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Was sind Beispiele für AGG-konforme Stellenanzeigen?

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Diskriminierungsfreie Stellenausschreibungen sind mehr als nur eine rechtliche Pflicht – sie sind ein wichtiger Baustein für erfolgreiches Recruiting. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Bewerber vor Benachteiligung und sorgt dafür, dass alle Talente faire Chancen erhalten. Für Unternehmen bedeutet das: Rechtssicherheit und Zugang zu einem breiteren Pool qualifizierter Fachkräfte.

Viele Arbeitgeber sind unsicher, wie sie AGG-konforme Stellenanzeigen formulieren sollen. Dabei ist es gar nicht so kompliziert, wenn Sie die wichtigsten Regeln kennen. Mit den richtigen Formulierungen vermeiden Sie nicht nur rechtliche Probleme, sondern sprechen gleichzeitig mehr potenzielle Talente an.

Was bedeutet AGG-Konformität bei Stellenanzeigen?

AGG-konforme Stellenanzeigen sind Stellenausschreibungen, die niemanden aufgrund der im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz genannten Merkmale benachteiligen. Das Gesetz verbietet Diskriminierung aufgrund von Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität.

In der Praxis heißt das: Ihre Stellenanzeige darf keine Formulierungen enthalten, die bestimmte Personengruppen ausschließen oder bevorzugen. Statt „junger, dynamischer Verkäufer“ schreiben Sie besser „engagierte Verkaufskraft“. Das ist nicht nur rechtlich sicher, sondern eröffnet Ihnen auch den Zugang zu einem größeren Talentpool.

Das AGG gilt für alle Phasen des Bewerbungsprozesses – von der Stellenausschreibung über das Vorstellungsgespräch bis zur Einstellung. Verstöße können zu Schadensersatzforderungen führen, auch wenn Sie den Bewerber letztendlich nicht eingestellt haben. Die gute Nachricht: Mit einer bewussten Formulierung lassen sich diese Risiken einfach vermeiden.

Häufige AGG-Verstöße in Stellenanzeigen erkennen

Die meisten AGG-Verstöße entstehen unbeabsichtigt durch unbedachte Formulierungen. Besonders häufig sind Altersdiskriminierungen: Begriffe wie „jung“, „dynamisch“ oder „Digital Native“ können als Ausschluss älterer Bewerber interpretiert werden. Ebenso problematisch sind Formulierungen wie „erfahrener Profi“ oder „langjährige Berufserfahrung“, die jüngere Talente abschrecken können.

Geschlechtsspezifische Sprache ist ein weiterer Stolperstein. „Verkäufer gesucht“ oder „Sekretärin für unser Team“ schließen jeweils ein Geschlecht aus. Auch scheinbar neutrale Begriffe wie „Teamplayer“ oder „durchsetzungsstark“ können geschlechtsspezifisch interpretiert werden.

Versteckte Diskriminierung erkennen

Manche Diskriminierungen sind subtiler. Anforderungen wie „Muttersprache Deutsch“ können als ethnische Diskriminierung gewertet werden, wenn sie für die Stelle nicht zwingend erforderlich sind. Auch die Forderung nach einem „gepflegten Äußeren“ kann problematisch sein, da sie verschiedene Interpretationen zulässt.

Religiöse oder weltanschauliche Diskriminierung zeigt sich oft in Formulierungen wie „christliche Werte“ oder bestimmten Dresscodes. Hier sollten Sie genau prüfen, ob diese Anforderungen wirklich stellenrelevant sind.

Praktische Beispiele für AGG-konforme Formulierungen

Gute AGG-konforme Formulierungen konzentrieren sich auf die tatsächlichen Anforderungen der Stelle. Statt „junges Team sucht Verstärkung“ schreiben Sie „unser Team sucht Verstärkung“. Anstelle von „erfahrener Buchhalter“ formulieren Sie „Buchhalter mit Kenntnissen in der Finanzbuchhaltung“.

Bei Stellentiteln verwenden Sie geschlechtsneutrale Bezeichnungen oder die männliche und weibliche Form. „Projektmanager (m/w/d)“ oder „Projektmanagement-Kraft“ sind beide korrekt. Der Zusatz „(m/w/d)“ signalisiert Offenheit für alle Geschlechter und geschlechtliche Identitäten.

Anforderungen richtig formulieren

Konzentrieren Sie sich auf fachliche Qualifikationen und Soft Skills, die wirklich relevant sind. Statt „belastbar und stressresistent“ können Sie schreiben: „strukturierte Arbeitsweise auch bei hohem Arbeitsaufkommen“. Das ist konkreter und weniger interpretationsanfällig.

Sprachkenntnisse formulieren Sie spezifisch: „Sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift“ ist besser als „Muttersprache Deutsch“. Bei internationalen Positionen können Sie „Englisch auf Verhandlungsniveau“ oder „fließende Englischkenntnisse“ verlangen.

Positive Beispiele aus der Praxis

Eine rechtssichere Stellenanzeige könnte so beginnen: „Für unser wachsendes Unternehmen suchen wir eine engagierte Fachkraft (m/w/d) im Vertrieb. Sie bringen Freude am Kundenkontakt und Verhandlungsgeschick mit.“ Diese Formulierung ist offen, konkret und fokussiert auf die relevanten Fähigkeiten.

Auch bei Benefits sollten Sie aufpassen: Statt „Kita-Platz für berufstätige Mütter“ schreiben Sie besser „Unterstützung bei der Kinderbetreuung für alle Mitarbeitenden“. Das zeigt Familienfreundlichkeit, ohne zu diskriminieren.

AGG-konforme Stellenanzeigen in der Praxis umsetzen

Die Umsetzung AGG-konformer Stellenanzeigen beginnt mit einer systematischen Überprüfung Ihrer bestehenden Vorlagen. Erstellen Sie eine Checkliste mit den häufigsten Diskriminierungsmerkmalen und prüfen Sie jeden Text daraufhin. Besonders wichtig: Lassen Sie auch Kollegen die Anzeige gegenlesen – frische Augen entdecken oft problematische Formulierungen.

Nutzen Sie moderne Recruiting-Tools, die Sie bei der rechtssicheren Formulierung unterstützen. Viele Plattformen bieten bereits Vorlagen und Hinweise für AGG-konforme Texte. Das spart Zeit und reduziert das Risiko von Fehlern.

Schulung und Sensibilisierung

Schulen Sie alle Personen, die Stellenanzeigen erstellen oder überprüfen. Das Bewusstsein für diskriminierungsfreie Sprache entwickelt sich durch Übung und Reflexion. Regelmäßige Workshops helfen dabei, das Thema im Unternehmen zu verankern.

Dokumentieren Sie Ihre Bemühungen um AGG-Konformität. Das zeigt bei eventuellen rechtlichen Auseinandersetzungen Ihren guten Willen und kann strafmildernd wirken. Bewahren Sie verschiedene Versionen Ihrer Stellenanzeigen auf und notieren Sie, welche Überlegungen zu Änderungen geführt haben.

Langfristige Vorteile nutzen

AGG-konforme Stellenanzeigen sind nicht nur rechtlich sicher, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil. Sie sprechen diverse Zielgruppen an und verbessern Ihr Employer Branding. Unternehmen, die Vielfalt fördern, gelten als moderne und attraktive Arbeitgeber.

Mit durchdachten, diskriminierungsfreien Stellenausschreibungen erreichen Sie mehr qualifizierte Bewerber und reduzieren gleichzeitig rechtliche Risiken. XING unterstützt Sie dabei mit intelligenten Tools und Vorlagen, die automatisch auf AGG-Konformität optimiert sind. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: die besten Talente für Ihr Unternehmen zu finden.