Recruiting-Wissen

ChatGPT im Recruiting: Verändert der AI-Hype die Personalbeschaffung für immer?

Michael Rothschädl
6 min.
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ChatGPT ist ein Vorbote auf das, was uns wohl in den kommenden Jahren erwarten wird: Ein Siegeszug von AI-Anwendungen (Artificial-Intelligence-Anwendungen) und deren mannigfaltige Verwendungszwecke in nahezu sämtlichen Lebensbereichen. Dazu gehört natürlich auch die Personalgewinnung. ChatGPT im Recruiting bietet unter dem Gesichtspunkt von Recruiting 4.0 bereits heute interessante Anwendungsmöglichkeiten. Wir haben das Potenzial der AI-Software in der Personalbeschaffung auf den Prüfstein gestellt und uns kritisch mit dem aktuellen Hype auseinandergesetzt. Aber alles der Reihe nach.

Was ist ChatGPT überhaupt?

ChatGPT ist ein Projekt von Open-AI und stellt derzeit die Beta-Version eines Chatbots dar, der sich künstlicher Intelligenz bedient, um maximal treffsichere Antworten zu generieren. Diese können alles betreffen: von der einfachen Frage á la Google-Suche über die Bitte, Texte zu verfassen, bis hin zur Anfrage von funktionstüchtigem Programmiercode.

Aufgrund dieser Fähigkeiten ist die Verwendung von ChatGPT im Recruiting natürlich durchaus spannend. Vor allem in der Erstellung von Inhalten – Stellenanzeigen zum Beispiel – oder der oftmals zeitaufwändigen Kandidatinnen-Kommunikation ergeben sich interessante Anwendungsfälle.

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Zum einen ganz klar deshalb, weil die AI-Anwendung schlichtweg verblüffend gute Ergebnisse liefert. Es ist beeindruckend, den Chatbot vor Aufgaben zu stellen, die zuvor eigentlich nur Menschen vorbehalten waren. Und zu sehen, auf welchem Niveau ChatGPT diese bewerkstelligt. Zum anderen ist es die Art und Weise, wie der AI-Hype aufgebaut ist. Das Chat-Interface, im Grunde nichts anderes als der private WhatsApp-Chat, imitiert eine menschliche Unterhaltung. Das bedeutet auch, dass die Aufgabenstellungen an den AI-Bot in alltäglicher Sprache formuliert werden können. Wie gut das System diese versteht, ist oftmals beeindruckend. Hier gelangen Sie zum Log-in von ChatGPT.

Welche Einsatzbereiche gibt es für ChatGPT im Recruiting?   

So weit, so verständlich. Aber was bringt ChatGPT im Recruiting jetzt ganz konkret? ChatGPT als künstliche Intelligenz zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus, die für das Recruiting von Vorteil sein können.

  • Die zielgerichtete Kombination diverser Informationen, die es so möglicherweise noch nicht im Netz zu finden gibt
  • Die Formulierung von Texten, die sich aufgrund der hohen Datenlast empathisch, menschlich und oftmals auch ganz schön kreativ lesen.

ChatGPT und Stellenanzeigen   

Ganz konkret lässt sich das AI-Tool etwa hervorragend zum Erstellen von Texten aller Art verwenden. Denken wir etwa an die Erstellung einer Stellenanzeige für eine ganz spezielle Position. ChatGPT im Recruiting verbindet Informationen zum korrekten Aufbau einer Stellenanzeige mit den fachlichen Anforderungen an eine ganz spezielle Position. Und erstellt auf Basis dessen Stellenanzeigen, die beeindrucken.

Die XING Stellenanzeigen nutzen eine Schnittstelle, um Ihnen direkt im bekannten Veröffentlichungsprozess die Unterstützung von ChatGPT im Recruiting anbieten zu können. So haben Sie entweder die Möglichkeit, ganze Anzeigen automatisch erstellen zu lassen. Oder aber Sie optimieren bestehende Anzeigen bequem mithilfe der Künstlichen Intelligenz. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zu KI und Stellenanzeigen.

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Wie Sie künstliche Intelligenz erfolgreich für Ihre Stellenanzeigen nutzen, erfahren Sie in unsrem Praxis-Leitfaden!

ChatGPT im Active Sourcing

Aber auch beim Konterpart zum Passive Sourcing offenbart ChatGPT großes Potenzial. Beim Active-Sourcing-Anschreiben von interessanten Talenten über XING & Co kann der Chatbot dazu eingesetzt werden, zielgenaue Ansprachen zu formulieren. Die gesamte Kommunikation mit dem Talent kann folglich über ChatGPT abgewickelt werden – etwa, indem dem System kurz geschildert wird, was auf die initiale Nachricht geantwortet wurde, und welche Reaktion nun zu formulieren sei. Mit kleinen Adaptionen, so Recruiting-Expertin Svenne Nielsen, lassen sich diese Texte in der Praxis wunderbar verwenden.

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ChatGPT im Recruiting: Ausblick

Auch über das Active und Passive Sourcing hinaus wird es künftig vielfältige Einsatzmöglichkeiten von AI im Recruiting geben – und die künstliche Intelligenz muss dabei nicht immer zwingend ChatGPT heißen. Auch wenn der Chatbot auf den ersten Blick die interessantesten Möglichkeiten bietet.

Schon heute finden diverse fortschrittliche Technologien im E-Recruiting erfolgreich Anwendung: Wie etwa das Matching von Stellenausschreibungen mit geeigneten Kandidat∙innen im onlyfy Bewerbungsmanager, das sich durch Machine Learning kontinuierlich weiterentwickelt. Auf Basis der konkreten Anforderungen einer neuen Vakanz schlägt die Talent Acquisition Platform völlig automatisch passende Talente aus dem größten Talent-Pool in D-A-CH mit über 21 Mio. Mitgliedern vor.

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ChatGPT wiederum könnte außerdem dabei unterstützen, gezielte Fragen für ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Nämlich dann, wenn das System mit Daten zum konkreten Bewerbenden, wie etwa die Ergebnisse eines Assessment Tests oder dem Lebenslauf, gefüttert wird und diese Daten mit Informationen aus dem Web zu einer konkreten Stellenbezeichnung kombiniert. So liefert das Programm nicht nur fachspezifisch relevante Fragestellungen, sondern auch Fragen zur Person. Oder aber, perspektivisch gedacht, in der Vorselektion von Bewerbende:n Künstliche Intelligenz könnte hier etwa dabei unterstützen, Lebensläufe auf Knock-out-Kriterien zu überprüfen und eine erste Einschätzung zur Eignung für die Rolle abzugeben.

Die Möglichkeiten, die ChatGPT derzeit aufzeigt, erwecken jedenfalls den Eindruck, der Beginn von einer größeren Disruption zu sein. AI schickt sich an, eine äußerst wertvoller Unterstützung bei vielfältigen Tasks zu werden.

ChatGPT im Recruiting: Alles eitel Wonne also?

Keineswegs. Das sagt auch ChatGPT selbst ganz offen. Entscheidungen einer AI müssen stets darauf geprüft werden, ob diese auch wirklich ethisch korrekt sind. Bereits vor einigen Jahren musste Online-Riese Amazon leidlich feststellen, dass die Verwendung einer AI in der Bewerbenden-Auswahl strukturell für genderdiskriminierende Entscheidungen sorgte. AI ist zudem immer nur so gut wie die Datenbasis, mit der das System operiert. Auch wenn ChatGPT im Recruiting aktuell auf einen gigantischen Wissensschatz zurückgreifen kann, sind stark individualisierte Fragestellungen häufig noch ein Stolperstein für das Tool. Für Recruiter∙innen bedeutet das gleichwohl, dass künftig Kompetenzen in der Bedienung von künstlicher Intelligenz zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden könnten.

Das Recruiting wird nichtsdestotrotz immer ein Bereich bleiben, in dem Sie sehr stark mit Menschen arbeiten. Dennoch erleichtern Ihnen bereits heute smarte Tools – etwa Bewerbermanagementsysteme wie der onlyfy Bewerbungsmanager – Ihre tägliche Arbeit im Recruiting dank smarter Automatisierungen und dem gezielten Einsatz von maschinellem Lernen. Aber wieso sollten Sie sich nicht zusätzlich von einem weiteren (künstlichen) klugen Köpfchen unterstützen lassen?

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