sie damit sicher, dass Sie über die Suchfunktion der Plattform gefunden werden.
  • Nutzen Sie Ihr Netzwerk zum Aufbau einer Community: Laden Sie Ihre Mitarbeitenden ein, Ihren Unternehmensaccounts zu folgen. So haben Sie schnell einen gewissen Grundstock an Follower·innen.

5) Stellen Sie eine regelmäßige Posting-Frequenz sicher: Ihr Erfolg im Social Media Recruiting steht und fällt mit der Regelmäßigkeit, in der Sie Inhalte veröffentlichen. Genau deshalb sollten Sie bereits über einen durchdachte Content-Strategie verfügen, um immer ausreichend Inhalte zur Hand zu haben.

Planungsstrategie

Planen Sie Ihre Postings auf den diversen Social-Media-Kanälen langfristig, am besten etwa einen Monat im Voraus. So kommen Sie nicht kurz vor dem nächsten geplanten Veröffentlichungstermin in Zeitnot. Viele Software-Lösungen ermöglichen es Ihnen dabei, Beiträge auch im Voraus zu planen.

6) Holen Sie Ihre Mitarbeitenden an Bord Ihre Mitarbeitenden sollten sich nicht nur auf Ihren Postings als Testimonials für die Arbeit bei Ihnen wiederfinden. Sie sollten diese außerdem als Multiplikatoren für Ihre Postings nutzen. Bitten Sie aktiv um Likes, Kommentare und Shares. Das ist nicht nur authentisch, es erhöht außerdem Ihre Reichweite.

7) Planen Sie Budget für bezahlte Reichweite ein Jedenfalls sollten Sie für Social Media Recruiting auch ein gewisses Budget einplanen. Nur über organische Beiträge werden Sie kaum neue Zielgruppen für Ihre Arbeitgebermarke erreichen. Vielmehr ist es notwendig, immer wieder gezielte Social-Recruiting-Kampagnen durchzuführen.

8) Messen Sie Ihren Erfolg Messbarkeit im Recruiting ist das A und O. Und im Social Media Recruiting geben Ihnen die Plattformen vielfältige Möglichkeiten, um Ihren Erfolg nachvollziehbar zu machen. Setzen Sie also ein umfangreiches Reporting für Ihre Maßnahmen auf.

Best Practices für Social Media Recruiting-Strategien

Zudem sollten Sie einige Tipps und Best Practices berücksichtigen, wenn es um die Definition Ihrer Social Media Recruiting-Strategie geht:

Fokussieren Sie Ihre Ressourcen

Wie bei allen Marketingaktivitäten ist auch im Social Media Recruiting der gezielte Einsatz von Ressourcen maßgeblich für deren Erfolg. Wer versucht, mehrere Kanäle gleichzeitig und mit minimalem Einsatz zu bespielen, bleibt bestenfalls unauffällig – und erntet im schlimmsten Fall Häme, wenn die ungeschriebenen Regeln der sozialen Netzwerke gebrochen werden. Um auf Social Media positiv aufzufallen, sollten sich Unternehmen daher zunächst für einen oder zwei Kanäle entscheiden und auf Basis der bestehenden Personalstrategie einen langfristigen Content-Plan anlegen.

Kennen Sie Ihre Zielgruppe

Im Zentrum einer guten Social Media Recruiting-Strategie steht umfassendes Wissen über die Zielgruppe. Nur so können Sie entscheiden, auf welchen Kanälen Sie präsent sein müssen und welche Inhalte von Interesse für Ihre Wunschtalente sind. Dementsprechend sollten Sie ausreichend Zeit in die Analyse-Phase investieren. Es lohnt sich etwa, mit Ihren bestehenden Mitarbeitenden, die ähnlichen Profile wie die Ihrer Zielgruppe aufweisen, zu sprechen. Denn die Chancen stehen gut, dass Sie hier hilfreiche Infos erhalten.

Multimedia gewinnt

Auf den sozialen Medien ist multimedialer Content schlichtweg die beste Form, um Inhalte zu teilen. Dementsprechend sollten Sie bereits in Ihrer Strategie festlegen, dass Sie primär auf die Ausspielung multimedialer Inhalte setzen möchten. Wichtig ist hier, dass Sie sich bewusst sind, dass die Erstellung multimedialer Inhalte, insbesondere von Videos, durchaus aufwändig ist. Planen Sie entsprechend realistisch Ihre personellen und budgetären Ressourcen ein.

Authentizität ist das A und O

Das wichtigste im Social Media Recruiting ist, dass Sie authentisch und aufrichtig kommunizieren. Das bedeutet, dass Sie keine Versprechen machen, die Sie im Arbeitsalltag nicht einhalten können. Authentizität bedeutet etwa auch, dass Sie Fotos Ihrer tatsächlichen Mitarbeitenden verwenden und kein Stock-Material.

Denken Sie ganzheitlich

Viele der vorherigen Tipps für eine Social Media Recruiting-Strategie beziehen sich auf den Content, den Sie auf Ihren Kanälen veröffentlichen. Dies ist zweifelsohne ein wichtiger Aspekt im Social Media Recruiting. Aber das ist noch lange nicht alles. Insbesondere das Active Sourcing über Social-Media-Kanäle spielt heute eine zentrale Rolle. Wenn Sie in den Ausbau Ihrer Kanäle investieren, dann sollten Sie dies intelligent mit Ihren Active-Sourcing-Maßnahmen verzahnen. Etwa, indem Sie in Ihrer Direktansprache auch auf Ihre Unternehmensprofile verweisen. Oder Sie blicken auf die Follower·innen Ihres Unternehmensprofils: Vielleicht sind hier bereits einige Profile dabei, die für Sie interessant sein könnten.

Einsatz von Werbekampagnen

Werbekampagnen über die sozialen Medien sind ein hervorragender Weg, um gezielt Aufmerksamkeit auf Ihre Arbeitgebermarke und Ihre Vakanzen zu richten. Mit den Targeting-Möglichkeiten können Sie auch ganz bewusst neue Zielgruppen erreichen.

Wozu können Sie Social Media im Recruiting einsetzen?

Auf Social Media in Dialog treten

In den meisten Unternehmen dient der Einsatz von Social Media vor allem der Steigerung der Bekanntheit des Unternehmens (77 %). 72 % aller befragten Unternehmen stärken damit die eigene Arbeitgebermarke und knapp die Hälfte spricht gezielt potenzielle Talente an. Zwar werden auch Jobanzeigen auf Social Media gepostet, die meisten suchen derzeit jedoch noch hauptsächlich über Online-Stellenbörsen, im Freundes- und Bekanntenkreis oder auf Unternehmensseiten nach neuen Jobs.⁷

Unternehmen, die sich in sozialen Netzwerken engagieren, treffen bei Job-Suchenden auf offene Ohren: Sieben von zehn von ihnen finden es gut, wenn Social-Media-Anwendungen in der Personalbeschaffung Einsatz finden.⁸ Das liegt unter anderem daran, dass der (gut gemachte) Auftritt in sozialen Netzwerken durchaus positive Effekte für Job-Suchende hat: So können sie sich vor oder während des Bewerbungsprozesses über das Unternehmen informieren und in Karriere- oder sozialen Netzwerken direkt nach Jobs suchen. Aber auch für Unternehmen bietet der Auftritt in sozialen Netzwerken ein Sprachrohr abseits der klassischen Recruiting-Kanäle und ermöglicht den direkten Kontakt mit Talenten.

Mit Social Media die Employer Brand stützen

Doch nicht nur der direkte Kontakt zu Kandidaten ist es, der den Auftritt auf Social Media so wertvoll für Unternehmen macht. Indem die eigene Employer Brand auf sozialen Netzwerken einem breiten Publikum präsentiert wird, positioniert sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber und kann damit wertvolle Fachkräfte auf sich aufmerksam machen oder aktiv anwerben.

Vor allem für den berühmten „Blick hinter die Kulissen“ eignet sich der Auftritt in sozialen Netzwerken besonders gut. Bildlastige Plattformen wie Instagram liefern visuelle Eindrücke vom Unternehmensalltag. Besonders über Instagram-Stories können Unternehmen in kreativer Art und Weise Einblicke in die Unternehmenskultur gewähren.

Besonders gut macht das etwa der Kosmetikkonzern L’Oreal: Mit sogenannten „Talent Profilen“, Bildern von Mitarbeitenden und Arbeitsplätzen an verschiedenen Standorten werden Einblicke in die Arbeitsumgebung des Konzerns gewährt. Darüber hinaus bietet L‘Oreal auf einer eigenen Webseite beispielsweise Tipps zur Optimierung von LinkedIn-Profilen. Auf diesem Weg hinterlässt man einen äußerst positiven und sympathischen Eindruck bei den Millennials.

Social Media und Empfehlungsmarketing

Die eigene Belegschaft ist noch immer das beste Sprachrohr. Mitarbeitende verbreiten in sozialen Netzwerken Informationen über das Unternehmen und zu offenen Stellen. Sie überlegen sich dabei genau, wen sie informieren und wen sie als potenzielles Talent empfehlen. Vorteile des Empfehlungsmarketings über Social Media:

  • Die Bewerbung ist ernst gemeint, weil man die Fürsprecher·innen nicht enttäuschen möchte.
  • Die Talente passen menschlich gut zum Team und zur Unternehmenskultur.
  • Die Personen sind wahrscheinlich auch fachlich gut für den Job geeignet.
  • Wer von seinem Unternehmen so überzeugt ist, dass er es befreundeten Personen und Bekannten empfiehlt, legt gleichzeitig die Basis für eine positive Employer Brand.

Übrigens: Der Grund für Mitarbeitende, jemanden für eine offene Stelle vorzuschlagen, besteht weniger darin, selbst einen Vorteil zu bekommen, etwa in Form einer finanziellen Entlohnung. Vielmehr werden Personen aus dem Bekanntenkreis vor allem deshalb für eine offene Stelle empfohlen, um denjenigen oder derjenigen und dem eigenen Unternehmen einen Vorteil zu ermöglichen.

Social Media und Stellenanzeigen

Immer mehr Unternehmen setzen neben der Veröffentlichung in Job-Börsen auf die Ausspielung ihrer Stellenanzeigen auf sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder auch TikTok. Das hat vielfältige Vorteile, da Sie etwa auch latent Job-Suchende erreichen.

Die XING Stellenanzeigen bieten Ihnen neben dem kostenlos inkludierten Feature, Ihre Stellenanzeige vollautomatisch auf relevanten Job- und Social-Media-Plattformen ausspielen zu lassen, die Möglichkeit, flexibel weitere Performance mittels Social-Recruiting-Kampagnen hinzuzubuchen.

Herausforderungen beim Social Media Recruiting

Social Media Recruiting bietet also eine Vielzahl an Möglichkeiten und Vorteilen für Ihre Personalbeschaffung. Nichtsdestotrotz sind auch einige Herausforderungen und Fallstricke mit der Verwendung sozialer Medien im Recruiting verbunden:

  • Social Media Recruiting funktioniert nicht auf Sparflamme: Seien Sie sich bewusst, dass Sie Zeit und Budget für eine erfolgreiche Social Media Recruiting-Strategie einplanen müssen.
  • Sie erreichen Talente im Freizeit-Kontext: Das bedeutet, dass Sie noch interessantere, noch unterhaltsamere Inhalte produzieren müssen, um deren Aufmerksamkeit zu bekommen.
  • Social-Media-Kommunikation ist kein One-Way-Traffic: Sie müssen die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, um zeitnah auf Kommentare und Nachrichten zu antworten.
  • Know-how gefragt: Alle Social-Media-Kanäle haben ihre Eigenheiten und erfordern Know-how, um diese bestmöglich zu bespielen. Hier ist eine umfangreiche Auseinandersetzung unabdingbar.
  • Ihre Arbeitgebermarke wird exponiert: Auf den sozialen Medien stehen Sie sehr schnell im Rampenlicht – im positiven wie im negativen Sinne. Seien Sie sich bewusst, dass es auch einmal Gegenwind geben kann. Und bereiten Sie sich darauf vor, bestmöglich darauf zu reagieren.
  • Die Prozesse müssen stimmen: Wenn Sie mit einer frischen, modernen Tonart auf den sozialen Medien überzeugen und Talente dazu bringen, sich bei Ihnen zu bewerben, dann müssen auch die Anschlussprozesse stimmen. Sprich: Lange, umständliche Bewerbungsprozesse sind ein No-Go!

Mögliche Fallstricke & Datenschutzanforderungen

Rechtliche Fallstricke in Zusammenhang mit Social Media Recruiting betreffen vor allen Dingen sogenannte „Background-Checks“ von Bewerber·innen und deren Social-Media-Profilen. Zudem gibt es auch im Active Sourcing über soziale Medien einiges zu beachten. Hier haben wir einige der wichtigsten Punkte für Sie in unserem Glossar-Eintrag zum Thema Active Sourcing zusammengefasst.

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Social Media Recruiting: Fazit

Social Media Recruiting lohnt sich – wenn man es professionell angeht. Immer mehr Unternehmen setzen auf Social Media im Recruiting. Die jüngeren Zielgruppen betrachten Social-Media-Kanäle als relevante Plattformen für Bewerbungen. Im Vergleich zu Stellenbörsen lassen sich sowohl Job-Suchende als auch solche ansprechen, die sich aktuell noch in einer anderen Festanstellung befinden.

Ein authentischer und einzigartiger Auftritt in sozialen Medien hinterlässt einen positiven Eindruck und weckt das Interesse am Unternehmen als Arbeitgeber. Ein regelmäßig gepflegtes Profil und ansprechende redaktionelle Inhalte helfen dabei und steigern zugleich die Reichweite des Unternehmens. Job-Suchende sind auf sozialen Plattformen aktiv, die derzeit noch kaum von Unternehmen im Recruiting eingesetzt werden. Nutzen Sie die Chance, gehen Sie neue Wege und verschaffen Sie sich einen Wettbewerbsvorteil bei der Suche nach neuen Talenten!


¹ We are Social Report 2022
² We are Social Report 2022
³ https://www.artworx.at/social-media-in-oesterreich-2020
https://www.nau.ch/social-media-nutzung-in-der-schweiz-65496793
⁵ Trendence, Recruiting-Trends, 2022
⁶ Monster, Studie Social Recruiting und Active Recruiting, 2020.
⁷ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1134898/umfrage/medien-zur-jobsuche-in-der-dach-region/
⁸ https://www.uni-bamberg.de/isdl/chris/recruiting-trends/recruiting-trends-2019/